16. XII. 18

Von Halm (K.): 1 eingeschriebener Brief folgt, nehme Hilfe sehr gerne an. — In den Bankverein, um Erkundigungen beim Leiter einzuziehen u. an Halm in einer Karte Mitteilung, daß Aussicht auf Einwilligung seitens der Devisenzentrale besteht. 2 — Von Sophie (Br.) über die gegenwärtigen Verhältnisse, die Unentschlossenheit. — Weisse geht auch die Schubert-Sonaten für Zwecke seines Doktorats durch. — Fl. im Gasthaus; teilt den Stand seiner Angelegenheit mit u. läßt ein Wort fallen, daß für ihn keine Notwendigkeit mehr bestehe, sich von Eduard abhängig zu fühlen; erzählt auch, daß seine Frau ein funkelnagelneues Kleid sich angeschafft habe. — Erbitte von Frl. Elias die 1600 Kronen. — Trage der Bedienerin auf, endlich einmal die Teppiche zu klopfen u. die Fenster zu putzen; sie erwidert, es sei ihr unmöglich, die Sache zu machen, da sie um ½9h die andere Bedienung antreten muß u. fragt mich, wann ich ihr mehr Spielraum geben könnte; als ich ihr darauf entgegne, daß ich ihretwegen die Schüler doch nicht fortschicken kann, daß sie daher bis längstens 10h vormittags oder 4h nachmittags fertig sein müsse, meint sie: „Das ist schaudervoll.“ (!) {2022}

© Transcription Marko Deisinger.

December 16, 1918

From Halm (postcard): 1 registered letter will follow, will gladly accept the help. — To the Bankverein to speak with the manager and send Halm a postcard with the news that the loans department is likely to grant authorization. 2 — From Sophie (letter): Regarding the current situation, the indecisiveness. — Weisse is also working through the Schubert sonatas for his doctoral studies. — Meet Fl. in the restaurant; he fills me in on his situation and mentions that he no longer needs to feel dependent on Eduard; also tells me that his wife bought a brand new dress. — Ask Miss Elias for the 1,600 Kronen. — Instruct the maid to beat the rugs and wash the windows for once; she replies that this is not possible because she has to report to another job at 8:30 and asks me when I can give her more leeway; when I reply that I can't send my students away on her account and that she has to finish no later than 10:00 in the morning or 4:00 in the afternoon, she says "That is horrible."(!) {2022}

© Translation Scott Witmer.

16. XII. 18

Von Halm (K.): 1 eingeschriebener Brief folgt, nehme Hilfe sehr gerne an. — In den Bankverein, um Erkundigungen beim Leiter einzuziehen u. an Halm in einer Karte Mitteilung, daß Aussicht auf Einwilligung seitens der Devisenzentrale besteht. 2 — Von Sophie (Br.) über die gegenwärtigen Verhältnisse, die Unentschlossenheit. — Weisse geht auch die Schubert-Sonaten für Zwecke seines Doktorats durch. — Fl. im Gasthaus; teilt den Stand seiner Angelegenheit mit u. läßt ein Wort fallen, daß für ihn keine Notwendigkeit mehr bestehe, sich von Eduard abhängig zu fühlen; erzählt auch, daß seine Frau ein funkelnagelneues Kleid sich angeschafft habe. — Erbitte von Frl. Elias die 1600 Kronen. — Trage der Bedienerin auf, endlich einmal die Teppiche zu klopfen u. die Fenster zu putzen; sie erwidert, es sei ihr unmöglich, die Sache zu machen, da sie um ½9h die andere Bedienung antreten muß u. fragt mich, wann ich ihr mehr Spielraum geben könnte; als ich ihr darauf entgegne, daß ich ihretwegen die Schüler doch nicht fortschicken kann, daß sie daher bis längstens 10h vormittags oder 4h nachmittags fertig sein müsse, meint sie: „Das ist schaudervoll.“ (!) {2022}

© Transcription Marko Deisinger.

December 16, 1918

From Halm (postcard): 1 registered letter will follow, will gladly accept the help. — To the Bankverein to speak with the manager and send Halm a postcard with the news that the loans department is likely to grant authorization. 2 — From Sophie (letter): Regarding the current situation, the indecisiveness. — Weisse is also working through the Schubert sonatas for his doctoral studies. — Meet Fl. in the restaurant; he fills me in on his situation and mentions that he no longer needs to feel dependent on Eduard; also tells me that his wife bought a brand new dress. — Ask Miss Elias for the 1,600 Kronen. — Instruct the maid to beat the rugs and wash the windows for once; she replies that this is not possible because she has to report to another job at 8:30 and asks me when I can give her more leeway; when I reply that I can't send my students away on her account and that she has to finish no later than 10:00 in the morning or 4:00 in the afternoon, she says "That is horrible."(!) {2022}

© Translation Scott Witmer.

Footnotes

1 = OJ 11/35, 9[c], December 13, 1918.

2 = DLA 69.930/5, December 16, 1918.