Lieber u. verehrter Herr Professor Halm! 1

Mit bestem Dank sende ich die beiden Hefte „Rp. u. Jgd“ zurück. 2 Ich kenne u. besitze derlei Stücke schon seit langem; sie erreichen immer das Gegenteil davon, was der Verfasser unter die Menschen bringen will. Und alle sind sie heute überholt u. entlüftet 3 durch den Vorstoß Dr Wirth’s 4 u. der Reichsregierung, die durch ihre Veröffentlichungen vor der ganzen Welt erweisen, daß die Schuld durchaus nicht D. allein trifft, die von russischen u. franz. „Fälschungen“ ohne Schau sprechen. Wenn schon die Jugend in Thürg. politisiert werden muß, so wäre, unter dem Motto: Wahrheit ist nicht Haß, gerade von den Dingen zuerst zu sprechen nötig gewesen, die der Verfasser ad calendas graecas vertagt, 5 u. nicht vom Zusammenbruch u. Dolchstoß, der in zehnter Reihe steht. In einer würdigeren Form hätte das Ministerium die Lage Deutschlands zwischen Franzosen, Eng., u. Slaven zum Bewußtsein bringen sollen, die Beschaffenheit dieser Völker, die das deutsche aus tiefsten Herzen hassen, die Notwendigkeit, den Taten des Hasses Widerstand zu leisten. Aber der deutsche Demokrat denkt zuerst an sich, seine Stellung, u. verteidigt sie gegen „Umschichtung,“ obwohl er selbst nur durch eine Fracht-Umschichtung emporgekommen ist; daher obige Hefte . . .

{2} Ich spreche so offen zu Ihnen, weil ich Sie als Aristokraten empfinde, mögen Sie auch selbst sich für einen Demokraten halten. Ein Demokrat ist etwas völlig anderes als Sie. Hier einige Kennzeichen.

Vor Allem ist er bestechlich. Die Führergauner wissen ganz genau, was sie tun, wenn sie vor Allem die Löhne erhöhen u. Geld unter die Massen bringen, die käufliche Seele ist gleich mit Geld gewonnen! Selbst ein geistig vorgeschrittener Philharmoniker, auch von Haus aus vermögend, war von der Partei begeistert, als sie die Löhne in der Oper hinaufsetzte, u. es gieng ihm nicht ein, daß das hinaufremunerierte Geld weniger wert wird („Inflation“.) Wenn das Geld die Menschenwürde ausmacht, warum verargt der Dem. dem Fabrikanten, Kapitalisten ihr Geld? Und wie mißbraucht der Führer die unschuldige Seele des „Volkes,“ wenn er die Gelderhöhung als gebührende Lohn anbietet: muß da nicht sein Opfer glauben, seine Arbeit sei allein die schöpferische? Wo ohnehin der Mensch, je kleiner derer ist, von dem Wenigen, das er leistet, bis an den Rand voll ist, sich u. die Arbeit überschätzt, tritt noch von außen eine Partei, die dem Größenwahn ins Tollster fördert! Was Wunder, daß der Dem. sich für den Alleskönner hält, der nur durch tausend „Wenn“ sich verhindert fühlt: es ist der ewig verhinderte große Staatsmann, Dichter, Entdecker, Ingenieur usw. u. verlangt nach immer unser Geld, um zunächst einmal die angeblichen Hindernisse aus dem Wege zu räumen. Und hier beginnt der Wucher, der Betrug. {3} Der Dem. haßt so seinen wahren Lebensinhalt, u. läßt sich zum Voraus für einen bezahlen, den er nur träumt. Er fühlt sich, durch Geld verführt, zu höherem Berufen u. will die andere Arbeit nicht mehr leisten, u. so zerfällt er mit sich selbst. Das Weib will nicht Kinder, denn sie möchte, – was? komponieren? dichten? entdecken? – sie weiß selbst nicht was, nur keine Kinder; sie träumt von Menschenwürde . . der Arbeiter will nicht arbeiten, was will er aber? – entdecken, dichten? nein, das kann er ja nicht, er will gut bezahlte Menschenwürde ohne Arbeit.

Der Dem. hält „Umschichtung“ für Auslese; Menschenantlitz schon für Würde. Er schämt sich seiner niedrigen Arbeit, begehrt aber Lohn immer für eine höchste. Bei uns erscheint eine Hausgehilfin, u. verlangt den höchsten Lohn: wir gewähren diesen u. zuletzt fragt die VoltaireMarx‒Würdenträgerin: „muß ich auch kochen?“ Eine andere Hausgehilfin schämt sich Brot„aufschnitt“ zu essen, sie fürchtet ihre reine Würde etwas damit zu vergeben. Eine dritte will keine Kartoffeln essen, bei uns nicht, wo meine Frau so wunderbar die Mahlzeiten bereitet, diesselbe Frau, die wie ich Kartoffel ißt u. noch überdies vollkommen gerüstet mir auch geistig zur Seite steht. Eine vierte (aus Leipzig ) behauptet, Wilhelm II wäre ein Landstreicher geworden, wenn er nicht zufällig Kaiser gewesen wäre. Arme Opfer vor gewissenlosen Schurken, Opfer, denen Arbeit wie Essen schon ganz vereckelt wurden.

{4} Ein Demokr. ist der gerissene amerikanische Banquieur, der als „ Philantrop “ reist, der franz. Spitzbube, der den Rhein stehlen geht (u. die Rheinländer so herabsetzt wie H. [?Darine] z.B.), der englische „Liberale“, 6 den Lujo Brentano (ein radikaler Sozialist!) beschuldigt, die Mäntelchen von Lügen[,] Heuchelei um den Raubzug geschlagen zu haben. Ein Demok. ist mein Verleger, trieft mir so von dem international. kosmop. Fett, aber multipliziert in meiner u. meiner Frau Gegenwart mit 4 nachdem er, vor einer Sekunde, die 5 als den Schlüssel angegeben hat, fälscht den Absatz (erwiesen, [illeg]), usw., usw.

Wie ein Roß nach dem Huftritt an den Peiniger dennoch ein Roß bleibt, genau so bleibt die Masse Masse auch nach einem Revolutionshuftritt. Der deutsche Dem. will die Masse „entmassen“? Es entesle sich der Esel, entochse sich der Ochse zuvor, dann vielleicht.

All diese Lüge, dieser Betrug kam uns aus dem Westen. Ein märchendichtender Knabe Goethe , ein komponierender Bach , Mozart, Mendelssohn, Beeth, im Westen? Nie gab es dort ein Wunder, nie wird es Wunder geben.

Sie müssten aus Stein sein, wenn Sie nach der Lektüre des 3. Heftes Tonwille, das einen Haydn bringt, 7 nicht wie ich bis ins Innerste erschauern; fragen Sie sich dann ob so etwas im Westen möglich war, ist oder sein wird?

Aber während kein Franzose, Engl., Amerik. den deutschen für etwas mehr als eben einen deutschen nimmt, glaubt der deutsche in jeden Franzosen H. Voltaire zu sprechen, in jedem Droguisten, Tanzlehrer, Jour- {5} nalisten, in jedem Eng. H. Shakspeare selbst, in jedem Amerik. H. Washington, u.s.f. daher diese (J. Paul) Hausknechtsnatur. Und dieses große, herrliche Volk begeht den Widerspruch, für jedes Individuum das „Fürsich“ ( Goethe ) anzustreben, ein solches „Fürsich“ im Sinne eines Eigenseparaten, würdig in sich ruhenden Nation aber abzulehnen: der Einzelene soll individuell sein; die Gesammtheit aber – keine Individualität!! Dann die Auslandsfutterei ist nichts anderes als eine Minderung des „Fürsich“, eine Zerstörung der Individualität. Goethe, Schiller, die z.B. Racine, Voltaire abzulehnen wissen, mögen auch bei deutschem „Fürsich“ Früchte pflücken, wo sie wollen, aber das ganze Volk macht, das es nicht schöpferisch ist, den Kosmopolitismus zu Unrecht mit, auch mit Unverstand. [cued from lower margin:] Wozu [illeg] auf einen [?Knochen] haben sich da kürzlich 3 oder 4 [illeg], u. Übersetzter auf Barbusse gestützt, von dem ich nicht einen Satz noch wirklich geistvoll gefunden hatte. Er spielt [?den][illeg]“ u. lockt die deutschen Gelder heraus. Clarté macht es ebenso. Wir bezahlen die Kanonen, mit denen Frankreich den Krieg führt.[end cue]

Der deutsche Dem. sehnte sich nach Armut, nun hat er sie, u. mag begreifen, daß dem Einzelnen es geziemt, Reichtümer abzulehnen, aber nicht einer Gesammtheit von 60 Mill., denn dann geht Alles zu Grunde. Unser armer Dr Oppel (Kiel) muß bei zahllosen Stunden noch nur Kino spielen!! Und so tausend Beispiele. Niemals aber wird es einem [„]Umschichtler“ gelingen, auch nur soweit es zu bringen, wie[?] Dr Oppel es gebracht hat.

Daher lobe ich nur die Faszisten! 8 Weg mit der „Klasse“ aus dem Fleisch der Nation, – gedacht, {6} getan, u. schon sind die Gaunerführer feig entflohen (sie sind ja uns nach Österr. gekommen) u. schon haben sich die Kommunistenverbände aufgelöst, u. schon sind die Arbeiter begeisterte Fascisten geworden! Das Volk jauchzt voll Stolz auf, – in der That Mussolinis Werk: [„]Ich bin Diener Euerer Majestät“, „Ich werde selbst ein Beispiel geben.“ sind wahrer Kaviar für das Volk, u. mehr als alles Demokratentreiben, das um Geduld fleht: “Warten Sie, wir sind in den Anfängen erst, in [ein] paar Generationen wird es besser werden.“

Sagte Marx: [„]die Religion ist Opium für die Völker,“ sage ich: Demokr. ist Opium.

Deutschl. braucht Faszisten, die die Lüge der „Klasse“ vertilgen, jener Fertig-Fresser, denen man Arbeit u. Gelegenheit verschafft, u. die zum Lohn für dieses Schlaraffenleben Alles niedertrampeln. Der gottverlassenste Habsburger hat mehr Kulturwert als die ganze „Lohnerhöhungsmaschinerie“, wie der Führer der öst. Sozdem. selbst die Partei benannte. Durch Geld geht es nicht. Das ital. Volk lebt schöne Tage der Erhebung! Und im deutschen Volk geht noch immer der Dolchstoß um! Seelenmord um Seelenmord! Was habe ich für Dokumente für den Dolchstoß seit 1915 (!), geschweige 1917–1918!

[in left margin, written sideways:] Nun Alles endgiltig an die Pflicht des Tages in so trüben Tagen! Helfen Sie der deutschen Jugend aus den Fängen des Westens, der „Klasse“


Vielen Dank u. beste Grüße
Ihres
[signed:] H Schenker [end left margin]

© Transcription Ian Bent and Lee Rothfarb, 2006



Dear and revered Professor Halm, 1

With many thanks I am sending back the two booklets Republic and Youth. 2 I have long since known and possessed such pieces. They always achieve the opposite of what the author wants to get across to people. All are outmoded and deflated 3 today by the initiative of Dr. Wirth 4 and of the imperial government, who prove before the whole world by means of their publications that the fault does not apply to Germany alone, who speak without fanfare of Russian and French "falsifications." If even the young in Thuringia has to be politicized, then under the motto "truth is not hate" it would have been necessary first to speak precisely of those things that the author defers to the Greek Kalends, 5 and not of the collapse and stab of the dagger, which is at the tail end. The Ministry should have brought Germany's situation among the French, English, and Slavs to awareness in a more dignified form, the nature of those nations that hate what is German deep in their hearts, the necessity to put up resistance to the acts of hate. But the German democrat thinks first of himself, of his position, and defends it against "social reordering," although he himself has risen to prominence only through a social reordering that came about because of post-war chaos and opportunism. Therefore the aforementioned booklets.

{2} I speak to you so openly because I perceive you as an aristocrat, though you may consider yourself a democrat. A democrat is something completely different than you. Here, some characteristics.

He is above all bribable. The leading crooks know absolutely precisely what they are doing when, above all, they raise wages and get money to the masses. The purchasable soul is acquired instantly with money! Even an intellectually advanced Philharmonic musician, well-to-do by background, was enthusiastic about the party when it raised salaries at the Opera House, and it didn't dawn on him that the money of increased remuneration will be worth less ("inflation"). If money is the substance of human dignity, why does the democrat hold it against the manufacturer, the capitalist? And how the leader abuses the innocent soul of the "folk" when he offers the increased money as due wages. Must not his victim believe his work alone is productive? Where a person, the smaller he is, is full to the brim with that little bit that he accomplishes, overestimates himself and his labor, a party from the outside enters which escalates the delusion of grandeur to the worst madness! What wonder that the democrat considers himself someone capable of everything, who feels inhibited only by a thousand "if's." It is the eternally obstructed great statesman, poet, discoverer, engineer, etc. and always demands our money in order to clear the ostensible hindrances out of the way. And the profiteering, the deception begins there. {3} The democrat hates his true life's purpose so much and allows himself to be paid in advance for a purpose of which he merely dreams. Seduced by money, he feels summoned to a higher calling and no longer wants to do the other labor, and so he falls apart. The wife wants no children because she would like ‒ what? to compose? write poetry? make discoveries? She doesn't know herself what she wants to do, just no children. She dreams of human dignity. The worker doesn't want to work. What does he want, though? To make discoveries, to write poetry? No, he certainly can't do that. He wants well-paid human dignity without work.

The democrat takes "regrouping" to be selection, human countenance simply to be dignity. He is ashamed of his lowly labor, but always desires a salary that is the highest possible. A housemaid shows up at our home and demands the highest wage. We grant it and in the end the VoltaireMarx bearer of dignity asks: "Do I also have to cook?" Another maid is ashamed to eat "cold cuts" with bread. She is afraid of giving up something of her pristine dignity. A third will eat no potatoes, not in our home, though my wife prepares such wonderful meals, the same wife who, like me, eats potatoes and moreover also stands fully equipped at my side intellectually. A fourth (from Leipzig) claims that Wilhelm II would have become a hobo if he were not coincidentally emperor. Poor victims at the hands of unscrupulous scoundrels, victims whose work as well as meals have been made completely revolting.

{4} A democrat is the crafty American banker who travels as a "philanthropist," the French rascal who goes out to steal the Rhine (and so demean the Rhinelanders, e.g. like H. [?Darine]), the English "liberal," 6 whom Lujo Brentano (a radical socialist!) blames for having wrapped the robbery in a tissue of lies [and] hypocrisy. My publisher is a democrat, he oozes internationalist, cosmopolitan grease so much to my face, but in mine and my wife's presence [he] multiplies by four after he has given five as the factor a moment before, [thus] falsifies the sales (proven, [illeg]), etc., etc.

Just as a steed nevertheless remains a steed after kicking its tormentor, so too the masses remain the masses even after the kick of a revolution. The German democrat wants to "de-mass" the masses? If the donkey can de-donkey and the ox de-ox itself, then perhaps.

All of these lies, this deception, came to us from the west. A fairytale-telling boy Goethe, a composer Bach , Mozart, Mendelssohn, Beethoven, in the west? A miracle never occurred there, never will there be miracles.

You would have to be made of stone if, like me, you don't shiver to the core after reading the third issue of Der Tonwille , which presents a [work by] Haydn. 7 Do you ask yourself whether something like that was possible in the west, is or will be?

But while no Frenchman, Englishman [or] American takes a German for anything more than just a German, the German believes he's talking to Voltaire in every Frenchman, every pharmacist, dance instructor, journalist, {5} with Mr. Shakespeare himself in every Englishman, with Mr. Washington in every American, and so forth. Hence this (Jean-Paul) house-servant mentality. And this great, magnificent people commits the contradiction of striving toward a "For-himself" (Goethe) for every individual, but rejecting such a "For-himself" in the sense of a self-separated, enobled nation at peace with itself. The individual person should be individualized, but the totality ‒ not an individuality!! Then the foreign fodder is nothing other than a diminishment of "For-himself," a destruction of individuality. Goethe, Schiller, who knew to reject for example Racine, Voltaire, may also harvest fruit where they will with the German "for himself," but the entire people wrongly goes along with the cosmopolitanism because it is not creative, also in ignorance. [cued from lower margin:] To which three or four [illeg] and translators recently with one accord based themselves on Barbusse, from whom I had not found a single intellectually stimulating sentence. He plays the role of an "[illeg]" and lures German money. Clarté does it the same way. We pay for the canons with which France makes war.[end cue]

The German democrat longed for poverty. Now, he has it and may grasp that it befits the individual to refuse riches, but not a totality of 60 million. For them everything then goes down the drain. Our poor Dr. Oppel (Kiel), with countless private lessons, must yet play for movies!! And a thousand such examples. But a "regrouper" will never succeed in getting even as far as Dr. Oppel.

Consequently, I praise the fascists exclusively! 8 Get rid of "class" from the flesh of the nation ‒ no sooner thought than {6} done. And the swindling [Italian] leaders have already fled like cowards (they have come to us in Austria, of course), and the communist federations have already disbanded, and already the workers have become enthusiastic fascists! The people rejoice full of pride, which is indeed Mussolini's doing. "I am your majesty's obedient servant," "I myself will set an example." ‒ [such declarations] are music to the ears of the people, and more than all the democrat bustle that appeals for patience. "Wait, we are just at the beginning, in a few generations it will get better."

Marx said: "Religion is the opium of the people." I say democracy is opium.

Germany needs facists who will destroy the lie of "class," of those on-the-spot gluttons for whom we provide work and opportunity, and who as salary for this cushy life trample everything. The most god-forsaken Habsburger has more cultural value than the entire wage-raising machinery, as the leader himself of the Austrian social democrats called the party. It won't work by means of money. The Italian people are living lovely days of elation! And with the German people the knife in the back still goes on. Murdering soul after soul! The documents I have for the knife in the back since 1915 (!), not to mention 1917-1918!

[in left margin, written sideways:] Everything now definitively toward the obligation of the day in such dismal days! Help the German youth to get out of the claws of the west, of "class."


With many thanks and best wishes
From your
[signed:] H. Schenker [end left margin]

© Translation Lee Rothfarb, 2006



Lieber u. verehrter Herr Professor Halm! 1

Mit bestem Dank sende ich die beiden Hefte „Rp. u. Jgd“ zurück. 2 Ich kenne u. besitze derlei Stücke schon seit langem; sie erreichen immer das Gegenteil davon, was der Verfasser unter die Menschen bringen will. Und alle sind sie heute überholt u. entlüftet 3 durch den Vorstoß Dr Wirth’s 4 u. der Reichsregierung, die durch ihre Veröffentlichungen vor der ganzen Welt erweisen, daß die Schuld durchaus nicht D. allein trifft, die von russischen u. franz. „Fälschungen“ ohne Schau sprechen. Wenn schon die Jugend in Thürg. politisiert werden muß, so wäre, unter dem Motto: Wahrheit ist nicht Haß, gerade von den Dingen zuerst zu sprechen nötig gewesen, die der Verfasser ad calendas graecas vertagt, 5 u. nicht vom Zusammenbruch u. Dolchstoß, der in zehnter Reihe steht. In einer würdigeren Form hätte das Ministerium die Lage Deutschlands zwischen Franzosen, Eng., u. Slaven zum Bewußtsein bringen sollen, die Beschaffenheit dieser Völker, die das deutsche aus tiefsten Herzen hassen, die Notwendigkeit, den Taten des Hasses Widerstand zu leisten. Aber der deutsche Demokrat denkt zuerst an sich, seine Stellung, u. verteidigt sie gegen „Umschichtung,“ obwohl er selbst nur durch eine Fracht-Umschichtung emporgekommen ist; daher obige Hefte . . .

{2} Ich spreche so offen zu Ihnen, weil ich Sie als Aristokraten empfinde, mögen Sie auch selbst sich für einen Demokraten halten. Ein Demokrat ist etwas völlig anderes als Sie. Hier einige Kennzeichen.

Vor Allem ist er bestechlich. Die Führergauner wissen ganz genau, was sie tun, wenn sie vor Allem die Löhne erhöhen u. Geld unter die Massen bringen, die käufliche Seele ist gleich mit Geld gewonnen! Selbst ein geistig vorgeschrittener Philharmoniker, auch von Haus aus vermögend, war von der Partei begeistert, als sie die Löhne in der Oper hinaufsetzte, u. es gieng ihm nicht ein, daß das hinaufremunerierte Geld weniger wert wird („Inflation“.) Wenn das Geld die Menschenwürde ausmacht, warum verargt der Dem. dem Fabrikanten, Kapitalisten ihr Geld? Und wie mißbraucht der Führer die unschuldige Seele des „Volkes,“ wenn er die Gelderhöhung als gebührende Lohn anbietet: muß da nicht sein Opfer glauben, seine Arbeit sei allein die schöpferische? Wo ohnehin der Mensch, je kleiner derer ist, von dem Wenigen, das er leistet, bis an den Rand voll ist, sich u. die Arbeit überschätzt, tritt noch von außen eine Partei, die dem Größenwahn ins Tollster fördert! Was Wunder, daß der Dem. sich für den Alleskönner hält, der nur durch tausend „Wenn“ sich verhindert fühlt: es ist der ewig verhinderte große Staatsmann, Dichter, Entdecker, Ingenieur usw. u. verlangt nach immer unser Geld, um zunächst einmal die angeblichen Hindernisse aus dem Wege zu räumen. Und hier beginnt der Wucher, der Betrug. {3} Der Dem. haßt so seinen wahren Lebensinhalt, u. läßt sich zum Voraus für einen bezahlen, den er nur träumt. Er fühlt sich, durch Geld verführt, zu höherem Berufen u. will die andere Arbeit nicht mehr leisten, u. so zerfällt er mit sich selbst. Das Weib will nicht Kinder, denn sie möchte, – was? komponieren? dichten? entdecken? – sie weiß selbst nicht was, nur keine Kinder; sie träumt von Menschenwürde . . der Arbeiter will nicht arbeiten, was will er aber? – entdecken, dichten? nein, das kann er ja nicht, er will gut bezahlte Menschenwürde ohne Arbeit.

Der Dem. hält „Umschichtung“ für Auslese; Menschenantlitz schon für Würde. Er schämt sich seiner niedrigen Arbeit, begehrt aber Lohn immer für eine höchste. Bei uns erscheint eine Hausgehilfin, u. verlangt den höchsten Lohn: wir gewähren diesen u. zuletzt fragt die VoltaireMarx‒Würdenträgerin: „muß ich auch kochen?“ Eine andere Hausgehilfin schämt sich Brot„aufschnitt“ zu essen, sie fürchtet ihre reine Würde etwas damit zu vergeben. Eine dritte will keine Kartoffeln essen, bei uns nicht, wo meine Frau so wunderbar die Mahlzeiten bereitet, diesselbe Frau, die wie ich Kartoffel ißt u. noch überdies vollkommen gerüstet mir auch geistig zur Seite steht. Eine vierte (aus Leipzig ) behauptet, Wilhelm II wäre ein Landstreicher geworden, wenn er nicht zufällig Kaiser gewesen wäre. Arme Opfer vor gewissenlosen Schurken, Opfer, denen Arbeit wie Essen schon ganz vereckelt wurden.

{4} Ein Demokr. ist der gerissene amerikanische Banquieur, der als „ Philantrop “ reist, der franz. Spitzbube, der den Rhein stehlen geht (u. die Rheinländer so herabsetzt wie H. [?Darine] z.B.), der englische „Liberale“, 6 den Lujo Brentano (ein radikaler Sozialist!) beschuldigt, die Mäntelchen von Lügen[,] Heuchelei um den Raubzug geschlagen zu haben. Ein Demok. ist mein Verleger, trieft mir so von dem international. kosmop. Fett, aber multipliziert in meiner u. meiner Frau Gegenwart mit 4 nachdem er, vor einer Sekunde, die 5 als den Schlüssel angegeben hat, fälscht den Absatz (erwiesen, [illeg]), usw., usw.

Wie ein Roß nach dem Huftritt an den Peiniger dennoch ein Roß bleibt, genau so bleibt die Masse Masse auch nach einem Revolutionshuftritt. Der deutsche Dem. will die Masse „entmassen“? Es entesle sich der Esel, entochse sich der Ochse zuvor, dann vielleicht.

All diese Lüge, dieser Betrug kam uns aus dem Westen. Ein märchendichtender Knabe Goethe , ein komponierender Bach , Mozart, Mendelssohn, Beeth, im Westen? Nie gab es dort ein Wunder, nie wird es Wunder geben.

Sie müssten aus Stein sein, wenn Sie nach der Lektüre des 3. Heftes Tonwille, das einen Haydn bringt, 7 nicht wie ich bis ins Innerste erschauern; fragen Sie sich dann ob so etwas im Westen möglich war, ist oder sein wird?

Aber während kein Franzose, Engl., Amerik. den deutschen für etwas mehr als eben einen deutschen nimmt, glaubt der deutsche in jeden Franzosen H. Voltaire zu sprechen, in jedem Droguisten, Tanzlehrer, Jour- {5} nalisten, in jedem Eng. H. Shakspeare selbst, in jedem Amerik. H. Washington, u.s.f. daher diese (J. Paul) Hausknechtsnatur. Und dieses große, herrliche Volk begeht den Widerspruch, für jedes Individuum das „Fürsich“ ( Goethe ) anzustreben, ein solches „Fürsich“ im Sinne eines Eigenseparaten, würdig in sich ruhenden Nation aber abzulehnen: der Einzelene soll individuell sein; die Gesammtheit aber – keine Individualität!! Dann die Auslandsfutterei ist nichts anderes als eine Minderung des „Fürsich“, eine Zerstörung der Individualität. Goethe, Schiller, die z.B. Racine, Voltaire abzulehnen wissen, mögen auch bei deutschem „Fürsich“ Früchte pflücken, wo sie wollen, aber das ganze Volk macht, das es nicht schöpferisch ist, den Kosmopolitismus zu Unrecht mit, auch mit Unverstand. [cued from lower margin:] Wozu [illeg] auf einen [?Knochen] haben sich da kürzlich 3 oder 4 [illeg], u. Übersetzter auf Barbusse gestützt, von dem ich nicht einen Satz noch wirklich geistvoll gefunden hatte. Er spielt [?den][illeg]“ u. lockt die deutschen Gelder heraus. Clarté macht es ebenso. Wir bezahlen die Kanonen, mit denen Frankreich den Krieg führt.[end cue]

Der deutsche Dem. sehnte sich nach Armut, nun hat er sie, u. mag begreifen, daß dem Einzelnen es geziemt, Reichtümer abzulehnen, aber nicht einer Gesammtheit von 60 Mill., denn dann geht Alles zu Grunde. Unser armer Dr Oppel (Kiel) muß bei zahllosen Stunden noch nur Kino spielen!! Und so tausend Beispiele. Niemals aber wird es einem [„]Umschichtler“ gelingen, auch nur soweit es zu bringen, wie[?] Dr Oppel es gebracht hat.

Daher lobe ich nur die Faszisten! 8 Weg mit der „Klasse“ aus dem Fleisch der Nation, – gedacht, {6} getan, u. schon sind die Gaunerführer feig entflohen (sie sind ja uns nach Österr. gekommen) u. schon haben sich die Kommunistenverbände aufgelöst, u. schon sind die Arbeiter begeisterte Fascisten geworden! Das Volk jauchzt voll Stolz auf, – in der That Mussolinis Werk: [„]Ich bin Diener Euerer Majestät“, „Ich werde selbst ein Beispiel geben.“ sind wahrer Kaviar für das Volk, u. mehr als alles Demokratentreiben, das um Geduld fleht: “Warten Sie, wir sind in den Anfängen erst, in [ein] paar Generationen wird es besser werden.“

Sagte Marx: [„]die Religion ist Opium für die Völker,“ sage ich: Demokr. ist Opium.

Deutschl. braucht Faszisten, die die Lüge der „Klasse“ vertilgen, jener Fertig-Fresser, denen man Arbeit u. Gelegenheit verschafft, u. die zum Lohn für dieses Schlaraffenleben Alles niedertrampeln. Der gottverlassenste Habsburger hat mehr Kulturwert als die ganze „Lohnerhöhungsmaschinerie“, wie der Führer der öst. Sozdem. selbst die Partei benannte. Durch Geld geht es nicht. Das ital. Volk lebt schöne Tage der Erhebung! Und im deutschen Volk geht noch immer der Dolchstoß um! Seelenmord um Seelenmord! Was habe ich für Dokumente für den Dolchstoß seit 1915 (!), geschweige 1917–1918!

[in left margin, written sideways:] Nun Alles endgiltig an die Pflicht des Tages in so trüben Tagen! Helfen Sie der deutschen Jugend aus den Fängen des Westens, der „Klasse“


Vielen Dank u. beste Grüße
Ihres
[signed:] H Schenker [end left margin]

© Transcription Ian Bent and Lee Rothfarb, 2006



Dear and revered Professor Halm, 1

With many thanks I am sending back the two booklets Republic and Youth. 2 I have long since known and possessed such pieces. They always achieve the opposite of what the author wants to get across to people. All are outmoded and deflated 3 today by the initiative of Dr. Wirth 4 and of the imperial government, who prove before the whole world by means of their publications that the fault does not apply to Germany alone, who speak without fanfare of Russian and French "falsifications." If even the young in Thuringia has to be politicized, then under the motto "truth is not hate" it would have been necessary first to speak precisely of those things that the author defers to the Greek Kalends, 5 and not of the collapse and stab of the dagger, which is at the tail end. The Ministry should have brought Germany's situation among the French, English, and Slavs to awareness in a more dignified form, the nature of those nations that hate what is German deep in their hearts, the necessity to put up resistance to the acts of hate. But the German democrat thinks first of himself, of his position, and defends it against "social reordering," although he himself has risen to prominence only through a social reordering that came about because of post-war chaos and opportunism. Therefore the aforementioned booklets.

{2} I speak to you so openly because I perceive you as an aristocrat, though you may consider yourself a democrat. A democrat is something completely different than you. Here, some characteristics.

He is above all bribable. The leading crooks know absolutely precisely what they are doing when, above all, they raise wages and get money to the masses. The purchasable soul is acquired instantly with money! Even an intellectually advanced Philharmonic musician, well-to-do by background, was enthusiastic about the party when it raised salaries at the Opera House, and it didn't dawn on him that the money of increased remuneration will be worth less ("inflation"). If money is the substance of human dignity, why does the democrat hold it against the manufacturer, the capitalist? And how the leader abuses the innocent soul of the "folk" when he offers the increased money as due wages. Must not his victim believe his work alone is productive? Where a person, the smaller he is, is full to the brim with that little bit that he accomplishes, overestimates himself and his labor, a party from the outside enters which escalates the delusion of grandeur to the worst madness! What wonder that the democrat considers himself someone capable of everything, who feels inhibited only by a thousand "if's." It is the eternally obstructed great statesman, poet, discoverer, engineer, etc. and always demands our money in order to clear the ostensible hindrances out of the way. And the profiteering, the deception begins there. {3} The democrat hates his true life's purpose so much and allows himself to be paid in advance for a purpose of which he merely dreams. Seduced by money, he feels summoned to a higher calling and no longer wants to do the other labor, and so he falls apart. The wife wants no children because she would like ‒ what? to compose? write poetry? make discoveries? She doesn't know herself what she wants to do, just no children. She dreams of human dignity. The worker doesn't want to work. What does he want, though? To make discoveries, to write poetry? No, he certainly can't do that. He wants well-paid human dignity without work.

The democrat takes "regrouping" to be selection, human countenance simply to be dignity. He is ashamed of his lowly labor, but always desires a salary that is the highest possible. A housemaid shows up at our home and demands the highest wage. We grant it and in the end the VoltaireMarx bearer of dignity asks: "Do I also have to cook?" Another maid is ashamed to eat "cold cuts" with bread. She is afraid of giving up something of her pristine dignity. A third will eat no potatoes, not in our home, though my wife prepares such wonderful meals, the same wife who, like me, eats potatoes and moreover also stands fully equipped at my side intellectually. A fourth (from Leipzig) claims that Wilhelm II would have become a hobo if he were not coincidentally emperor. Poor victims at the hands of unscrupulous scoundrels, victims whose work as well as meals have been made completely revolting.

{4} A democrat is the crafty American banker who travels as a "philanthropist," the French rascal who goes out to steal the Rhine (and so demean the Rhinelanders, e.g. like H. [?Darine]), the English "liberal," 6 whom Lujo Brentano (a radical socialist!) blames for having wrapped the robbery in a tissue of lies [and] hypocrisy. My publisher is a democrat, he oozes internationalist, cosmopolitan grease so much to my face, but in mine and my wife's presence [he] multiplies by four after he has given five as the factor a moment before, [thus] falsifies the sales (proven, [illeg]), etc., etc.

Just as a steed nevertheless remains a steed after kicking its tormentor, so too the masses remain the masses even after the kick of a revolution. The German democrat wants to "de-mass" the masses? If the donkey can de-donkey and the ox de-ox itself, then perhaps.

All of these lies, this deception, came to us from the west. A fairytale-telling boy Goethe, a composer Bach , Mozart, Mendelssohn, Beethoven, in the west? A miracle never occurred there, never will there be miracles.

You would have to be made of stone if, like me, you don't shiver to the core after reading the third issue of Der Tonwille , which presents a [work by] Haydn. 7 Do you ask yourself whether something like that was possible in the west, is or will be?

But while no Frenchman, Englishman [or] American takes a German for anything more than just a German, the German believes he's talking to Voltaire in every Frenchman, every pharmacist, dance instructor, journalist, {5} with Mr. Shakespeare himself in every Englishman, with Mr. Washington in every American, and so forth. Hence this (Jean-Paul) house-servant mentality. And this great, magnificent people commits the contradiction of striving toward a "For-himself" (Goethe) for every individual, but rejecting such a "For-himself" in the sense of a self-separated, enobled nation at peace with itself. The individual person should be individualized, but the totality ‒ not an individuality!! Then the foreign fodder is nothing other than a diminishment of "For-himself," a destruction of individuality. Goethe, Schiller, who knew to reject for example Racine, Voltaire, may also harvest fruit where they will with the German "for himself," but the entire people wrongly goes along with the cosmopolitanism because it is not creative, also in ignorance. [cued from lower margin:] To which three or four [illeg] and translators recently with one accord based themselves on Barbusse, from whom I had not found a single intellectually stimulating sentence. He plays the role of an "[illeg]" and lures German money. Clarté does it the same way. We pay for the canons with which France makes war.[end cue]

The German democrat longed for poverty. Now, he has it and may grasp that it befits the individual to refuse riches, but not a totality of 60 million. For them everything then goes down the drain. Our poor Dr. Oppel (Kiel), with countless private lessons, must yet play for movies!! And a thousand such examples. But a "regrouper" will never succeed in getting even as far as Dr. Oppel.

Consequently, I praise the fascists exclusively! 8 Get rid of "class" from the flesh of the nation ‒ no sooner thought than {6} done. And the swindling [Italian] leaders have already fled like cowards (they have come to us in Austria, of course), and the communist federations have already disbanded, and already the workers have become enthusiastic fascists! The people rejoice full of pride, which is indeed Mussolini's doing. "I am your majesty's obedient servant," "I myself will set an example." ‒ [such declarations] are music to the ears of the people, and more than all the democrat bustle that appeals for patience. "Wait, we are just at the beginning, in a few generations it will get better."

Marx said: "Religion is the opium of the people." I say democracy is opium.

Germany needs facists who will destroy the lie of "class," of those on-the-spot gluttons for whom we provide work and opportunity, and who as salary for this cushy life trample everything. The most god-forsaken Habsburger has more cultural value than the entire wage-raising machinery, as the leader himself of the Austrian social democrats called the party. It won't work by means of money. The Italian people are living lovely days of elation! And with the German people the knife in the back still goes on. Murdering soul after soul! The documents I have for the knife in the back since 1915 (!), not to mention 1917-1918!

[in left margin, written sideways:] Everything now definitively toward the obligation of the day in such dismal days! Help the German youth to get out of the claws of the west, of "class."


With many thanks and best wishes
From your
[signed:] H. Schenker [end left margin]

© Translation Lee Rothfarb, 2006

Footnotes

1 Writing of this letter is recorded in Schenker's diary at OJ 3/4, p. 2472, November 1, 1922: "An Halm (Br.): über Demokratie u. die eingesandten Hefte, die ich zurückstelle." ("To Halm (letter): about democracy and the [journal] issues sent, which I return."). This text is highly problematic, with many illegible or questionable words, and great difficulties of translation. Thanks are due to William Drabkin for help in deciphering and translating this difficult text.

2 "Republik und Jugend" is the title of an aphorism by Novalis that reads "Republik ist das Fluidum deferens der Jugend. Wo junge Leute sind, ist Republik." Reference here is to the journal Republik und Jugend: Blätter zur staatsbürgerlichen Aufklärung und Bildung (Weimar: Thüringen Ministerium für Volksbildung, 1922–23). In it in the summer of 1922, Gustav Wyneken advocated a policy of political enlightenment among the upper classes in the higher schools with the aim of warding off right-radical tendencies in the aftermath of the assassination of Walter Rathenau on June 24, 1922. (Heinrich Kuppfer, Gustav Wyneken (Stuttgart: Klett, 1970), p. 241).

3 This must be "entlüftet"(deflated), even though there is a letter between "l" and "ü".

4 On April 16, 1922, Wirth and foreign minister Walther Rathenau negotiated the Treaty of Rapallo with the Soviet Union. Rathenau was assassinated on June 24; a secret agreement was signed between Germany and the Soviet Union on July 29; then Wirth resigned over the reparations question on November 14. Schenker writes this letter twelve days before the resignation.

5 "To the Greek Kalends": Said by Emperor Augustus, in Suetonius, with the sense of "never." Kalends were part of the Roman calendar, not of the Greek, so the "Greek kalends" are "a date that will never happen."

6 English liberal: David Lloyd George (1863–1945), British prime minister 1916–22; "steal[ing] the Rhine": the 15-year inter-Allied occupation of the Rhineland and its bridgeheads, with a demilitarized zone and the possibility that the region might be occupied if the Germans failed to pay reparations (to all of which Lloyd George was a reluctant signatory), decreed by the Treaty of Versailles, 1919.

7 Schenker, "Haydn: Sonate Es-Dur," pp.3–21 (Eng. trans., vol. I, 99–117).

8 To understand this astonishing and deeply ironic statement, we must remember that at this point Schenker considered Communism to be the principal enemy and social evil, and saw the Fascists as the only force likely to overcome it.

Commentary

Format
6p letter, Bogen format, holograph message and signature
Provenance
August Halm (document date-1929)—Heirs of August Halm (1929-19??)--Deutsches Literaturarchiv (19??-)
Rights Holder
Heirs of Heinrich Schenker, deemed to be in the public domain; published with the kind permission of the Deutsches Literaturarchiv
License
All reasonable efforts have been made to locate heirs of Heinrich Schenker; any claim to intellectual rights should be addressed to the Schenker Correspondence Project, at schenkercorrespondence [at] mus (dot) cam (dot) ac (dot) uk

Digital version created: 2013-04-15
Last updated: 2013-04-15