27. IX. 14

Nach der Jause aus dem Caféhaus tretend sehen wir wieder einen Militär-Transportzug. Die Soldaten dröhnten förmlich vor Begeisterung u. rissen die an den Rampen Stehenden unwiderstehlich hin. Kein Zweifel, es gibt so etwas wie einen Instinkt zum Kriege. Man kommt dem Triebe nicht bei, wenn man blos eine Regierung supponiert, die kraft höherer Macht das Volk aufs Schlachtfeld hetzt; denn der Treib ist mächtig auch in den höheren u. höchsten Kreisen, die sonst gerne jede Anstrengung, zumal lebensgefährlicher Richtung meidet. Wie Jagd u. Duell noch gleichsam in der menschlichen Anlage u. nicht blos in Konventionen liegen, so dürfte vielleicht in Steigerung jener Anlagen auch die Lust zum Krieg ein ebenso elementarer Trieb sein, der keinen Unterschied von hoch u. nieder, arm u. reich kennt. Es ziehen in den Krieg alle Stände mit gleicher Lust, mit gleicher Ueberzeugung, so daß von einer Ausnutzung blos der tieferen Stände seitens der höheren sicher keine Rede sein kann. Ob je dieser Trieb im Menschen abgeschwächt wird, dürfte eher zu bezweifeln sein, denn die Abschwächung würde die denkbar höchste Kultur im Frieden voraussetzen, ein Verhältnis von Mensch zu Mensch, von Mensch zur Sache, wie es nur dem Genie allein eigentümlich ist. Es müßte so viel Urteilskraft in der Menschheit aufgespeichert sein, zu verstehen, daß alle gefährlichen Situationen auch durch eine bestimmte vernünftige Lösung um ihre Spitze gebracht werden können. 1

*

Unter allen Menschen gibt es immer mehr Gemeinsames als Trennendes; nur Unreife des Urteils ist es, die verhindert, das Gemeinsame herauszuarbeiten u. zu fördern, so daß während zugleich das Trennende schon als Trennendes von unangenehmem Beigeschmack sich desto mehr auf das Gefühl allein stützten u. von diesem fortgetragen leider erst recht verschärften muß. {727} Würden z. B. Frankreich u. England mit klarem Verstand begriffen haben, daß ihre gemeinsame Interessen weit dringender eine Verbindung gegen östliche Halbkultur fordern, so wäre es niemals zur kriegerischen Betonung des Trennenden gekommen, die ja schon an sich niemals die letzte Lösung sein kann u. erst recht von Neuem nach der Lösung durch Betonung ge des Gemeinsamen schreit. Aber das Herausfinden des Gemeinsamen ist nicht nur deshalb schwierig, weil es ein schärferes Urteil voraussetzt, sondern weit mehr noch deshalb, weil zur Gemeinsamkeit doch mindestens zwei Wesen gehören, von denen aber das eine leicht minder begabt ist , u. daher dem anderen begabteren mindestens nicht sogleich auf dem Wege der Erkenntnis (d. h. der Betonung des Gemeinsamen) folgen kann. Was nützt es denn z. B. Deutschland, wenn es gegen slavisches Wesen auf der Hut bleibt, wenn nicht einmal auch England dieselbe Klugheit empfindet u. von Deutschland dazu noch nicht überredet werden kann konnte, blos weil es derzeit nicht einmal noch fähig ist, die Gefahr zu sehen.

*

Der Correspondent der „Frankf. Ztg.“ brachte kürzlich Andeutungen über schlimme Folgen in Ost-Galizien, die er auf den Mangel an vorausgegangener tüchtiger Arbeit in Oesterreich zurückführt. 2 Wenn gleich Wenngleich diesem Gedanken ohneweiters zuzustimmen ist, so muß man dennoch sagen, daß er nur an der Oberfläche haftet, denn für den Mangel an Arbeit in Oesterreich war meiner Meinung nach weit weniger die allezeit vorgeschobene Nationalitätenfrage selbst verantwortlich, als vielmehr das Treiben der Presse. Hier ein einfaches Rechenexempel: Da der Krieg im Vordergrund des Interesses stand, hatte die Presse keinerlei Aufmerksamkeit für ein Ereignis, wie z. B. für [das] dens Todes des Papstes u. dieer Wahl eines neuen übrig; in den Spalten las man die betreffenden Berichte kurz u. gerade nur das Notwendigste davon wurde vermittelt. Kein Zweifel, daß diese Haltung correkt u. selbstverständlich war. Man denke sich aber das Ereignis einer neuen Papstwahl mitten im Frieden: was weiß da die Presse herauszuschlagen aus angeblichen Ränken von Diplomaten, Kaisern u. Königen, aus den Reisen der einzelnen Kardinälen, den CKonflikten aus den Lokalitäten, in denen das Ereignis vor sich gehen soll, u. s. f. – Nun transponire man das Ereignis auf Oesterreich:

Ohne Kolonien, ohne stärkere Interessen an der Weltwirtschaft ist das arme Oesterreich dar- {728} auf angewiesen, wie ein Spießer dahinzudämmern u. das Leben gleichsam zwischen vier Wänden [illeg]abzuwickeln. Und da kann es, wie eben bei einem Spießer, wohl kaum anders zugehen, als daß Haus u. Familie im Vordergrund des Denkens u. Fühlens stehen. Was kennt der Spießer anderes als Streit mit Frau u. Kindern, ein ärgerliches Herumraufen mit Vorgesetzten oder Untergebenen u. dgl. m. Wie natürlich also, daß der Spießer-Staat Oesterreich sein Dasein mit häuslichen Streitigkeiten anfüllt. Aber wer war es, der diesen großen Streitigkeiten die große Zunge lieh, wer anders als die Presse? Sie war gleichsam das keifende Prinzip im Streite! Sie war das Alphorn, das jedes Wort des Streites tausendmal kräftiger erschallen ließ, kurz sie erst gab dem häuslichen Streit die furchtbare Schallkraft, die dann die Nachbarn auf innere Mißhelligkeiten im Hause Oesterreich aufmerksam machen. Der böse Nachbar zog dann Schlüsse daraus[,] was durch die Wände gleichsam drang u. wenn es eine motivierte Ursache des Krieges gab, so war es vor allem die, daß aus dem Geschrei der oesterreichischen Presse die Nachbarn mit Notwendigkeit den Schluß auf ungesunde Verhältnisse ziehen mußten, um derentwillen es ihnen bei angeborener Begehrlichkeit u. Schadenfreude ratsam erschien, Beute zu machen. Aber freilich, wann sah je die Presse ein, daß sie Schaden stiftet? Zwar spricht sie hie u. da auch von einer „Hetzpresse“, aber im Belieben der Zeitungen steht es, sich eben je nach Bedarf gegenseitig zu schmähen. Es ist eben alle Presse eine Hetzpresse, aber davon weiß leider noch das Volk nichts, nicht einmal noch die Regierung, geschweige die Presse.

*

Wer das fremde Leben mißachtet[,] beweist damit, daß er auch den Wert des eigenen verkennt.

*

© Transcription Marko Deisinger.

September 27, 1914.

Leaving the coffee house following afternoon snack, we see another military procession. The soldiers were verily roaring with enthusiasm, and they captivated those standing on the platform irresistibly. No doubt, there is such a thing as an instinct for war. One cannot avoid that feeling when one merely supports a government that, by dint of a higher power, forces its people onto the battlefield; for the drive is powerful even in higher, in the highest, circles, which would otherwise be glad to avoid making any effort, especially one that would be life-threatening. As hunting and dueling lie in the nature of man, so to speak, and not merely in convention, then perhaps the desire for war is also just as fundamental a drive, as an intensification of that nature, which makes no distinction between high and low, rich and poor. All classes go to war with the same enthusiasm, with the same conviction, so that one can certainly not speak merely of an exploitation of the lower classes by the upper classes. Whether this drive in man could ever be weakened is probably doubtful, for this weakening would presuppose the highest imaginable culture in peacetime, a relationship between one person and another, between a person and a cause, that is characteristic only of the genius. So much power of judgment would have to be stored in humanity in order to understand that all dangerous situations can also be put in jeopardy even by a specific, rational solution. 1

*

Among all people, there is always more that they have in common than that which divides them. It is only the immaturity of judgment that prevents the common good from being worked out and promoted, whereas at the same time that which divides, being divisive and having an unpleasant undertone, is inevitably based so much more on feeling alone and, borne away by feeling, will inevitably become more pronounced than ever. {727} If, for instance, France and England understood with clear reasoning that their common interests demand far more urgently an alliance against Eastern half-culture, then things would never come to the warlike emphasis on the divisive, which can in itself never be the final solution and more than ever cries out anew for a solution based on emphasis on that which is shared. But to find out what is shared is difficult not only because it presupposes a sharper judgment but, even much more, because at least two entities are required for commonality of which, however, one will be slightly less gifted and therefore will not be able to follow the other, more gifted entity, immediately along the path of recognition (that is, of the emphasis of what is shared). Of what use is it, say, to Germany if it remains on its guard against Slavic entity if England, too, does not perceive the same wisdom and cannot be persuaded of this, merely because it is simply incapable of seeing the danger.

*

The correspondent of the Frankfurter Zeitung recently issued hints about bad consequences in eastern Galicia, which he attributes to the lack of preparatory diligent work in Austria. 2 Even if one is to agree with this idea, one must nonetheless say that it applies only to the surface: for the lack of diligent work in Austria, the perpetually postponed question of nationalities was, in my opinion, itself far less responsible than the activities of the press. To give a modest sample calculation: Since the war was in the foreground of its interests, the press took no notice whatever of an event such as, for example, the death of the Pope and the election of a new one; in the columns, the reports were brief; and precisely only that which was most important about them was communicated. No doubt, this attitude was correct and self-explanatory. Consider, however, the event of a new Papal election in the middle of peacetime: how much is the press able to obtain from the supposed ranks of diplomats, emperors and kings, from the trips taken by individual cardinals, conflicts from the localities in which the event should proceed, and so on. – Now let us transpose the event to Austria:

Without colonies, without stronger interests in the world's economy, poor Austria is {728} instructed to lie semi-conscious like a boring middle-aged man, winding down between four walls, so to speak. And as with just such a man, it can hardly go otherwise than that house and family stands in the foreground of his thinking and feeling. What else does this person know besides conflict with wife and children, an annoying scuffling about with his superiors and subordinates, and so forth. How natural, then, that the middle-aged state of Austria fills its existence with domestic quarrels. But who was it who lent these quarrels its big tongue, who else but the press? It was, so to speak, the nagging principle in the quarrel! It was the alphorn that made every word of the quarrel resound a thousand times louder; in short, it gave a domestic quarrel the frightful sonic force that then made its neighbors aware of the internal dissent in the house of Austria. The wicked neighbor drew conclusions from that which seemed to penetrate through the walls; and if there was a motivated cause for the war, it was primarily this: that from the screams of the Austrian press the neighbors had to draw the conclusion that relationships were unhealthy, for sake of which it seemed advisable for them – given their innate greediness and spitefulness – to plunder. But, of course, when did the press realize that it was causing harm? To be sure it, too, spoke from time to time of a "gutter press"; but it is the pleasure of newspapers to vilify one another whenever necessary. Every press is, in fact, a gutter press; but of this the people unfortunately know nothing, nor even does the government, to say nothing of the press itself.

*

Anyone who disregards the lives of others shows thereby that he also misjudges the worth of his own.

*

© Translation William Drabkin.

27. IX. 14

Nach der Jause aus dem Caféhaus tretend sehen wir wieder einen Militär-Transportzug. Die Soldaten dröhnten förmlich vor Begeisterung u. rissen die an den Rampen Stehenden unwiderstehlich hin. Kein Zweifel, es gibt so etwas wie einen Instinkt zum Kriege. Man kommt dem Triebe nicht bei, wenn man blos eine Regierung supponiert, die kraft höherer Macht das Volk aufs Schlachtfeld hetzt; denn der Treib ist mächtig auch in den höheren u. höchsten Kreisen, die sonst gerne jede Anstrengung, zumal lebensgefährlicher Richtung meidet. Wie Jagd u. Duell noch gleichsam in der menschlichen Anlage u. nicht blos in Konventionen liegen, so dürfte vielleicht in Steigerung jener Anlagen auch die Lust zum Krieg ein ebenso elementarer Trieb sein, der keinen Unterschied von hoch u. nieder, arm u. reich kennt. Es ziehen in den Krieg alle Stände mit gleicher Lust, mit gleicher Ueberzeugung, so daß von einer Ausnutzung blos der tieferen Stände seitens der höheren sicher keine Rede sein kann. Ob je dieser Trieb im Menschen abgeschwächt wird, dürfte eher zu bezweifeln sein, denn die Abschwächung würde die denkbar höchste Kultur im Frieden voraussetzen, ein Verhältnis von Mensch zu Mensch, von Mensch zur Sache, wie es nur dem Genie allein eigentümlich ist. Es müßte so viel Urteilskraft in der Menschheit aufgespeichert sein, zu verstehen, daß alle gefährlichen Situationen auch durch eine bestimmte vernünftige Lösung um ihre Spitze gebracht werden können. 1

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Unter allen Menschen gibt es immer mehr Gemeinsames als Trennendes; nur Unreife des Urteils ist es, die verhindert, das Gemeinsame herauszuarbeiten u. zu fördern, so daß während zugleich das Trennende schon als Trennendes von unangenehmem Beigeschmack sich desto mehr auf das Gefühl allein stützten u. von diesem fortgetragen leider erst recht verschärften muß. {727} Würden z. B. Frankreich u. England mit klarem Verstand begriffen haben, daß ihre gemeinsame Interessen weit dringender eine Verbindung gegen östliche Halbkultur fordern, so wäre es niemals zur kriegerischen Betonung des Trennenden gekommen, die ja schon an sich niemals die letzte Lösung sein kann u. erst recht von Neuem nach der Lösung durch Betonung ge des Gemeinsamen schreit. Aber das Herausfinden des Gemeinsamen ist nicht nur deshalb schwierig, weil es ein schärferes Urteil voraussetzt, sondern weit mehr noch deshalb, weil zur Gemeinsamkeit doch mindestens zwei Wesen gehören, von denen aber das eine leicht minder begabt ist , u. daher dem anderen begabteren mindestens nicht sogleich auf dem Wege der Erkenntnis (d. h. der Betonung des Gemeinsamen) folgen kann. Was nützt es denn z. B. Deutschland, wenn es gegen slavisches Wesen auf der Hut bleibt, wenn nicht einmal auch England dieselbe Klugheit empfindet u. von Deutschland dazu noch nicht überredet werden kann konnte, blos weil es derzeit nicht einmal noch fähig ist, die Gefahr zu sehen.

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Der Correspondent der „Frankf. Ztg.“ brachte kürzlich Andeutungen über schlimme Folgen in Ost-Galizien, die er auf den Mangel an vorausgegangener tüchtiger Arbeit in Oesterreich zurückführt. 2 Wenn gleich Wenngleich diesem Gedanken ohneweiters zuzustimmen ist, so muß man dennoch sagen, daß er nur an der Oberfläche haftet, denn für den Mangel an Arbeit in Oesterreich war meiner Meinung nach weit weniger die allezeit vorgeschobene Nationalitätenfrage selbst verantwortlich, als vielmehr das Treiben der Presse. Hier ein einfaches Rechenexempel: Da der Krieg im Vordergrund des Interesses stand, hatte die Presse keinerlei Aufmerksamkeit für ein Ereignis, wie z. B. für [das] dens Todes des Papstes u. dieer Wahl eines neuen übrig; in den Spalten las man die betreffenden Berichte kurz u. gerade nur das Notwendigste davon wurde vermittelt. Kein Zweifel, daß diese Haltung correkt u. selbstverständlich war. Man denke sich aber das Ereignis einer neuen Papstwahl mitten im Frieden: was weiß da die Presse herauszuschlagen aus angeblichen Ränken von Diplomaten, Kaisern u. Königen, aus den Reisen der einzelnen Kardinälen, den CKonflikten aus den Lokalitäten, in denen das Ereignis vor sich gehen soll, u. s. f. – Nun transponire man das Ereignis auf Oesterreich:

Ohne Kolonien, ohne stärkere Interessen an der Weltwirtschaft ist das arme Oesterreich dar- {728} auf angewiesen, wie ein Spießer dahinzudämmern u. das Leben gleichsam zwischen vier Wänden [illeg]abzuwickeln. Und da kann es, wie eben bei einem Spießer, wohl kaum anders zugehen, als daß Haus u. Familie im Vordergrund des Denkens u. Fühlens stehen. Was kennt der Spießer anderes als Streit mit Frau u. Kindern, ein ärgerliches Herumraufen mit Vorgesetzten oder Untergebenen u. dgl. m. Wie natürlich also, daß der Spießer-Staat Oesterreich sein Dasein mit häuslichen Streitigkeiten anfüllt. Aber wer war es, der diesen großen Streitigkeiten die große Zunge lieh, wer anders als die Presse? Sie war gleichsam das keifende Prinzip im Streite! Sie war das Alphorn, das jedes Wort des Streites tausendmal kräftiger erschallen ließ, kurz sie erst gab dem häuslichen Streit die furchtbare Schallkraft, die dann die Nachbarn auf innere Mißhelligkeiten im Hause Oesterreich aufmerksam machen. Der böse Nachbar zog dann Schlüsse daraus[,] was durch die Wände gleichsam drang u. wenn es eine motivierte Ursache des Krieges gab, so war es vor allem die, daß aus dem Geschrei der oesterreichischen Presse die Nachbarn mit Notwendigkeit den Schluß auf ungesunde Verhältnisse ziehen mußten, um derentwillen es ihnen bei angeborener Begehrlichkeit u. Schadenfreude ratsam erschien, Beute zu machen. Aber freilich, wann sah je die Presse ein, daß sie Schaden stiftet? Zwar spricht sie hie u. da auch von einer „Hetzpresse“, aber im Belieben der Zeitungen steht es, sich eben je nach Bedarf gegenseitig zu schmähen. Es ist eben alle Presse eine Hetzpresse, aber davon weiß leider noch das Volk nichts, nicht einmal noch die Regierung, geschweige die Presse.

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Wer das fremde Leben mißachtet[,] beweist damit, daß er auch den Wert des eigenen verkennt.

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© Transcription Marko Deisinger.

September 27, 1914.

Leaving the coffee house following afternoon snack, we see another military procession. The soldiers were verily roaring with enthusiasm, and they captivated those standing on the platform irresistibly. No doubt, there is such a thing as an instinct for war. One cannot avoid that feeling when one merely supports a government that, by dint of a higher power, forces its people onto the battlefield; for the drive is powerful even in higher, in the highest, circles, which would otherwise be glad to avoid making any effort, especially one that would be life-threatening. As hunting and dueling lie in the nature of man, so to speak, and not merely in convention, then perhaps the desire for war is also just as fundamental a drive, as an intensification of that nature, which makes no distinction between high and low, rich and poor. All classes go to war with the same enthusiasm, with the same conviction, so that one can certainly not speak merely of an exploitation of the lower classes by the upper classes. Whether this drive in man could ever be weakened is probably doubtful, for this weakening would presuppose the highest imaginable culture in peacetime, a relationship between one person and another, between a person and a cause, that is characteristic only of the genius. So much power of judgment would have to be stored in humanity in order to understand that all dangerous situations can also be put in jeopardy even by a specific, rational solution. 1

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Among all people, there is always more that they have in common than that which divides them. It is only the immaturity of judgment that prevents the common good from being worked out and promoted, whereas at the same time that which divides, being divisive and having an unpleasant undertone, is inevitably based so much more on feeling alone and, borne away by feeling, will inevitably become more pronounced than ever. {727} If, for instance, France and England understood with clear reasoning that their common interests demand far more urgently an alliance against Eastern half-culture, then things would never come to the warlike emphasis on the divisive, which can in itself never be the final solution and more than ever cries out anew for a solution based on emphasis on that which is shared. But to find out what is shared is difficult not only because it presupposes a sharper judgment but, even much more, because at least two entities are required for commonality of which, however, one will be slightly less gifted and therefore will not be able to follow the other, more gifted entity, immediately along the path of recognition (that is, of the emphasis of what is shared). Of what use is it, say, to Germany if it remains on its guard against Slavic entity if England, too, does not perceive the same wisdom and cannot be persuaded of this, merely because it is simply incapable of seeing the danger.

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The correspondent of the Frankfurter Zeitung recently issued hints about bad consequences in eastern Galicia, which he attributes to the lack of preparatory diligent work in Austria. 2 Even if one is to agree with this idea, one must nonetheless say that it applies only to the surface: for the lack of diligent work in Austria, the perpetually postponed question of nationalities was, in my opinion, itself far less responsible than the activities of the press. To give a modest sample calculation: Since the war was in the foreground of its interests, the press took no notice whatever of an event such as, for example, the death of the Pope and the election of a new one; in the columns, the reports were brief; and precisely only that which was most important about them was communicated. No doubt, this attitude was correct and self-explanatory. Consider, however, the event of a new Papal election in the middle of peacetime: how much is the press able to obtain from the supposed ranks of diplomats, emperors and kings, from the trips taken by individual cardinals, conflicts from the localities in which the event should proceed, and so on. – Now let us transpose the event to Austria:

Without colonies, without stronger interests in the world's economy, poor Austria is {728} instructed to lie semi-conscious like a boring middle-aged man, winding down between four walls, so to speak. And as with just such a man, it can hardly go otherwise than that house and family stands in the foreground of his thinking and feeling. What else does this person know besides conflict with wife and children, an annoying scuffling about with his superiors and subordinates, and so forth. How natural, then, that the middle-aged state of Austria fills its existence with domestic quarrels. But who was it who lent these quarrels its big tongue, who else but the press? It was, so to speak, the nagging principle in the quarrel! It was the alphorn that made every word of the quarrel resound a thousand times louder; in short, it gave a domestic quarrel the frightful sonic force that then made its neighbors aware of the internal dissent in the house of Austria. The wicked neighbor drew conclusions from that which seemed to penetrate through the walls; and if there was a motivated cause for the war, it was primarily this: that from the screams of the Austrian press the neighbors had to draw the conclusion that relationships were unhealthy, for sake of which it seemed advisable for them – given their innate greediness and spitefulness – to plunder. But, of course, when did the press realize that it was causing harm? To be sure it, too, spoke from time to time of a "gutter press"; but it is the pleasure of newspapers to vilify one another whenever necessary. Every press is, in fact, a gutter press; but of this the people unfortunately know nothing, nor even does the government, to say nothing of the press itself.

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Anyone who disregards the lives of others shows thereby that he also misjudges the worth of his own.

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© Translation William Drabkin.

Footnotes

1 No new entry at this point, but Schenker inserts a sign and an asterisk indicating it.

2 "Wiener Stimmungen," Frankfurter Zeitung und Handelsblatt, No. 266, September 25, 1914, 58th year, second morning edition, p. 1.