16. XII. 1914

Weisse berichtet mir von einem Ausfall Guido Adlers in der letzten vor Weihnachten angesetzten Vorlesung. Adler meinte: Das wichtigste wäre freilich die Formal-Analyse, nur könne man u. dürfe daher auch nicht Formal-Analyse treiben, wenn nicht auch die historischen Zusammenhänge dargelegt werden.

*

Der Instinkt der Menge, große Männer zu feiern, beweist schon durch sich selbst einen latenten Drang der Menschheit, dem Leben einen über das Tierische hinausgehenden höheren Sinn zu geben. Was sollte denn sonst die Huldigung an die großen Männer bedeuten, die doch wahrlich die letzten waren, sich blos mit der Erzeugung u. dem Vertrieb von Waren zu begnügen. Aus eigenem treffen es die Kleinen nicht, den tieferen Sinn des Lebens herauszuholen, destomehr Verehrung bezeugen sie dann denjenigen, die es getroffen u. Beispiele dafür hinterlassen haben. Leider liegt neben dem schönen Instinkt der Menge auch Eitelkeit daneben, die sehr zu ihrem eigenen Schaden meistens zur Opposition gerade gegen die großen Männer treibt. In solcher Oppositionsstimmung verleugnen sie jene Instinkte u. fragen: wozu?, am liebsten besonders dann, wenn sie dafür Geldopfer aufbringen sollen!

Es ergibt sich somit, daß auch die Kleinen nach einem höheren Sinn verlangen, ihn leider aber aus Bosheit auch zu verleugnen verstehen. Das Problem ist freilich schwierig; es lautet sehr einfach ausgedrückt etwa so: An sich ist das Leben zwecklos, aber eben deshalb muß der Mensch selbst ihm erst einen Zweck verleihen; doch wie vereint man Zweck mit Zwecklosigkeit? Schon viel Zwecklosigkeit hat ins Menschenleben Eingang gefunden; all’ das bereits eroberte Zwecklose ging aber nur den Weg des Auges u. des Gaumens als jener Sinnesorgane, die am frühesten im Menschen wach werden u. die geringste Anstrengung kosten. Man denke nur an die vielen Industrien, die sich damit befassen Waren zu erzeugen, die, an sich zwecklos, das Auge u. den Gaumen erfreuen. (Z. B. seien [recte sei] hier nur die Industrie angeführt, die sich mit der Bekleidung u. dem Schmuck befasst!) Gewiss kann auch in diese Sphäre ein Interesse, also ein Zweck hineingetragen werden (erotische Kaperung); nichtsdestoweniger muß im allgemeinen ausgesprochen werden, daß das gröbste tierische Bedürfnis hiebei überschritten wird, somit im strengsten Sinne des Wortes ein Zweck- {812} loses angestrebt wird. Nun wäre es endlich Aufgabe jener Männer, ein ähnliches Resultat auch für andere Organe zu erzielen, vor Allem für das Gehirn! Und man sollte glauben, daß dies umso eher gelingen müßte, als ja an dem Ausbau scheinbarer Zwecklosigkeiten, die aus dem Gehirn kommen u. ins Gehirn münden, unendlich vilel mehr Vorteile hängen, als an all’ den anderen auf andere Organe sich beziehenden Zwecklosigkeiten. Und noch kräftiger wäre der Schaden zu demonstrieren, den die Menschheit durch Vernachlässigung des Gehirnes erleidet!

*

Der Lebenszweck wäre als ein künstlicher anzuerkennen u. zuzugeben u. in diesem Sinne vielleicht mit dem Ton-System in der Musik zu vergleichen; auch diese sind künstlich in die Welt hineingetragen worden – haben sie nicht aber trotz oder vielleicht noch besser eben wegen der Künstlichkeit Erfreuliches stets hervorgebracht?

*

Die Menschheit ist so trostlos, daß man sie dazu bewegen könnte, auch z. B. einen Sessel anzubeten, wenn man ihr nur die Antwort auf die Frage erspart, warum u. wozu der Sessel angebetet werden sollte. Die Menschheit will einen Auftrag, u. lieber den dümmsten, als darüber nachdenken u. ihn abwerfen!

*

Ohneweiterses geben die Kleinen zu, daß es viel schwerer sei mit einem Genie, als mit Ihresgleichen zu verkehren; z. B. schwieriger mit einem Bismarck, als mit einem gewöhnlichen Schutzmann. Nur in der Kunst wollen sie es trotz solcher Ansicht dahin gebracht haben, das Genie ausgeschöpft zu haben. Daß dieses unmöglich sei, werden sie durch ihre Eitelkeit zu sehen verhindert u. fordert es diese, so stellen sie lieber die ganze Weltordnung auf den Kopf. Das Rechenexempel ist wahrlich sehr einfach, auch leuchtet es ein, aber die Resultate sind nicht darnach.

*

Die Armen sollen im Kriege als Kanonenfutter dienen – als ob sie nicht im Frieden Friedensfutter wären! Sie sollen arbeiten, um die Reichtümer der Reichen zu mehren, Kinder {813} zeugen, die wieder Arbeiter werden u. endlich sollen sie auch das, was sie den Anderen erworben[,] für diejenigen verteidigen, die es nicht verteidigen wollen! Noch beute ist der Stand der Reichen in Vorteile gebettet, wie im tiefsten Mittelalter! Er nimmt von Allen, gibt aber niemandem! Tragisch wird der Rechenfehler erst dann, wenn der Reiche die von ihm Abhängigen so geplündert bat, daß sie im Notfall die Verteidigung ihm versagen müssen.

*

Wenn ein Reicher zur Kunst geht, so sicher nur in Not; denn so lange ihm irgend eine andere Zerstreuung noch winkt u. die leiseste Hilfe von anderer Seite denkbar ist, meidet er sicher die Kunst. Dies ist so ausgemacht, daß man ohneweiterses jene Reichen, die sich der Kunst widmen, nur als Bankerotteur u. in diesem Sinne als bankerotte Menschen bezeichnen darf. Daher sind sie mit allen Laster bankerotter Menschen behaftet u. es nimmt mich gar nicht wunder, wenn meine eigenen Schüler bei allen Aktionen höherer Fürsorge fehlen!

*

Gesetz der Optik auch in der Liebe. Das Mädchen begreift die Liebe nur so, daß sie den Geliebten stets bei sich hält sieht, mit den Augen wirklich wahrnimmt. Ist er den Augen entschwunden, trägt sie in die vorübergehende Trennung bereits Zweifel hinein. Am schwersten ist ihr der Zustand der Liebe als ein dauernder, über vorübergehende Trennung erhabener zugänglich.

*

Gerne klammert sich die „Liebe“ an äußerliche Kleinigkeiten ohne zu ahnen, daß sie damit sich selbst im Großen aufhebt u. auf Umwegen über diese Zerstörung auch wieder die Kleinigkeiten aufhebt.

*

© Transcription Marko Deisinger.

December 16, 1914.

Weisse reports to me a diatribe of Guido Adler's in the last lecture arranged before Christmas. Adler says that the most important thing is, admittedly, formal analysis; but one cannot and must not pursue formal analysis if the historical connections are not also clarified.

*

The masses' instinct to celebrate great men already proves by itself a latent impulse of humanity to give to life a higher meaning beyond the animalistic. What else, then, is signified by paying homage to great men, who would in truth have been the last people to take pleasure merely in the production and distribution of wares? The small people are unable to work out on their own the deeper meaning of life; all the more honor, then, do they confer upon those who have succeeded in doing so and have left examples of it behind. Unfortunately, the beautiful instinct of the masses is also accompanied by vanity which, much to their own harm, usually drives them verily into opposition to the great men. In such a mood of opposition, they deny those instincts and ask "what for?", especially when they must make an offering of money for it!

It thus follows that even the small people search for a higher meaning, but unfortunately succeed also in denying it, out of spite. The problem is admittedly a difficult one which, expressed simply, goes something like this: life is in itself purposeless, but for that very reason a person must himself confer a purpose upon it; yet how does one unite purpose with purposelessness? Already much purposelessness has found its way into human life; but everything purposeless that was already overcome took only the path of the eye and the palate, which were the sense organs that were the first to develop in man and cost the least amount of effort. One need only think of the many industries that are concerned with producing wares that, purposeless in themselves, give pleasure to the eye and the palate. (As an example, one can invoke the industry that is concerned with clothing and adornment! For sure, even in this sphere an interest, and thus a purpose, can be introduced (erotic entrapment); no less must it be stated in general that the coarsest animalistic need is overstepped in this connection, thus in the strictest sense of the word a purposelessness is striven for. {812} Now it is ultimately the task of those men to obtain a similar result also for other organs, above all for the brain! And one ought to believe that this would have to succeed all the sooner, since incomparably more advantages are attached to the development of ostensibly purposeless things that come from the brain and lead to the brain than to any other purposeless things that relate to other organs. And one should be shown with more determination the damage that mankind suffers through the neglect of the brain!

*

The purpose of life ought to be recognized and admitted as an artificial one and, in this sense, perhaps comparable to the system of tonalities in music. These too have been brought into the world artificially – but have they not, despite or – perhaps even better – on account of their very artificiality, always produced delightful results?

*

Human beings are so dismal that one could motivate them even to worship, say, a chair if one merely spares them answering the question as to why and for what purpose the chair should be worshipped. Humanity wants a task to fulfill, and would prefer to be given the silliest one rather than have to ponder and reject it!

*

Small people readily admit that it is much more difficult to keep company with a genius than with those of their ilk: more difficult with a Bismarck than with an ordinary soldier. Only in art do they wish, in spite of such an attitude, to reach the point of having exhausted the genius. That this is impossible is something their vanity prevents them from seeing; and if it demands them to do so, they would rather turn the entire world order upside down. An arithmetic problem is in truth very simple, and it also makes sense; but the results are not so.

*

The poor are supposed to serve as cannon fodder in war – as if they were not peace-fodder in times of peace! They are supposed to work in order to multiply the riches of the wealthy, to beget children {813} who will then become workers; and ultimately, they are supposed even to defend that which they have acquired from others on behalf of those who do not want to defend it! Even today the situation of the wealthy is cloaked in advantages, as it was in the depths of the Middle Ages! It takes from everyone but gives to no one! The mistaken calculation will only become tragic when the rich man has plundered those dependent upon him to such an extent that that they reach the point where they are no longer able to defend him.

*

If a wealthy person seeks art, then for sure only in adversity; for so long as any other diversion beckons and the faintest help from elsewhere is imaginable, he will surely avoid art. This is so clearly the case that one can, without further ado, label those rich people who dedicate themselves to art only as those who file for bankruptcy and, in this sense, as bankrupt persons. Thus, they are afflicted with all the vices of bankrupt persons, and I am hardly at all surprised if my own pupils fail, in spite of every action of a higher welfare!

*

The law of optics applies also in love. A girl can recognize love only if she always sees her beloved beside her, actually perceiving this with her eyes. If he disappears from her eyes, then she introduces doubt into the temporary separation. The most difficult thing for her is the condition of love as something lasting, accessible in spite of a temporary separation

*

What is called "love" likes to cling to unessential, small things, without realizing that it thus nullifies itself in the large and, in a roundabout way via this destruction, also nullifies the small things.

*

© Translation William Drabkin.

16. XII. 1914

Weisse berichtet mir von einem Ausfall Guido Adlers in der letzten vor Weihnachten angesetzten Vorlesung. Adler meinte: Das wichtigste wäre freilich die Formal-Analyse, nur könne man u. dürfe daher auch nicht Formal-Analyse treiben, wenn nicht auch die historischen Zusammenhänge dargelegt werden.

*

Der Instinkt der Menge, große Männer zu feiern, beweist schon durch sich selbst einen latenten Drang der Menschheit, dem Leben einen über das Tierische hinausgehenden höheren Sinn zu geben. Was sollte denn sonst die Huldigung an die großen Männer bedeuten, die doch wahrlich die letzten waren, sich blos mit der Erzeugung u. dem Vertrieb von Waren zu begnügen. Aus eigenem treffen es die Kleinen nicht, den tieferen Sinn des Lebens herauszuholen, destomehr Verehrung bezeugen sie dann denjenigen, die es getroffen u. Beispiele dafür hinterlassen haben. Leider liegt neben dem schönen Instinkt der Menge auch Eitelkeit daneben, die sehr zu ihrem eigenen Schaden meistens zur Opposition gerade gegen die großen Männer treibt. In solcher Oppositionsstimmung verleugnen sie jene Instinkte u. fragen: wozu?, am liebsten besonders dann, wenn sie dafür Geldopfer aufbringen sollen!

Es ergibt sich somit, daß auch die Kleinen nach einem höheren Sinn verlangen, ihn leider aber aus Bosheit auch zu verleugnen verstehen. Das Problem ist freilich schwierig; es lautet sehr einfach ausgedrückt etwa so: An sich ist das Leben zwecklos, aber eben deshalb muß der Mensch selbst ihm erst einen Zweck verleihen; doch wie vereint man Zweck mit Zwecklosigkeit? Schon viel Zwecklosigkeit hat ins Menschenleben Eingang gefunden; all’ das bereits eroberte Zwecklose ging aber nur den Weg des Auges u. des Gaumens als jener Sinnesorgane, die am frühesten im Menschen wach werden u. die geringste Anstrengung kosten. Man denke nur an die vielen Industrien, die sich damit befassen Waren zu erzeugen, die, an sich zwecklos, das Auge u. den Gaumen erfreuen. (Z. B. seien [recte sei] hier nur die Industrie angeführt, die sich mit der Bekleidung u. dem Schmuck befasst!) Gewiss kann auch in diese Sphäre ein Interesse, also ein Zweck hineingetragen werden (erotische Kaperung); nichtsdestoweniger muß im allgemeinen ausgesprochen werden, daß das gröbste tierische Bedürfnis hiebei überschritten wird, somit im strengsten Sinne des Wortes ein Zweck- {812} loses angestrebt wird. Nun wäre es endlich Aufgabe jener Männer, ein ähnliches Resultat auch für andere Organe zu erzielen, vor Allem für das Gehirn! Und man sollte glauben, daß dies umso eher gelingen müßte, als ja an dem Ausbau scheinbarer Zwecklosigkeiten, die aus dem Gehirn kommen u. ins Gehirn münden, unendlich vilel mehr Vorteile hängen, als an all’ den anderen auf andere Organe sich beziehenden Zwecklosigkeiten. Und noch kräftiger wäre der Schaden zu demonstrieren, den die Menschheit durch Vernachlässigung des Gehirnes erleidet!

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Der Lebenszweck wäre als ein künstlicher anzuerkennen u. zuzugeben u. in diesem Sinne vielleicht mit dem Ton-System in der Musik zu vergleichen; auch diese sind künstlich in die Welt hineingetragen worden – haben sie nicht aber trotz oder vielleicht noch besser eben wegen der Künstlichkeit Erfreuliches stets hervorgebracht?

*

Die Menschheit ist so trostlos, daß man sie dazu bewegen könnte, auch z. B. einen Sessel anzubeten, wenn man ihr nur die Antwort auf die Frage erspart, warum u. wozu der Sessel angebetet werden sollte. Die Menschheit will einen Auftrag, u. lieber den dümmsten, als darüber nachdenken u. ihn abwerfen!

*

Ohneweiterses geben die Kleinen zu, daß es viel schwerer sei mit einem Genie, als mit Ihresgleichen zu verkehren; z. B. schwieriger mit einem Bismarck, als mit einem gewöhnlichen Schutzmann. Nur in der Kunst wollen sie es trotz solcher Ansicht dahin gebracht haben, das Genie ausgeschöpft zu haben. Daß dieses unmöglich sei, werden sie durch ihre Eitelkeit zu sehen verhindert u. fordert es diese, so stellen sie lieber die ganze Weltordnung auf den Kopf. Das Rechenexempel ist wahrlich sehr einfach, auch leuchtet es ein, aber die Resultate sind nicht darnach.

*

Die Armen sollen im Kriege als Kanonenfutter dienen – als ob sie nicht im Frieden Friedensfutter wären! Sie sollen arbeiten, um die Reichtümer der Reichen zu mehren, Kinder {813} zeugen, die wieder Arbeiter werden u. endlich sollen sie auch das, was sie den Anderen erworben[,] für diejenigen verteidigen, die es nicht verteidigen wollen! Noch beute ist der Stand der Reichen in Vorteile gebettet, wie im tiefsten Mittelalter! Er nimmt von Allen, gibt aber niemandem! Tragisch wird der Rechenfehler erst dann, wenn der Reiche die von ihm Abhängigen so geplündert bat, daß sie im Notfall die Verteidigung ihm versagen müssen.

*

Wenn ein Reicher zur Kunst geht, so sicher nur in Not; denn so lange ihm irgend eine andere Zerstreuung noch winkt u. die leiseste Hilfe von anderer Seite denkbar ist, meidet er sicher die Kunst. Dies ist so ausgemacht, daß man ohneweiterses jene Reichen, die sich der Kunst widmen, nur als Bankerotteur u. in diesem Sinne als bankerotte Menschen bezeichnen darf. Daher sind sie mit allen Laster bankerotter Menschen behaftet u. es nimmt mich gar nicht wunder, wenn meine eigenen Schüler bei allen Aktionen höherer Fürsorge fehlen!

*

Gesetz der Optik auch in der Liebe. Das Mädchen begreift die Liebe nur so, daß sie den Geliebten stets bei sich hält sieht, mit den Augen wirklich wahrnimmt. Ist er den Augen entschwunden, trägt sie in die vorübergehende Trennung bereits Zweifel hinein. Am schwersten ist ihr der Zustand der Liebe als ein dauernder, über vorübergehende Trennung erhabener zugänglich.

*

Gerne klammert sich die „Liebe“ an äußerliche Kleinigkeiten ohne zu ahnen, daß sie damit sich selbst im Großen aufhebt u. auf Umwegen über diese Zerstörung auch wieder die Kleinigkeiten aufhebt.

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© Transcription Marko Deisinger.

December 16, 1914.

Weisse reports to me a diatribe of Guido Adler's in the last lecture arranged before Christmas. Adler says that the most important thing is, admittedly, formal analysis; but one cannot and must not pursue formal analysis if the historical connections are not also clarified.

*

The masses' instinct to celebrate great men already proves by itself a latent impulse of humanity to give to life a higher meaning beyond the animalistic. What else, then, is signified by paying homage to great men, who would in truth have been the last people to take pleasure merely in the production and distribution of wares? The small people are unable to work out on their own the deeper meaning of life; all the more honor, then, do they confer upon those who have succeeded in doing so and have left examples of it behind. Unfortunately, the beautiful instinct of the masses is also accompanied by vanity which, much to their own harm, usually drives them verily into opposition to the great men. In such a mood of opposition, they deny those instincts and ask "what for?", especially when they must make an offering of money for it!

It thus follows that even the small people search for a higher meaning, but unfortunately succeed also in denying it, out of spite. The problem is admittedly a difficult one which, expressed simply, goes something like this: life is in itself purposeless, but for that very reason a person must himself confer a purpose upon it; yet how does one unite purpose with purposelessness? Already much purposelessness has found its way into human life; but everything purposeless that was already overcome took only the path of the eye and the palate, which were the sense organs that were the first to develop in man and cost the least amount of effort. One need only think of the many industries that are concerned with producing wares that, purposeless in themselves, give pleasure to the eye and the palate. (As an example, one can invoke the industry that is concerned with clothing and adornment! For sure, even in this sphere an interest, and thus a purpose, can be introduced (erotic entrapment); no less must it be stated in general that the coarsest animalistic need is overstepped in this connection, thus in the strictest sense of the word a purposelessness is striven for. {812} Now it is ultimately the task of those men to obtain a similar result also for other organs, above all for the brain! And one ought to believe that this would have to succeed all the sooner, since incomparably more advantages are attached to the development of ostensibly purposeless things that come from the brain and lead to the brain than to any other purposeless things that relate to other organs. And one should be shown with more determination the damage that mankind suffers through the neglect of the brain!

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The purpose of life ought to be recognized and admitted as an artificial one and, in this sense, perhaps comparable to the system of tonalities in music. These too have been brought into the world artificially – but have they not, despite or – perhaps even better – on account of their very artificiality, always produced delightful results?

*

Human beings are so dismal that one could motivate them even to worship, say, a chair if one merely spares them answering the question as to why and for what purpose the chair should be worshipped. Humanity wants a task to fulfill, and would prefer to be given the silliest one rather than have to ponder and reject it!

*

Small people readily admit that it is much more difficult to keep company with a genius than with those of their ilk: more difficult with a Bismarck than with an ordinary soldier. Only in art do they wish, in spite of such an attitude, to reach the point of having exhausted the genius. That this is impossible is something their vanity prevents them from seeing; and if it demands them to do so, they would rather turn the entire world order upside down. An arithmetic problem is in truth very simple, and it also makes sense; but the results are not so.

*

The poor are supposed to serve as cannon fodder in war – as if they were not peace-fodder in times of peace! They are supposed to work in order to multiply the riches of the wealthy, to beget children {813} who will then become workers; and ultimately, they are supposed even to defend that which they have acquired from others on behalf of those who do not want to defend it! Even today the situation of the wealthy is cloaked in advantages, as it was in the depths of the Middle Ages! It takes from everyone but gives to no one! The mistaken calculation will only become tragic when the rich man has plundered those dependent upon him to such an extent that that they reach the point where they are no longer able to defend him.

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If a wealthy person seeks art, then for sure only in adversity; for so long as any other diversion beckons and the faintest help from elsewhere is imaginable, he will surely avoid art. This is so clearly the case that one can, without further ado, label those rich people who dedicate themselves to art only as those who file for bankruptcy and, in this sense, as bankrupt persons. Thus, they are afflicted with all the vices of bankrupt persons, and I am hardly at all surprised if my own pupils fail, in spite of every action of a higher welfare!

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The law of optics applies also in love. A girl can recognize love only if she always sees her beloved beside her, actually perceiving this with her eyes. If he disappears from her eyes, then she introduces doubt into the temporary separation. The most difficult thing for her is the condition of love as something lasting, accessible in spite of a temporary separation

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What is called "love" likes to cling to unessential, small things, without realizing that it thus nullifies itself in the large and, in a roundabout way via this destruction, also nullifies the small things.

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© Translation William Drabkin.