19. X.

Violin überbringt mir eine Nachricht v. Kapellmeister Spörr, der zufolge meine Arbeiten in Jena im Hause eines Prof. für Phyilosophie (Noel oder Nohl?) großen Anklang gefunden haben.

*

Von Heller keine Antwort, trotzdem ich sie erbeten habe.

*

Als ich Gärtner den Vorwurf machte, weshalb er zu den „Gurre-Liedern [“] Schönberg’s selbst einen Betrag zeichnete u. von seinen Schülern zeichnen ließ, erwiderte er, daß er vermeiden möchte, je einen Vorwurf von jener Seite zu hören darüber, daß er zur Förderung nichts beigetragen. Und als ich auf diese Erwiderung meinte, weshalb er sich nicht vor jenen Vorwürfen fürchte, die z. B. ich selbst oder andere ihm ebenfalls näherstehende Personen erheben könnten, geriet er in Verlegenheit.
Diese Verlegenheit ist Symbol der ganzen Welt: sie fördert das Schlechte tatkräftig u. mit Angst vor Vorwürfen, u. gibt aber das Gute preis, indem sie sich blos darauf beschränkt, es auszunützen.

*

Von Heller Antwort; Fühlung in Sicht.

*

© Transcription Marko Deisinger.

October 19.

Violin transmits a piece of news from the conductor Spörr, according to which my works met with great acclaim in Jena in the home of a professor of philosophy ([by the name of] Noel, or Nohl?).

*

No reply from Heller, in spite of my having asked for one.

*

When I reproached Gärtner for having himself subscribed to a contribution to Schoenberg's Gurrelieder , and asking his pupils to subscribe, he replied that he would like to avoid hearing from the other side any objection that he had contributed to the fund. And when I asked in reply to this why he was not afraid of objections that, for example, I myself or some other people close to him might raise, he became embarrassed.
This embarrassment is emblematic of the world at large: it energetically promotes that which is bad, in fear of criticism; but it sacrifices that which is good by restricting itself to exploiting it.

*

From Heller, reply; contact in sight.

*

© Translation William Drabkin.

19. X.

Violin überbringt mir eine Nachricht v. Kapellmeister Spörr, der zufolge meine Arbeiten in Jena im Hause eines Prof. für Phyilosophie (Noel oder Nohl?) großen Anklang gefunden haben.

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Von Heller keine Antwort, trotzdem ich sie erbeten habe.

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Als ich Gärtner den Vorwurf machte, weshalb er zu den „Gurre-Liedern [“] Schönberg’s selbst einen Betrag zeichnete u. von seinen Schülern zeichnen ließ, erwiderte er, daß er vermeiden möchte, je einen Vorwurf von jener Seite zu hören darüber, daß er zur Förderung nichts beigetragen. Und als ich auf diese Erwiderung meinte, weshalb er sich nicht vor jenen Vorwürfen fürchte, die z. B. ich selbst oder andere ihm ebenfalls näherstehende Personen erheben könnten, geriet er in Verlegenheit.
Diese Verlegenheit ist Symbol der ganzen Welt: sie fördert das Schlechte tatkräftig u. mit Angst vor Vorwürfen, u. gibt aber das Gute preis, indem sie sich blos darauf beschränkt, es auszunützen.

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Von Heller Antwort; Fühlung in Sicht.

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© Transcription Marko Deisinger.

October 19.

Violin transmits a piece of news from the conductor Spörr, according to which my works met with great acclaim in Jena in the home of a professor of philosophy ([by the name of] Noel, or Nohl?).

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No reply from Heller, in spite of my having asked for one.

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When I reproached Gärtner for having himself subscribed to a contribution to Schoenberg's Gurrelieder , and asking his pupils to subscribe, he replied that he would like to avoid hearing from the other side any objection that he had contributed to the fund. And when I asked in reply to this why he was not afraid of objections that, for example, I myself or some other people close to him might raise, he became embarrassed.
This embarrassment is emblematic of the world at large: it energetically promotes that which is bad, in fear of criticism; but it sacrifices that which is good by restricting itself to exploiting it.

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From Heller, reply; contact in sight.

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© Translation William Drabkin.