12. Schön.

— Zusammenbruch der Creditanstalt!! Ein sehr ernsthaftes Anzeichen der wirtschaftlichen u. sonstigen Depression. — Von Wilhelm (Br.): er ist so naiv, meine Nachricht als eine gute zu bezeichnen u. scheint keine Vorstellung davon zu haben, welchen Schmerz es mir bereitete, die Klage einzubringen, vielleicht Mozios Leben zu zerstören! Mag auch M. niemals Rücksicht für mich aufgebracht haben, das ändert ja an meinem Wesen nichts u. ich wäre, wie Lie-Liechen richtig beobachtete, auch im Stande gewesen, auf das Geld zu verzichten, wenn ich nicht doch den verdacht hätte, daß der Bruder Geld besitzt u. wenn es nicht auch mein Lie-Liechen sauer verdient hätte. Nun gibt Wilhelm der Freude Ausdruck, daß wir wieder nach Galtür gehen, warnt aber vor den Strapazen der weiten Reise. — Von 10–¾11h im botanischen Garten. — Die „Sept“ [in Der freie Satz] vorbereitet. — v. Hoboken: „Schon 1½ Jahre habe ich nichts {3617} vom Drei Masken Verlag gekriegt, – ich werde das Geld schon kriegen“; – Lie-Liechens Wendung über Breithaupt, die sie Violin nachgesprochen hat, bringe ich durch offene Aussprache in Ordnung, indem ich Assoziationen anrufe z. B. daß ich vor Zuckmayer ganz ungeniert über Jöde, Hauer usw. gesprochen habe, Z. werde wohl so klug sein, meine Wendungen nicht wörtlich zu nehmen (!?!). Schließlich sei Breithaupt einer der Aelteren, dem der Cynismus der heutigen nicht vorgeworfen werden kann, ohne Zweifel dürfe ihm der gute Glaube zugebilligt werden wie Frau Caland zum Beispiel. Daß diese Richtigstellung notwendig war geht daraus hervor, daß v. H. sagt: „. . so, Violin hat das gesagt, ich dachte –“.

© Transcription Marko Deisinger.

12, fair weather.

— Collapse of the Creditanstalt!! A very serious sign of the depression, financially and in other respects. — From Wilhelm (letter): he is so naïve as to regard my news as good news, and seems to have no idea of the pain it causes me to initiate legal proceedings, perhaps destroying Mozio’s life! Even if Mozio never had any consideration for me, that doesn’t actually change anything for me; and, as Lie-Liechen rightly observed, I would even be prepared to forgo the money if I did not, however, suspect that my brother possesses money, and if my Lie-Liechen had not struggled to earn a living. Now Wilhelm gives expression to his joy that we are again going to Galtür, but warns us of the exertions of the long journey. — From 10 to 10:45 in the Botanical Garden. — The "Seventh" [for Free Composition ] prepared. — Hoboken: "For a year and a half now, I have received nothing {3617} from Drei Masken Verlag, – I shall get the money in due course"; – I put Lie-Liechen’s remark about Breithaupt, which she had repeated from Violin, in context by speaking frankly, in that I invoke the analogous situation in which, for example, I spoke quite openly in front of Zuckmayer about Jöde, Hauer, etc. Zuckmayer will surely be intelligent enough not to take my remarks at face value (!?!). Finally, Breithaupt is one of those older men who cannot be accused of the cynicism of today; undoubtedly, he should be credited with being of good faith, like Mrs. Caland, for example. That it was necessary to put this matter right proceeds from Hoboken’s remark: "I see, Violin said that; I thought … ."

© Translation William Drabkin.

12. Schön.

— Zusammenbruch der Creditanstalt!! Ein sehr ernsthaftes Anzeichen der wirtschaftlichen u. sonstigen Depression. — Von Wilhelm (Br.): er ist so naiv, meine Nachricht als eine gute zu bezeichnen u. scheint keine Vorstellung davon zu haben, welchen Schmerz es mir bereitete, die Klage einzubringen, vielleicht Mozios Leben zu zerstören! Mag auch M. niemals Rücksicht für mich aufgebracht haben, das ändert ja an meinem Wesen nichts u. ich wäre, wie Lie-Liechen richtig beobachtete, auch im Stande gewesen, auf das Geld zu verzichten, wenn ich nicht doch den verdacht hätte, daß der Bruder Geld besitzt u. wenn es nicht auch mein Lie-Liechen sauer verdient hätte. Nun gibt Wilhelm der Freude Ausdruck, daß wir wieder nach Galtür gehen, warnt aber vor den Strapazen der weiten Reise. — Von 10–¾11h im botanischen Garten. — Die „Sept“ [in Der freie Satz] vorbereitet. — v. Hoboken: „Schon 1½ Jahre habe ich nichts {3617} vom Drei Masken Verlag gekriegt, – ich werde das Geld schon kriegen“; – Lie-Liechens Wendung über Breithaupt, die sie Violin nachgesprochen hat, bringe ich durch offene Aussprache in Ordnung, indem ich Assoziationen anrufe z. B. daß ich vor Zuckmayer ganz ungeniert über Jöde, Hauer usw. gesprochen habe, Z. werde wohl so klug sein, meine Wendungen nicht wörtlich zu nehmen (!?!). Schließlich sei Breithaupt einer der Aelteren, dem der Cynismus der heutigen nicht vorgeworfen werden kann, ohne Zweifel dürfe ihm der gute Glaube zugebilligt werden wie Frau Caland zum Beispiel. Daß diese Richtigstellung notwendig war geht daraus hervor, daß v. H. sagt: „. . so, Violin hat das gesagt, ich dachte –“.

© Transcription Marko Deisinger.

12, fair weather.

— Collapse of the Creditanstalt!! A very serious sign of the depression, financially and in other respects. — From Wilhelm (letter): he is so naïve as to regard my news as good news, and seems to have no idea of the pain it causes me to initiate legal proceedings, perhaps destroying Mozio’s life! Even if Mozio never had any consideration for me, that doesn’t actually change anything for me; and, as Lie-Liechen rightly observed, I would even be prepared to forgo the money if I did not, however, suspect that my brother possesses money, and if my Lie-Liechen had not struggled to earn a living. Now Wilhelm gives expression to his joy that we are again going to Galtür, but warns us of the exertions of the long journey. — From 10 to 10:45 in the Botanical Garden. — The "Seventh" [for Free Composition ] prepared. — Hoboken: "For a year and a half now, I have received nothing {3617} from Drei Masken Verlag, – I shall get the money in due course"; – I put Lie-Liechen’s remark about Breithaupt, which she had repeated from Violin, in context by speaking frankly, in that I invoke the analogous situation in which, for example, I spoke quite openly in front of Zuckmayer about Jöde, Hauer, etc. Zuckmayer will surely be intelligent enough not to take my remarks at face value (!?!). Finally, Breithaupt is one of those older men who cannot be accused of the cynicism of today; undoubtedly, he should be credited with being of good faith, like Mrs. Caland, for example. That it was necessary to put this matter right proceeds from Hoboken’s remark: "I see, Violin said that; I thought … ."

© Translation William Drabkin.