Fl! 1

Hier bin ich. Höre, was sich inzwischen begeben hat:

Als Hertzka das Ansinnen stellte, das Doppelheft des TW. 5–6 in zwei einzelne zu zerlegen, so bin ich mit Rücksicht auf das gleichzeitig gemachte Anbot der „Vierteljahrschrift“ darauf eingegangen. Ich hatte, wie du sehr bald sehen wirst, eine ganze große Arbeit noch zu leisten, um – obendrein in raschester Zeit – zwei [word crossed out] Kopf-Aufsätze, zwei „Vermischte“ (mit vielen Aufsätzen) zu liefern: 3 Präludien von S. Bach, über die Gretchen-Handschrift, „zum Vortrag“ usw. . Endlich war auch das fertig. Aber lange ließ dann auch die Druckerei auf sich warten. Aus Hertzka’s Wort: „beide Hefte fast gleichzeitig, höchstens in Abstand von 14 Tagen“ wurde ein Monat, noch ein Monat. Ich begann unruhig zu werden. Nach den entsetzlichen Erfahrungen mit Heft 1–4, nach den ewigen Reibungen mit H. , der sich an jedem Heft irgendwie gegen den Vertrag oder die Abmachung ad hoc vergriff – aus Gründen, die mir bis heute noch dunkel sind –, mußte ich wieder Verrat erwarten u. ich dachte bei mir, H. habe sich, um größeren Kosten auszuweichen, {2} zunächst einmal das Doppelheft als solches vom Halse schaffen wollen u. habe nun vor, die beiden Hefte ins 1924 hinüberzuschleppen u. schon auf Rechnung der Vierteljahrschrift zu stellen. Der Gedanke daran machte mich tobsüchtig, die Versöhnung neu bestellter Arbeiten listig ins [sic] Szene gesetzt; ich konnte an Heft 7 einfach nicht mehr arbeiten, ich war gefaßt darauf, H. zu klagen wegen geistiger u. materieller Schädigung.

Du mußt es nämlich wissen: wenn ich heute H. die „V Sinf“ anbiete als Monographie, wie z. B. die IX, so nimmt er sie ohneweiteres, besonders wenn sie nur 3½ Bogen (u. nicht 24 Bogen wie jene) stark ist u. zahlt mir, wenn noch so wenig ein paar Mill. Kr. Oder : ich biete ihm die „ appass. “ als „Erläuterungsausgabe“ ab, auch diese nimmt er u. bezahlt sie wie die andere. Usw. Nun, stelle dir vor: mit dem „TW.“ spiele ich ihm ebenso diese Werke in die Hand, u. noch mehr, u. noch mehr, welcher Schaden alle für mich, wenn ich nicht nur nicht Geld gleich sehe, sondern durch das Verzögen der Herausgabe um den Ertrag mich geprallt sehe!

Den ganzen Monat Jänner opferte ich der Wut u. der Sorge, daß ich endlich doch den Richter werde anrufen müssen, – {3} wenn es mit dem „TW.“ zu Ende geht, dann arbeite ich doch lieber für den IV Band. 2 Kurz, ich hing in der Luft und harrte der Entscheidung. Endlich ist nach wiederholter Mahnung der Umbruch des 5. Heftes vorigen Donnerstag, Abds,(!) gekommen u. ich konnte mich überzeugen, daß dem Titelblatt gemäß H. das Heft ins J. 1923 zurückdatiert – so ist es wenigstens bis jetzt –, was naturgemäß Heft 6 ins 1923 zurückmitreißt; somit stehen vor mir 4 Hefte (7–10) für 1924, von denen das 7te eigentlich schon in der Druckerei sein müßte!

Nun [?reiht] sich, daß ich 5–6 Wochen, aus Angst eine überflüssige Arbeit zu tun, für das Heft nichts getan habe. [cued from lower margin] Eben solcher Art war der Schaden, den mir bei den Heften 1‒4 H. durch sein ewiges Harren zugefügt, ich konnte einfach nicht mehr arbeiten u. vieler Arbeit, nicht nur Zeit u. Geld![end cue] Binnen 1–2 Wochen muß das Heft in die Druckerei! Wenn schon H. Wort hält, darf ich es jetzt nicht an der Arbeit fehlen lassen; er könnte mit Recht sagen: „Sie selbst wollten immer mehr u. mehr, nun, da ich Ihnen das Anbot mache, stecken Sie.“ Der Vorsprung muß ich behalten, den ich bis jetzt in der Druckerei hatte! Das liegt in meinem eigensten Interesse.

Was das heißt, mußt du dir vergegenwärtigen. Ist doch „TW“ eine Solo-Arbeit, u. nicht, wie eine andere Schrift, eine Sammlung {4} von Arbeiten verschiedener Autoren.

In diesem Zustand ist nun dein Brief gekommen. Du bietest mir einen Ersatz für 1 Schüler des Jahres auf einmal, 3 u. danach, nach rechtlicher Überlegung, muß ich sagen: jetzt heißt es, nicht nach dem Gelde gerufen, sondern das Werk wehren u. den Herausgeber zum Respekt zu zwingen! Ich kann mich jetzt gar nicht mit der Form des Vortrags 4 befassen, so sitzt mir Heft 7 auf dem Nacken (Heft 6 ist ja ebenfalls schon „umbrochen“!) – es gibt kein Zurück. Misverstehe mich nicht. Ich würde mich nicht schämen, um der Arbeit willen, von Jedermann Essen u. Kleidung für mich u. Ll geschenkweise anzunehmen, u. auch ein Geldgeschenk, gewidmet zum Gedeihen der Arbeit, würde ich nicht ausschlagen, – das Alles ist sehr wohl vereinbar mit meiner Würde, mit meinem Stolz, aber nur jetzt muß ich Geld u. Arbeit auf die Wa[a]ge legen u. mir sagen: wichtiger u. entscheidender ist Heft 7 als die vielen Mill. Kr., die ich heimbringen könnte.

Ich bin mir bewußt, dir bei H. Themming damit eine Schwierigkeit zu bereiten: Zuerst giengst du ihn wegen des „TW“ an, jetzt wegen eines „Vortrags“, u. daraus kann nichts werden – ja, das sind eben die Juckungen die mir H. verursacht hat u. folgen haben. Hätte H. {5} vertragsgemäß gedruckt, ich wäre schon bei Heft 12 gewesen u. hätte meine Arbeit ruhig fortgesetzt. So aber mußte ich zwei-, dreifache Arbeit an jedem Heft leisten, ich war keines Aufsatzes, keiner Stelle sicher, u. wußte schon nicht mehr, wo aus, wo ein. Sehr groß ist der Schaden, daß er den „TW“ nicht unter „U.E.“ herausgibt, er verspricht es immer wieder u. doch hält ihn etwas zurück.

Was wirst du H. Themming sagen? Ich meine, du dankst ihm in meinem Namen herzlich u. aufrichtig für die schöne Absicht, u. du erzählst die Wahrheit, daß ich um des Werkes willen, wie nun die Sachen gekommen sind, nicht ausweisen kann. Er mag daraus selbst entnehmen, welche Erschütterungen u. Schäden mich H immer ausgesetzt hat. Wenn ich jetzt um das Geld komme, so doch nur wegen dessen, was H. seit Okt. veranlaßte!

Du verzeihst mir wohl, wenn ich dir diese Unannehmlichkeit bereite, statt dir zum Dank eine Freude mit einem stolzen: veni, vidi, vici zu bereiten.

Ich hätte dir noch so manches zu berichten, über einen Abend bei Bamberger’s, über einen {6} deutschen Musiker, der mich hier besuchte u. unter Tränen für das von mir Empfangenen dankt usw., 5 aber eines muß ich hierhersagen:

Bamberger bewarb sich einmal durch Frau Hauser bei Furtwängler um eine Empfehlung für eine Korrepetitorstelle an einem Theater: er erwiderte, er möchte ihn zuvor hören, damit usw. Als er mir das hinterbrachte, meinte ich, ich würde an seiner Stelle nicht vorspielen, denn es gehe um eine Kleinigkeit, doch nicht um einen Kapellmeisterposten oder dgl., da wäre wohl etwas weniger Gespreiztheit am Platz u. mehr Liberalität. Schließlich ist es Sache des Empfohlenen, sich zu beweisen, u[.] dazu verhilft eine Empfehlung an sich gewiß noch nicht. Ohne Schaden hätte es Furtw. machen können. Nun steht Bbg. davon ab. Breisach hat ihm Mannheim zugesagt, aber die Karte, die ich sah, ist ganz unverläßlich u. – unappetitlich. Ich warnte Bbg, sich darauf zu verlassen. So verfiel er auf Hamburg , von mir u. Frau H. in den Gedanken unterstützt, daß du ihn sicher beistehen wirst. Er eignet sich {7} zum Dirigenten sehr wohl, gewiß besser als zu einem Korrepetitor. Klavier hatte er immer vernachlässigt u. erst spät damit begonnen. Er will es jetzt nachholen. Käme er nach Hamburg , er würde – darüber ist mir kein Zweifel – sofort den Klavierunterricht bei dir aufnehmen, so sehr will er solchen noch haben, aufrichtig haben. Er hat ein sehr gutes Ohr, eine gute musikalische Fühligkeit, begreift sehr rasch auch das feinste, nur ist er vielleicht nicht stark genug, um einem Ideal zu leben. Doch das ist seine Sache, Sache seines Charakters, seiner Persönlichkeit, die mich nichts angeht. Im übrigen ein gutmütiger, vielleicht auch menschlich verläßlicher Junge (besser als Hans !)

Kurz und gut, wenn du bei Eg. Pollak etwas ausrichten kannst, so tue es. Du wirst dich mit ihm gewiss sehr freuen, kein Zweifel.

Ein andermal erzähle ich dir von meiner Debatte mit Furtw. bei Bamberger’s, jetzt {8} wiederhole ich nur noch die Frage: Hast du von meinen B-Sonaten wirklich noch keinen Band erhalten? Da jetzt TW. 5 täglich zu erwarten ist, so möchte ich bei dieser Gelgenheit die Sonaten Bd I – IV dir beilegen lassen. Eine Zeile nur. Denn mir kommt vor, daß mir seinerzeit die „U. E.“ von irgend einer Sendung an dich berichtete!

So, jetzt heißt es: zur appass . Heft 7.

Wie geht es Karli? Haben die Kinder unsere Neujahrskarte erhalten?

5 Stunden täglich könnte ich heute nicht mehr, aber ich beneide dich nicht darum. Und doch höre ich gerne, daß es Euch leidlich geht. Entsetzlich dieses ewige Rackern um das Essen!


Dir, Frau Valy, den Kinderchen von mir u. Ll. allerbeste Grüße
Dein
[signed:] H

14. II. 1924
[envelope:]
{recto}

Prof. M. Violin
Hamburg
Woldenweg 3
Deutschland

[postmark:] [postmark illegible] {verso}

Dr H. Schenker
Wien III
Keilgasse 8
[postmark:] || HAMBURG | 15.2.24.6-7V | * 20* ||

© Transcription William Drabkin, 2011

Here I am! Listen to what has happened since you last wrote.

When Hertzka made his request for the double-issue of Der Tonwille (Nos. 5–6) to be published as two single issues, I reminded him of the offer of a "quarterly publication" that he had made at the same time. I had, as you will very soon see, quite a large amount of work to accomplish if I were to deliver – and in a very short space of time – two leading articles, two sets of "Miscellanea" (each with many sections), and studies of three J. S. Bach preludes, the autograph score of Gretchen am Spinnrade, and "Performance." Finally, even that was finished. But then the printers waited for a long time. Hertzka said that "the two issues would be published virtually at the same time, with a gap of at most two weeks. But that grew to a month, and then another month. I began to become impatient. After the dreadful experiences with issues 1–4, after the constant friction with Hertzka, who somehow acted ad hoc in opposition to the contract or the agreement – for reasons that to this very day remain a mystery – I expected yet more betrayal and thought to myself that Hertzka, in order to avoid yet greater costs, {2} and with the matter of the double issue out of the way, now plans to drag the two issues into the year 1924 and to reckon these among the quarterly publications. Thinking about this put me into a frenzy – to be placated with newly comissioned works, cunningly thrown into the bargain – I simply could no longer work on issue No. 7 and was determined to take legal action against Hertzka for intellectual and material damage.

You must understand: if I offer Hertzka my study of the Fifth Symphony as a monograph, as for example I did with the Ninth, he will take it without further ado, especially since it comprises only 3½ gatherings (and not 24 gatherings, like the earlier monograph) and will be worth, at the most, only a few million Kronen to me. Alternatively I can offer him the "Appassionata" as an Erläuterungsausgabe, and he will take this too and pay me a similar amount. And so forth. Now, imagine this: in Der Tonwille I am offering him these very works up front, and yet more and more: how injurious all this is for me, if not only do I fail to get paid immediately but if also I am damaged financially on account of the delay in publication!

The entire month of January was sacrificed to anger, and to the concern that I might finally have to call in a legal arbitrator; {3} if things are finished with Der Tonwille , then I would indeed rather work on the fourth volume. 2 In short, I was hanging in the wind and awaited a decision. Finally, after repeated threads, the page proofs of issue No. 5 arrived last Thursday (in the evening!), and I could convince myself, from the title-page, that Hertzka had backdated the issue to the year 1923 – that is, at least, how things stand now – which would naturally put back issue No. 6 to the year 1923 as well. As a result I have four issues (Nos. 7–10) for 1924, of which No. 7 ought in fact already to have been with the printers!

As a result, I have done nothing about this issue in the past five or six weeks, for fear of having to do unnecessary work. [cued from lower margin] This was precisely the sort of damage that Hertzka inflicted on me in issues 1–4 by his endless delaying; I simply could no longer work and I lost work, not just time and money![end cue] Within the next week or two, it has to be with the printers! If Hertzka is sticking to his word, I must not be negligent about my work. He could rightly say: "You yourself always wanted more and more; now, when I have made you the offer, you come to a stop." I must keep my advantage, which I have held with the printers until now! It is in my own interest to do so.

What this means is something that you have to imagine yourself. After all, Der Tonwille is a solo work and not, like other writings, a collection of work {4} by various authors.

It is in these circumstances that your letter arrived. You are offering me a replacement for one pupil per year at a single stroke, 3 and upon proper reflection I must reply: it is not a question of asking for money, but protecting my work and demanding respect from my publisher! I cannot in any way get to grips with my "Form of Performance" 4 with issue No. 7 hanging around my neck. (Issue No. 6 is, likewise, at page-proof stage!) There is no going back. Do not misunderstand me. I would not be ashamed of receiving from anyone food and clothing for myself and Lie-Lie in the form of a gift, for the sake of my work; and a gift of money, offered so that my work might thrive, is something I would not rule out: all this is entirely consistent with my dignity, with my pride. But right now I must set money and work on the scales, and say to myself: more important and more crucial is issue No. 7 than the many millions of Kronen that I might take home.

I am well aware that I have put you in a difficult spot with respect to Mr Temming. At first you approach him on account of Der Tonwille , and now on a "lecture," and nothing can come of this. Well, these are the very irritations that Hertzka has caused, and which continue to haunt me. Had Hertzka {5} published my work in accordance with my contract, I would have already been at issue No. 12 and would have been able to continued to work peacefully. Instead, however, I had to do twice, three times the work for each issue; I was sure of no essay, no passage, and I no longer knew which way I should go. The damage he has done by not publishing Der Tonwille under the imprint of UE is very great; he keeps promising to do this, and yet something holds him back.

What will you tell Mr Temming? I would like you to thank him on my behalf most cordially and sincerely, his kind intentions, and explain to him the truth: that as matters have turned out I cannot acquiesce, on account of my work. He may deduce from this the strife and damages to which Hertzka has exposed me. If I am only now am to see my payment, it is only on account of that which Hertzka had arranged since last October!

You will, I hope, excuse me for bringing up this troublesome matter, instead of offering you in thanks a joyous veni, vidi, vici.

I would have had so many other things to report to you, about an evening at Bamberger's; about a {6} German musician who visited me here and has thanked me for what I gave him with tears in his eyes, 5 and so on. One thing, however, I must tell you:

Bamberger once asked Furtwängler, through Mrs. Hauser, for a letter of recommendation for a position as rehearsal accompanist in a theater: Furtwängler replied that he would like to hear him first, so that … etc. When he (Bamberger) gave me the news, I thought that, were I in his position, I would not play to Furtwängler, since it was a relatively small matter, and certainly not something like the post of conductor, and that a little less formality and a more liberal attitude would be appropriate. Ultimately it is a matter for the recipient of the recommendation to prove himself, and as such a letter of recommendation is in itself not sufficient: Furtwängler could have written this without doing any harm. Now Bamberger has decided not to apply. Breisach has agreed to write on his behalf with respect to a post in Mannheim, but the postcard that I saw is entirely unreliable and – unsavory; I warned Bamberger not to rely upon it. So he hit upon Hamburg, with the support of Mrs. Hauser and me, on the understanding that you would surely stand by him. He is {7} very well suited to being a conductor, much better than to being an accompanist. He has always neglected the piano and began to study it only at a late stage. Now he would like to catch up. Were he to come to Hamburg, he would – of this I am quite certain – take up piano tuition with you, so keen is he to have this, and to take it seriously. He has a very good ear, a good feeling for music, he understands things very quickly, even the most subtle things. He is just not strong enough to live for sake of an ideal. But that is his problem, a problem of his character, his personality, which is of no concern to me. Moreover, he is a good-natured boy, also a more dependable human being (better than Hans!).

In short, if you can arrange something with Egon Pollak, please do so. You will most certainly be pleased with him, of that I have no doubt.

On another occasion I shall tell you of my debate with Furtwängler at the Bambergers. For now, {8} I merely repeat the question once more: have you really not received any of the volumes of my edition of the Beethoven sonatas? Since Tonwille 5 is expected any day, I would like to use this occasion to send you the four volumes with it. One line will suffice. For I recall that UE reported to me that it had sent something to you.

And now: to the "Appassionata" [and] issue No. 7!

How is little Karl? Did the children receive our New Year's card?

Five lessons a day: that is something I am no longer able to do now, but I do not envy you on that account. And yet I am pleased to hear that things are going tolerably well for you. It appals me to think of your endless drudgery, just to earn enough to eat.


To you, Vally, and the children, the very best greetings from Lie-Lie and me.
Your
[signed:] H

February 14, 1924
[envelope:]
{recto}

Prof. M. Violin,
Hamburg,
Woldenweg 3,
Germany

[postmark:] [postmark illegible] {verso}

Dr. H. Schenker,
Vienna III,
Keilgasse 8
[postmark:] || HAMBURG | 15.2.24.6-7V | * 20* ||

© Translation William Drabkin, 2011



Fl! 1

Hier bin ich. Höre, was sich inzwischen begeben hat:

Als Hertzka das Ansinnen stellte, das Doppelheft des TW. 5–6 in zwei einzelne zu zerlegen, so bin ich mit Rücksicht auf das gleichzeitig gemachte Anbot der „Vierteljahrschrift“ darauf eingegangen. Ich hatte, wie du sehr bald sehen wirst, eine ganze große Arbeit noch zu leisten, um – obendrein in raschester Zeit – zwei [word crossed out] Kopf-Aufsätze, zwei „Vermischte“ (mit vielen Aufsätzen) zu liefern: 3 Präludien von S. Bach, über die Gretchen-Handschrift, „zum Vortrag“ usw. . Endlich war auch das fertig. Aber lange ließ dann auch die Druckerei auf sich warten. Aus Hertzka’s Wort: „beide Hefte fast gleichzeitig, höchstens in Abstand von 14 Tagen“ wurde ein Monat, noch ein Monat. Ich begann unruhig zu werden. Nach den entsetzlichen Erfahrungen mit Heft 1–4, nach den ewigen Reibungen mit H. , der sich an jedem Heft irgendwie gegen den Vertrag oder die Abmachung ad hoc vergriff – aus Gründen, die mir bis heute noch dunkel sind –, mußte ich wieder Verrat erwarten u. ich dachte bei mir, H. habe sich, um größeren Kosten auszuweichen, {2} zunächst einmal das Doppelheft als solches vom Halse schaffen wollen u. habe nun vor, die beiden Hefte ins 1924 hinüberzuschleppen u. schon auf Rechnung der Vierteljahrschrift zu stellen. Der Gedanke daran machte mich tobsüchtig, die Versöhnung neu bestellter Arbeiten listig ins [sic] Szene gesetzt; ich konnte an Heft 7 einfach nicht mehr arbeiten, ich war gefaßt darauf, H. zu klagen wegen geistiger u. materieller Schädigung.

Du mußt es nämlich wissen: wenn ich heute H. die „V Sinf“ anbiete als Monographie, wie z. B. die IX, so nimmt er sie ohneweiteres, besonders wenn sie nur 3½ Bogen (u. nicht 24 Bogen wie jene) stark ist u. zahlt mir, wenn noch so wenig ein paar Mill. Kr. Oder : ich biete ihm die „ appass. “ als „Erläuterungsausgabe“ ab, auch diese nimmt er u. bezahlt sie wie die andere. Usw. Nun, stelle dir vor: mit dem „TW.“ spiele ich ihm ebenso diese Werke in die Hand, u. noch mehr, u. noch mehr, welcher Schaden alle für mich, wenn ich nicht nur nicht Geld gleich sehe, sondern durch das Verzögen der Herausgabe um den Ertrag mich geprallt sehe!

Den ganzen Monat Jänner opferte ich der Wut u. der Sorge, daß ich endlich doch den Richter werde anrufen müssen, – {3} wenn es mit dem „TW.“ zu Ende geht, dann arbeite ich doch lieber für den IV Band. 2 Kurz, ich hing in der Luft und harrte der Entscheidung. Endlich ist nach wiederholter Mahnung der Umbruch des 5. Heftes vorigen Donnerstag, Abds,(!) gekommen u. ich konnte mich überzeugen, daß dem Titelblatt gemäß H. das Heft ins J. 1923 zurückdatiert – so ist es wenigstens bis jetzt –, was naturgemäß Heft 6 ins 1923 zurückmitreißt; somit stehen vor mir 4 Hefte (7–10) für 1924, von denen das 7te eigentlich schon in der Druckerei sein müßte!

Nun [?reiht] sich, daß ich 5–6 Wochen, aus Angst eine überflüssige Arbeit zu tun, für das Heft nichts getan habe. [cued from lower margin] Eben solcher Art war der Schaden, den mir bei den Heften 1‒4 H. durch sein ewiges Harren zugefügt, ich konnte einfach nicht mehr arbeiten u. vieler Arbeit, nicht nur Zeit u. Geld![end cue] Binnen 1–2 Wochen muß das Heft in die Druckerei! Wenn schon H. Wort hält, darf ich es jetzt nicht an der Arbeit fehlen lassen; er könnte mit Recht sagen: „Sie selbst wollten immer mehr u. mehr, nun, da ich Ihnen das Anbot mache, stecken Sie.“ Der Vorsprung muß ich behalten, den ich bis jetzt in der Druckerei hatte! Das liegt in meinem eigensten Interesse.

Was das heißt, mußt du dir vergegenwärtigen. Ist doch „TW“ eine Solo-Arbeit, u. nicht, wie eine andere Schrift, eine Sammlung {4} von Arbeiten verschiedener Autoren.

In diesem Zustand ist nun dein Brief gekommen. Du bietest mir einen Ersatz für 1 Schüler des Jahres auf einmal, 3 u. danach, nach rechtlicher Überlegung, muß ich sagen: jetzt heißt es, nicht nach dem Gelde gerufen, sondern das Werk wehren u. den Herausgeber zum Respekt zu zwingen! Ich kann mich jetzt gar nicht mit der Form des Vortrags 4 befassen, so sitzt mir Heft 7 auf dem Nacken (Heft 6 ist ja ebenfalls schon „umbrochen“!) – es gibt kein Zurück. Misverstehe mich nicht. Ich würde mich nicht schämen, um der Arbeit willen, von Jedermann Essen u. Kleidung für mich u. Ll geschenkweise anzunehmen, u. auch ein Geldgeschenk, gewidmet zum Gedeihen der Arbeit, würde ich nicht ausschlagen, – das Alles ist sehr wohl vereinbar mit meiner Würde, mit meinem Stolz, aber nur jetzt muß ich Geld u. Arbeit auf die Wa[a]ge legen u. mir sagen: wichtiger u. entscheidender ist Heft 7 als die vielen Mill. Kr., die ich heimbringen könnte.

Ich bin mir bewußt, dir bei H. Themming damit eine Schwierigkeit zu bereiten: Zuerst giengst du ihn wegen des „TW“ an, jetzt wegen eines „Vortrags“, u. daraus kann nichts werden – ja, das sind eben die Juckungen die mir H. verursacht hat u. folgen haben. Hätte H. {5} vertragsgemäß gedruckt, ich wäre schon bei Heft 12 gewesen u. hätte meine Arbeit ruhig fortgesetzt. So aber mußte ich zwei-, dreifache Arbeit an jedem Heft leisten, ich war keines Aufsatzes, keiner Stelle sicher, u. wußte schon nicht mehr, wo aus, wo ein. Sehr groß ist der Schaden, daß er den „TW“ nicht unter „U.E.“ herausgibt, er verspricht es immer wieder u. doch hält ihn etwas zurück.

Was wirst du H. Themming sagen? Ich meine, du dankst ihm in meinem Namen herzlich u. aufrichtig für die schöne Absicht, u. du erzählst die Wahrheit, daß ich um des Werkes willen, wie nun die Sachen gekommen sind, nicht ausweisen kann. Er mag daraus selbst entnehmen, welche Erschütterungen u. Schäden mich H immer ausgesetzt hat. Wenn ich jetzt um das Geld komme, so doch nur wegen dessen, was H. seit Okt. veranlaßte!

Du verzeihst mir wohl, wenn ich dir diese Unannehmlichkeit bereite, statt dir zum Dank eine Freude mit einem stolzen: veni, vidi, vici zu bereiten.

Ich hätte dir noch so manches zu berichten, über einen Abend bei Bamberger’s, über einen {6} deutschen Musiker, der mich hier besuchte u. unter Tränen für das von mir Empfangenen dankt usw., 5 aber eines muß ich hierhersagen:

Bamberger bewarb sich einmal durch Frau Hauser bei Furtwängler um eine Empfehlung für eine Korrepetitorstelle an einem Theater: er erwiderte, er möchte ihn zuvor hören, damit usw. Als er mir das hinterbrachte, meinte ich, ich würde an seiner Stelle nicht vorspielen, denn es gehe um eine Kleinigkeit, doch nicht um einen Kapellmeisterposten oder dgl., da wäre wohl etwas weniger Gespreiztheit am Platz u. mehr Liberalität. Schließlich ist es Sache des Empfohlenen, sich zu beweisen, u[.] dazu verhilft eine Empfehlung an sich gewiß noch nicht. Ohne Schaden hätte es Furtw. machen können. Nun steht Bbg. davon ab. Breisach hat ihm Mannheim zugesagt, aber die Karte, die ich sah, ist ganz unverläßlich u. – unappetitlich. Ich warnte Bbg, sich darauf zu verlassen. So verfiel er auf Hamburg , von mir u. Frau H. in den Gedanken unterstützt, daß du ihn sicher beistehen wirst. Er eignet sich {7} zum Dirigenten sehr wohl, gewiß besser als zu einem Korrepetitor. Klavier hatte er immer vernachlässigt u. erst spät damit begonnen. Er will es jetzt nachholen. Käme er nach Hamburg , er würde – darüber ist mir kein Zweifel – sofort den Klavierunterricht bei dir aufnehmen, so sehr will er solchen noch haben, aufrichtig haben. Er hat ein sehr gutes Ohr, eine gute musikalische Fühligkeit, begreift sehr rasch auch das feinste, nur ist er vielleicht nicht stark genug, um einem Ideal zu leben. Doch das ist seine Sache, Sache seines Charakters, seiner Persönlichkeit, die mich nichts angeht. Im übrigen ein gutmütiger, vielleicht auch menschlich verläßlicher Junge (besser als Hans !)

Kurz und gut, wenn du bei Eg. Pollak etwas ausrichten kannst, so tue es. Du wirst dich mit ihm gewiss sehr freuen, kein Zweifel.

Ein andermal erzähle ich dir von meiner Debatte mit Furtw. bei Bamberger’s, jetzt {8} wiederhole ich nur noch die Frage: Hast du von meinen B-Sonaten wirklich noch keinen Band erhalten? Da jetzt TW. 5 täglich zu erwarten ist, so möchte ich bei dieser Gelgenheit die Sonaten Bd I – IV dir beilegen lassen. Eine Zeile nur. Denn mir kommt vor, daß mir seinerzeit die „U. E.“ von irgend einer Sendung an dich berichtete!

So, jetzt heißt es: zur appass . Heft 7.

Wie geht es Karli? Haben die Kinder unsere Neujahrskarte erhalten?

5 Stunden täglich könnte ich heute nicht mehr, aber ich beneide dich nicht darum. Und doch höre ich gerne, daß es Euch leidlich geht. Entsetzlich dieses ewige Rackern um das Essen!


Dir, Frau Valy, den Kinderchen von mir u. Ll. allerbeste Grüße
Dein
[signed:] H

14. II. 1924
[envelope:]
{recto}

Prof. M. Violin
Hamburg
Woldenweg 3
Deutschland

[postmark:] [postmark illegible] {verso}

Dr H. Schenker
Wien III
Keilgasse 8
[postmark:] || HAMBURG | 15.2.24.6-7V | * 20* ||

© Transcription William Drabkin, 2011

Here I am! Listen to what has happened since you last wrote.

When Hertzka made his request for the double-issue of Der Tonwille (Nos. 5–6) to be published as two single issues, I reminded him of the offer of a "quarterly publication" that he had made at the same time. I had, as you will very soon see, quite a large amount of work to accomplish if I were to deliver – and in a very short space of time – two leading articles, two sets of "Miscellanea" (each with many sections), and studies of three J. S. Bach preludes, the autograph score of Gretchen am Spinnrade, and "Performance." Finally, even that was finished. But then the printers waited for a long time. Hertzka said that "the two issues would be published virtually at the same time, with a gap of at most two weeks. But that grew to a month, and then another month. I began to become impatient. After the dreadful experiences with issues 1–4, after the constant friction with Hertzka, who somehow acted ad hoc in opposition to the contract or the agreement – for reasons that to this very day remain a mystery – I expected yet more betrayal and thought to myself that Hertzka, in order to avoid yet greater costs, {2} and with the matter of the double issue out of the way, now plans to drag the two issues into the year 1924 and to reckon these among the quarterly publications. Thinking about this put me into a frenzy – to be placated with newly comissioned works, cunningly thrown into the bargain – I simply could no longer work on issue No. 7 and was determined to take legal action against Hertzka for intellectual and material damage.

You must understand: if I offer Hertzka my study of the Fifth Symphony as a monograph, as for example I did with the Ninth, he will take it without further ado, especially since it comprises only 3½ gatherings (and not 24 gatherings, like the earlier monograph) and will be worth, at the most, only a few million Kronen to me. Alternatively I can offer him the "Appassionata" as an Erläuterungsausgabe, and he will take this too and pay me a similar amount. And so forth. Now, imagine this: in Der Tonwille I am offering him these very works up front, and yet more and more: how injurious all this is for me, if not only do I fail to get paid immediately but if also I am damaged financially on account of the delay in publication!

The entire month of January was sacrificed to anger, and to the concern that I might finally have to call in a legal arbitrator; {3} if things are finished with Der Tonwille , then I would indeed rather work on the fourth volume. 2 In short, I was hanging in the wind and awaited a decision. Finally, after repeated threads, the page proofs of issue No. 5 arrived last Thursday (in the evening!), and I could convince myself, from the title-page, that Hertzka had backdated the issue to the year 1923 – that is, at least, how things stand now – which would naturally put back issue No. 6 to the year 1923 as well. As a result I have four issues (Nos. 7–10) for 1924, of which No. 7 ought in fact already to have been with the printers!

As a result, I have done nothing about this issue in the past five or six weeks, for fear of having to do unnecessary work. [cued from lower margin] This was precisely the sort of damage that Hertzka inflicted on me in issues 1–4 by his endless delaying; I simply could no longer work and I lost work, not just time and money![end cue] Within the next week or two, it has to be with the printers! If Hertzka is sticking to his word, I must not be negligent about my work. He could rightly say: "You yourself always wanted more and more; now, when I have made you the offer, you come to a stop." I must keep my advantage, which I have held with the printers until now! It is in my own interest to do so.

What this means is something that you have to imagine yourself. After all, Der Tonwille is a solo work and not, like other writings, a collection of work {4} by various authors.

It is in these circumstances that your letter arrived. You are offering me a replacement for one pupil per year at a single stroke, 3 and upon proper reflection I must reply: it is not a question of asking for money, but protecting my work and demanding respect from my publisher! I cannot in any way get to grips with my "Form of Performance" 4 with issue No. 7 hanging around my neck. (Issue No. 6 is, likewise, at page-proof stage!) There is no going back. Do not misunderstand me. I would not be ashamed of receiving from anyone food and clothing for myself and Lie-Lie in the form of a gift, for the sake of my work; and a gift of money, offered so that my work might thrive, is something I would not rule out: all this is entirely consistent with my dignity, with my pride. But right now I must set money and work on the scales, and say to myself: more important and more crucial is issue No. 7 than the many millions of Kronen that I might take home.

I am well aware that I have put you in a difficult spot with respect to Mr Temming. At first you approach him on account of Der Tonwille , and now on a "lecture," and nothing can come of this. Well, these are the very irritations that Hertzka has caused, and which continue to haunt me. Had Hertzka {5} published my work in accordance with my contract, I would have already been at issue No. 12 and would have been able to continued to work peacefully. Instead, however, I had to do twice, three times the work for each issue; I was sure of no essay, no passage, and I no longer knew which way I should go. The damage he has done by not publishing Der Tonwille under the imprint of UE is very great; he keeps promising to do this, and yet something holds him back.

What will you tell Mr Temming? I would like you to thank him on my behalf most cordially and sincerely, his kind intentions, and explain to him the truth: that as matters have turned out I cannot acquiesce, on account of my work. He may deduce from this the strife and damages to which Hertzka has exposed me. If I am only now am to see my payment, it is only on account of that which Hertzka had arranged since last October!

You will, I hope, excuse me for bringing up this troublesome matter, instead of offering you in thanks a joyous veni, vidi, vici.

I would have had so many other things to report to you, about an evening at Bamberger's; about a {6} German musician who visited me here and has thanked me for what I gave him with tears in his eyes, 5 and so on. One thing, however, I must tell you:

Bamberger once asked Furtwängler, through Mrs. Hauser, for a letter of recommendation for a position as rehearsal accompanist in a theater: Furtwängler replied that he would like to hear him first, so that … etc. When he (Bamberger) gave me the news, I thought that, were I in his position, I would not play to Furtwängler, since it was a relatively small matter, and certainly not something like the post of conductor, and that a little less formality and a more liberal attitude would be appropriate. Ultimately it is a matter for the recipient of the recommendation to prove himself, and as such a letter of recommendation is in itself not sufficient: Furtwängler could have written this without doing any harm. Now Bamberger has decided not to apply. Breisach has agreed to write on his behalf with respect to a post in Mannheim, but the postcard that I saw is entirely unreliable and – unsavory; I warned Bamberger not to rely upon it. So he hit upon Hamburg, with the support of Mrs. Hauser and me, on the understanding that you would surely stand by him. He is {7} very well suited to being a conductor, much better than to being an accompanist. He has always neglected the piano and began to study it only at a late stage. Now he would like to catch up. Were he to come to Hamburg, he would – of this I am quite certain – take up piano tuition with you, so keen is he to have this, and to take it seriously. He has a very good ear, a good feeling for music, he understands things very quickly, even the most subtle things. He is just not strong enough to live for sake of an ideal. But that is his problem, a problem of his character, his personality, which is of no concern to me. Moreover, he is a good-natured boy, also a more dependable human being (better than Hans!).

In short, if you can arrange something with Egon Pollak, please do so. You will most certainly be pleased with him, of that I have no doubt.

On another occasion I shall tell you of my debate with Furtwängler at the Bambergers. For now, {8} I merely repeat the question once more: have you really not received any of the volumes of my edition of the Beethoven sonatas? Since Tonwille 5 is expected any day, I would like to use this occasion to send you the four volumes with it. One line will suffice. For I recall that UE reported to me that it had sent something to you.

And now: to the "Appassionata" [and] issue No. 7!

How is little Karl? Did the children receive our New Year's card?

Five lessons a day: that is something I am no longer able to do now, but I do not envy you on that account. And yet I am pleased to hear that things are going tolerably well for you. It appals me to think of your endless drudgery, just to earn enough to eat.


To you, Vally, and the children, the very best greetings from Lie-Lie and me.
Your
[signed:] H

February 14, 1924
[envelope:]
{recto}

Prof. M. Violin,
Hamburg,
Woldenweg 3,
Germany

[postmark:] [postmark illegible] {verso}

Dr. H. Schenker,
Vienna III,
Keilgasse 8
[postmark:] || HAMBURG | 15.2.24.6-7V | * 20* ||

© Translation William Drabkin, 2011

Footnotes

1 Sending of this letter is recorded in Schenker's diary at OJ 3/6, p. 2635, February 13, 1924: "Nach der Jause Brief an Violin: schildere den Verlust an Arbeit aus Anlaß der Verzögerung des 5. u. 6. Heftes; erkläre das Umständliche u. ersuche ihn, Herrn Themming herzlich u. aufrichtig zu danken. Ich bitte ihn selbst um Entschuldigung für den schweren Gang, den er zu machen hat. Schließlich lege ich ein Wort für Bamberger ein." ("After teatime letter to Violin: depict the loss of work occasioned by the delay to the fifth and sixth issues; explain the inconvenience and ask him to thank Mr. Themming heartily and sincerely. I ask him to excuse the awkward action he will have to undertake. Finally I put in a word for Bamberger."). — A draft announcement about forthcoming concerts by a trio of young musicians, in Schenker's hand on a slip of paper, is filed with the envelope, but is not referred to in the letter so has not been included here.

2 At this stage in his work, Schenker was reckoning Kontrapunkt as two volumes; this made "Freier Satz" (Der freie Satz) volume 4.

3 This offer came as a result of Max Temming's generosity; for details of how this was initially conceived, see Violin's previous letter (OJ 14/45, [30]) of February 5, 1924.

4 "Form des Vortrags": although these words are not set in quotations marks, they refer to a substantial study of performance, which Schenker had long intended to write.

5 Probably Paul von Klenau, who sought Schenker's advice on performing part of the Missa solemnis at a Beethoven concert on May 7, 1924.

Commentary

Format
8p letter, oblong format, holograph message and signature + envelope recto-verso
Rights Holder
Heirs of Heinrich Schenker, deemed to be in the public domain
License
All reasonable steps have been taken to locate the heirs of Heinrich Schenker. Any claim to intellectual rights on this document should be addressed to the Schenker Documents Online, at schenkercorrespondence [at] mus (dot) cam (dot) ac (dot) uk

Digital version created: 2011-09-23
Last updated: 2011-09-23