20. Sonntag

— nach Baden um 10½h, heimgekehrt um 8½h. — Die Fahrt im elektrischen Wagen unerträglich – wir werden sie gewiß nicht wiederholen. Gleich nach der Ankunft zu Tisch ins Hotel Stadt Wien; das Essen gasthausmäßig u. ich habe Gelegenheit, die schon längst gewonnene Erkenntnis zu befestigen, daß mein Lie-Liechen eine Köchin wohl niemals {2869} finden wird, die auf der Höhe ihrer eigenen Kochkunst steht, es wäre eben nur eine perfekte Köchin, die dann aber ein Stubenmädchen voraussetzt; wir haben aber für zwei Mädchen weder Platz noch Verwendung. Eine besondere Ungunst liegt freilich darin, daß mein Lie-Liechen nicht einmal auf ein Mädchen stößt, das sich zur Aufnahme von Kenntnissen auf diesem Gebiete hoffnungsvoll anschickt. Das gegenwärtige Mädchen denkt an die Heirat, was ihr alles Uebrige ganz überflüssig erscheinen läßt. — Nach Tisch den Café im Freien getrunken, dann mit der Straßenbahn ins Helenental u. in die Krainerhütte. Der Autoverkehr ist störend, ja beängstigend. Wir sitzen im Caféhaus in dem Augenblick nieder, da der Omnibus nach Baden abfährt u. müssen auf den nächsten 1½ Stunden warten. In der Straßenbahn nach Wien begegnen wir Weisse u. Frau.

© Transcription Marko Deisinger.

20 Sunday

— to Baden at 10:30, returned home at 8:30. — The trip in the electric car unbearable – we certainly will not do it again. As soon as we arrive, we go straight into the Hotel Stadt Wien for lunch; the food was like it is in a tavern and I had the opportunity to reinforce what I realized long ago, that my Lie-Liechen will never {2869} find a cook whose cooking abilities match her own, it would have to be a perfect cook, which would then necessitate a maid; but we have neither room nor the need for two maids. It is naturally especially unfortunate that my Lie-Liechen has not even come across a maid who gives us hope of taking steps to acquire knowledge in this area. The current maid is thinking about marriage, which makes everything else seem totally superfluous to her. — After lunch coffee drunk outdoors, then with the streetcar into Helene Valley and into the Krainer cabin. The car traffic is bothersome, even frightening. Just as we take a seat in the coffee-house, the bus departs for Baden and we have to wait an hour and a half for the next one. In the streetcar to Vienna, we encounter Weisse and his wife.

© Translation Scott Witmer.

20. Sonntag

— nach Baden um 10½h, heimgekehrt um 8½h. — Die Fahrt im elektrischen Wagen unerträglich – wir werden sie gewiß nicht wiederholen. Gleich nach der Ankunft zu Tisch ins Hotel Stadt Wien; das Essen gasthausmäßig u. ich habe Gelegenheit, die schon längst gewonnene Erkenntnis zu befestigen, daß mein Lie-Liechen eine Köchin wohl niemals {2869} finden wird, die auf der Höhe ihrer eigenen Kochkunst steht, es wäre eben nur eine perfekte Köchin, die dann aber ein Stubenmädchen voraussetzt; wir haben aber für zwei Mädchen weder Platz noch Verwendung. Eine besondere Ungunst liegt freilich darin, daß mein Lie-Liechen nicht einmal auf ein Mädchen stößt, das sich zur Aufnahme von Kenntnissen auf diesem Gebiete hoffnungsvoll anschickt. Das gegenwärtige Mädchen denkt an die Heirat, was ihr alles Uebrige ganz überflüssig erscheinen läßt. — Nach Tisch den Café im Freien getrunken, dann mit der Straßenbahn ins Helenental u. in die Krainerhütte. Der Autoverkehr ist störend, ja beängstigend. Wir sitzen im Caféhaus in dem Augenblick nieder, da der Omnibus nach Baden abfährt u. müssen auf den nächsten 1½ Stunden warten. In der Straßenbahn nach Wien begegnen wir Weisse u. Frau.

© Transcription Marko Deisinger.

20 Sunday

— to Baden at 10:30, returned home at 8:30. — The trip in the electric car unbearable – we certainly will not do it again. As soon as we arrive, we go straight into the Hotel Stadt Wien for lunch; the food was like it is in a tavern and I had the opportunity to reinforce what I realized long ago, that my Lie-Liechen will never {2869} find a cook whose cooking abilities match her own, it would have to be a perfect cook, which would then necessitate a maid; but we have neither room nor the need for two maids. It is naturally especially unfortunate that my Lie-Liechen has not even come across a maid who gives us hope of taking steps to acquire knowledge in this area. The current maid is thinking about marriage, which makes everything else seem totally superfluous to her. — After lunch coffee drunk outdoors, then with the streetcar into Helene Valley and into the Krainer cabin. The car traffic is bothersome, even frightening. Just as we take a seat in the coffee-house, the bus departs for Baden and we have to wait an hour and a half for the next one. In the streetcar to Vienna, we encounter Weisse and his wife.

© Translation Scott Witmer.