Duisburg, Rhld.
Pulverweg 41.
29.X.27.

Sehr verehrter Meister! 1

Schon lange soll dieser Brief geschrieben worden sein. Indes geriet ich in die Gewalt des mit Recht sehr unbeliebten Trypanosomus communis canensis, oder des hundsgemeinen Grippenbazillus, 2 und hatte während vier Wochen ausreichende Gelegenheit über die Einwirkungen obbesagten Mikroorganismus auf den menschlichen Körper tiefgehende Betrachtungen anzustellen. Jetzt bin ich ja soweit wieder im Schwung, und vermag meinen Geschäften nachzugehen, aber noch vor zehn Tagen vermeinte ich, teils aus Gummi, teils aus noch nachgiebigeren Substanzen zu bestehen. —

Trotzallemdiesem hat sich in der Zwischenzeit mancherlei ereignet. Gleich {2} zwei Theorieklassen auf einmal sind mir anvertraut worden, und vielleicht kommt bald eine dritte dazu. Abgesehen von der künstlerischen Befriedigung, die mir dieses neue Betätigungsfeld gewährt, werden die Stunden höchst angenehmerweise mit R. M. 6. – honoriert, und bedeuten somit eine nicht zu unterschätzende Einnahmequelle. Ich fange ganz klein an, mit Harmonie, Formenlehre, Gehörbildung und „Orthographie“ – alles schöne Namen, hinter denen sich nichts anderes verbergen wird, als jene Dinge, die Ihnen und Ihren Schülern am Herzen liegen, aber die Herren Professores 3 wollen „Lehrpläne“ sehen; gut, so macht man halt welche! Selbstverständlich wird Ihre Theorie ausdrücklich gelehrt. Diejenigen Schüler, die nach abgelaufenem Semester {3} ausreichende Begabung zeigen, kommen in eine Fortbildungsklasse, und lernen dort die Lehre von der Stufe in Verbindung mit der Urlinie, sowie Contrapunkt etc. Von meinen Klavierschülern erhalten zwei bereits Unterweisung in der Urlinie (die andern eignen sich noch nicht dafür), und eine Schülerin davon liest bereits sehr hübsch allerhand Züge. Die beiden sind leider im Seminar des Direktors, und meinem allgemeinen Theorieunterricht dadurch entzogen. Traurigerweise ist es infolge der blödsinnigen Schulamtsbestimmungen und des zusammengewürfelten Schülermaterials im Augenblick nicht möglich eine einheitliche Schenkerklasse aufzustellen, doch werde ich dieses Ziel sicher erreichen, sobald ich einen Stamm von Schülern erst mal zum Verständnis dieser Dinge halbwegs {4} erzogen habe. Abwarten und Aufbauen; hier lerne ich geduldig sein, und dazu eine kamelhafte Ausdauer enwickeln. —

An Privatschülern habe ich bis jetzt zwei, und ich zweifle nicht, dass es bald mehr werden. Diese machen mir mehr Freude, und ich unterrichte sie genau in der Art, wie ich es selbst gelernt habe, mit Fingersätzen und Vortragsbezeichnung. Man zahlt mir ohne Weiters 10 Mark für die Stunde. —

Auch das Componieren geht weiter. Eine zweite Sonate, die schon besser wird, als die erste, ist in Arbeit; der erste Satz fertig, sonst Skizzen. Die Vorige wird im Januar hier aufgeführt, von einem recht guten, und vor allen Dingen bekannten und beliebten Klavieronkel. —

Dem Reichsverband deutscher Tonkünstler und Musiklehrer bin {5} ich auch beigetreten, nehme an seinen Versammlungen und Diskussionen teil, und will demnächst einen Vortrag über Sie und Ihr Werk halten, Ihr Einverständnis natürlich vorausgestzt. Auch für die Zeitschrift des Verbandes denke ich zu schreiben. —

Im Konservatorium habe ich die Ausgabenfrage mit unerwartetem Erfolg angeschnitten. Es soll Einheitlichkeit in der Verwendung guter Ausgaben angestrebt werden. Eine von Scharwenka 4 bewirkte schweinische Mendelssohnbearbeitung liegt derzeit (nebst Faksimile zum Vergleich) zur allgemeinen Abschreckung im Sekretariat zur Einsicht auf. —

Beiliegend erhalten Sie zwei Vergrösserungen der in Galtür gemachten 5 {6} Porträtaufnahmen, sowie eine Anzahl Postkarten, falls Sie Vrieslander und anderen Ihr neuester Konterfei etwan [sic] zukommen lassen möchten. —

Ich glaube Sie wissen noch nicht, dass mein Papi einen kleinen Sohn hat. 6 Er ist furchtbar niedlich, und die Sensation von Duisburg. Die kleine Mama ist sehr charmant, und meine Erfahrung in Stiefmüttern die denkbar beste! —

Mein neues Radio macht mir viel Freude. Ich höre viel gutes, bereichere meine Kenntnis in Kammermusik und Sinfonie, auch von den ganz alten und zum Teil ausgefallenen Helden wie Dittersdorf und Stamitz, und ausserdem lerne ich eine Menge „Moderne“ kennen, wie Milhaud, Honegger, Krenek, etc. Prokofieff und Scriabine kommen mir noch am {7} wenigsten meshugge vor. 7 Ein englischer Componist, Coleridge-Taylor gefällt mir sogar! 8

A propos England! Professor J. P. Dunn hat mir, zusamt einem sehr netten Brief, seine Übersetzung geschickt! 9 Ich habe mich sehr bedankt – mehr konnte ich nicht tun. Ich kam mir jedenfalls richtig beschenkt vor. —

Die Adaptierung Dunns für den „Klassengebrauch“ kommt mir – unter uns – gelungener vor, als Vrieslanders; 10 sie ist vertiefter und mehr als eine blosse Zusammenfassung des Wesentlichen. Trotzalledem verwende ich ich im Unterricht doch die Originale von Ihnen selbst. Es ist bei jedem Schüler verschieden, was {8} man ich zumuten kann, und was man eventuell weglässt. —

Und nun genug für heute! Recht viele und herzliche Grüsse Ihnen und Ihrer Frau Gemahlin


von
Ihrem
[signed:] Cube.

© Transcription William Drabkin, 2006


Duisburg, Rhineland,
Pulverweg 41.
29 October 1927.

Most revered master, 1

This letter should have been written long ago. In the meantime, I fell victim to the cruelty of the rightly unpopular trypanosomus communis canensis, otherwise known as the nasty common flu bacterium, 2 and for four weeks had ample opportunity to undertake profound contemplations of the effects of the above-named micro-organism on the human body. Now I am indeed on my feet again, and am able to carry out my affairs; but just ten days ago I thought I consisted partly of rubber, partly of yet more bendable materials.

In spite of all this, several things have happened in the meantime. At once {2} two theory classes were entrusted to me, and perhaps there will soon be a third one. Apart from the artistic satisfaction this new field of activity brings me, these classes will be paid most agreeably at the rate of 6 Reichsmark per hour, and thus signify a not inconsiderable source of income. I am beginning very modestly, with harmony, theory of form, aural training, and "orthography": these are pretty names behind which are concealed nothing other than those things that lie close to your heart, and those of your pupils. But the dignified professors 3 want to see "teaching plans": good, so I shall go ahead and make them! It goes without saying that your theory in particular will be taught. Those pupils who show sufficient talent by the time the semester has finished {3} will be put into an advanced class, where they will learn the theory of the harmonic degree in connection with the Urlinie, and also counterpoint, etc. Among my piano pupils, two are already receiving instruction in the Urlinie (the others are not suited to this), of whom one (female) is already quite capable of working out all manner of linear progressions. These two are, unfortunately, in the director's seminar, and have for that reason withdrawn from my class in general theory instruction. Sadly, as a result of the decision taken by the education authorities, and the jumbling together of educational materials, it is not possible at this moment to set up a class with a unified Schenkerian approach; but I shall surely achieve this goal as soon as I have succeeded in giving a core of pupils a reasonable understanding of these matters. {4} Patience and fortitude: here I am learning to be patient, and in addition to develop a camel's endurance.

I now have two private pupils so far, and do not doubt that there will be more. They give me more pleasure, and I teach them precisely in the way in which I myself learned, with fingering and performance indications. I am willingly paid 10 marks per hour.

I have also made progress in composition. A second sonata, which will be better than the first, is in progress; the first movement is finished; the rest exists only in sketches. The first sonata will be performed here in January by a well-known, popular old hand who is very good in these matters.

I have also joined the Society of German Musicians and Music Teachers. {5} I take part in their meetings and discussions, and will soon give a lecture on you and your work – assuming, of course, that I have your agreement. I am also thinking of writing for the Society's journal.

At the conservatory, I have had unexpected success regarding choice of editions. We should all be striving to use good editions. A brutish arrangement of Mendelssohn by Scharwenka 4 (with a facsimile [of the autograph] for comparison) is on display in the administrative office, for general revulsion.

I enclose two enlargements of portraits I made in Galtür 5 {6} together with a number of postcards, in case you would like Vrieslander and any other of your latest disciples to get in touch.

I believe that you do not yet know that my dad has a little boy. 6 He is frightfully cute, and the sensation of Duisburg. The little mama is very charming, and my experience with stepmothers is the best imaginable!

My new radio brings me great pleasure. I hear much that is good, and enrich my knowledge of chamber and symphonic music, including that of very old and, in some cases, forgotten heroes like Dittersdorf and Stamitz. In addition, I am learning a lot of music by the "moderns", like Milhaud, Honegger, and Krenek. Prokofiev and Scriabin still strike me as the least meshugge. 7 {7} I actually like the music of an English composer, Coleridge-Taylor! 8

Speaking of England: Professor J. P. Dunn sent me his translation [of part of Schenker's Counterpoint], together with a very nice letter! 9 I thanked him profusely for it – more I could not do. At any rate I found this very generous of him.

Between us: I think that the adaptation of Dunn's text for classroom use would meet with greater success than that of Vrieslander's: 10 it gets deeper into the matter, and is more than a mere summary of the main points. Nonetheless, I I use only your original texts for my teaching. Each student is different with respect to {8} what they can be entrusted with, and what should perhaps be omitted.

And that's enough for today. Many affectionate greetings to you and your wife


from
Your
[signed:] Cube.

© Translation William Drabkin, 2006


Duisburg, Rhld.
Pulverweg 41.
29.X.27.

Sehr verehrter Meister! 1

Schon lange soll dieser Brief geschrieben worden sein. Indes geriet ich in die Gewalt des mit Recht sehr unbeliebten Trypanosomus communis canensis, oder des hundsgemeinen Grippenbazillus, 2 und hatte während vier Wochen ausreichende Gelegenheit über die Einwirkungen obbesagten Mikroorganismus auf den menschlichen Körper tiefgehende Betrachtungen anzustellen. Jetzt bin ich ja soweit wieder im Schwung, und vermag meinen Geschäften nachzugehen, aber noch vor zehn Tagen vermeinte ich, teils aus Gummi, teils aus noch nachgiebigeren Substanzen zu bestehen. —

Trotzallemdiesem hat sich in der Zwischenzeit mancherlei ereignet. Gleich {2} zwei Theorieklassen auf einmal sind mir anvertraut worden, und vielleicht kommt bald eine dritte dazu. Abgesehen von der künstlerischen Befriedigung, die mir dieses neue Betätigungsfeld gewährt, werden die Stunden höchst angenehmerweise mit R. M. 6. – honoriert, und bedeuten somit eine nicht zu unterschätzende Einnahmequelle. Ich fange ganz klein an, mit Harmonie, Formenlehre, Gehörbildung und „Orthographie“ – alles schöne Namen, hinter denen sich nichts anderes verbergen wird, als jene Dinge, die Ihnen und Ihren Schülern am Herzen liegen, aber die Herren Professores 3 wollen „Lehrpläne“ sehen; gut, so macht man halt welche! Selbstverständlich wird Ihre Theorie ausdrücklich gelehrt. Diejenigen Schüler, die nach abgelaufenem Semester {3} ausreichende Begabung zeigen, kommen in eine Fortbildungsklasse, und lernen dort die Lehre von der Stufe in Verbindung mit der Urlinie, sowie Contrapunkt etc. Von meinen Klavierschülern erhalten zwei bereits Unterweisung in der Urlinie (die andern eignen sich noch nicht dafür), und eine Schülerin davon liest bereits sehr hübsch allerhand Züge. Die beiden sind leider im Seminar des Direktors, und meinem allgemeinen Theorieunterricht dadurch entzogen. Traurigerweise ist es infolge der blödsinnigen Schulamtsbestimmungen und des zusammengewürfelten Schülermaterials im Augenblick nicht möglich eine einheitliche Schenkerklasse aufzustellen, doch werde ich dieses Ziel sicher erreichen, sobald ich einen Stamm von Schülern erst mal zum Verständnis dieser Dinge halbwegs {4} erzogen habe. Abwarten und Aufbauen; hier lerne ich geduldig sein, und dazu eine kamelhafte Ausdauer enwickeln. —

An Privatschülern habe ich bis jetzt zwei, und ich zweifle nicht, dass es bald mehr werden. Diese machen mir mehr Freude, und ich unterrichte sie genau in der Art, wie ich es selbst gelernt habe, mit Fingersätzen und Vortragsbezeichnung. Man zahlt mir ohne Weiters 10 Mark für die Stunde. —

Auch das Componieren geht weiter. Eine zweite Sonate, die schon besser wird, als die erste, ist in Arbeit; der erste Satz fertig, sonst Skizzen. Die Vorige wird im Januar hier aufgeführt, von einem recht guten, und vor allen Dingen bekannten und beliebten Klavieronkel. —

Dem Reichsverband deutscher Tonkünstler und Musiklehrer bin {5} ich auch beigetreten, nehme an seinen Versammlungen und Diskussionen teil, und will demnächst einen Vortrag über Sie und Ihr Werk halten, Ihr Einverständnis natürlich vorausgestzt. Auch für die Zeitschrift des Verbandes denke ich zu schreiben. —

Im Konservatorium habe ich die Ausgabenfrage mit unerwartetem Erfolg angeschnitten. Es soll Einheitlichkeit in der Verwendung guter Ausgaben angestrebt werden. Eine von Scharwenka 4 bewirkte schweinische Mendelssohnbearbeitung liegt derzeit (nebst Faksimile zum Vergleich) zur allgemeinen Abschreckung im Sekretariat zur Einsicht auf. —

Beiliegend erhalten Sie zwei Vergrösserungen der in Galtür gemachten 5 {6} Porträtaufnahmen, sowie eine Anzahl Postkarten, falls Sie Vrieslander und anderen Ihr neuester Konterfei etwan [sic] zukommen lassen möchten. —

Ich glaube Sie wissen noch nicht, dass mein Papi einen kleinen Sohn hat. 6 Er ist furchtbar niedlich, und die Sensation von Duisburg. Die kleine Mama ist sehr charmant, und meine Erfahrung in Stiefmüttern die denkbar beste! —

Mein neues Radio macht mir viel Freude. Ich höre viel gutes, bereichere meine Kenntnis in Kammermusik und Sinfonie, auch von den ganz alten und zum Teil ausgefallenen Helden wie Dittersdorf und Stamitz, und ausserdem lerne ich eine Menge „Moderne“ kennen, wie Milhaud, Honegger, Krenek, etc. Prokofieff und Scriabine kommen mir noch am {7} wenigsten meshugge vor. 7 Ein englischer Componist, Coleridge-Taylor gefällt mir sogar! 8

A propos England! Professor J. P. Dunn hat mir, zusamt einem sehr netten Brief, seine Übersetzung geschickt! 9 Ich habe mich sehr bedankt – mehr konnte ich nicht tun. Ich kam mir jedenfalls richtig beschenkt vor. —

Die Adaptierung Dunns für den „Klassengebrauch“ kommt mir – unter uns – gelungener vor, als Vrieslanders; 10 sie ist vertiefter und mehr als eine blosse Zusammenfassung des Wesentlichen. Trotzalledem verwende ich ich im Unterricht doch die Originale von Ihnen selbst. Es ist bei jedem Schüler verschieden, was {8} man ich zumuten kann, und was man eventuell weglässt. —

Und nun genug für heute! Recht viele und herzliche Grüsse Ihnen und Ihrer Frau Gemahlin


von
Ihrem
[signed:] Cube.

© Transcription William Drabkin, 2006


Duisburg, Rhineland,
Pulverweg 41.
29 October 1927.

Most revered master, 1

This letter should have been written long ago. In the meantime, I fell victim to the cruelty of the rightly unpopular trypanosomus communis canensis, otherwise known as the nasty common flu bacterium, 2 and for four weeks had ample opportunity to undertake profound contemplations of the effects of the above-named micro-organism on the human body. Now I am indeed on my feet again, and am able to carry out my affairs; but just ten days ago I thought I consisted partly of rubber, partly of yet more bendable materials.

In spite of all this, several things have happened in the meantime. At once {2} two theory classes were entrusted to me, and perhaps there will soon be a third one. Apart from the artistic satisfaction this new field of activity brings me, these classes will be paid most agreeably at the rate of 6 Reichsmark per hour, and thus signify a not inconsiderable source of income. I am beginning very modestly, with harmony, theory of form, aural training, and "orthography": these are pretty names behind which are concealed nothing other than those things that lie close to your heart, and those of your pupils. But the dignified professors 3 want to see "teaching plans": good, so I shall go ahead and make them! It goes without saying that your theory in particular will be taught. Those pupils who show sufficient talent by the time the semester has finished {3} will be put into an advanced class, where they will learn the theory of the harmonic degree in connection with the Urlinie, and also counterpoint, etc. Among my piano pupils, two are already receiving instruction in the Urlinie (the others are not suited to this), of whom one (female) is already quite capable of working out all manner of linear progressions. These two are, unfortunately, in the director's seminar, and have for that reason withdrawn from my class in general theory instruction. Sadly, as a result of the decision taken by the education authorities, and the jumbling together of educational materials, it is not possible at this moment to set up a class with a unified Schenkerian approach; but I shall surely achieve this goal as soon as I have succeeded in giving a core of pupils a reasonable understanding of these matters. {4} Patience and fortitude: here I am learning to be patient, and in addition to develop a camel's endurance.

I now have two private pupils so far, and do not doubt that there will be more. They give me more pleasure, and I teach them precisely in the way in which I myself learned, with fingering and performance indications. I am willingly paid 10 marks per hour.

I have also made progress in composition. A second sonata, which will be better than the first, is in progress; the first movement is finished; the rest exists only in sketches. The first sonata will be performed here in January by a well-known, popular old hand who is very good in these matters.

I have also joined the Society of German Musicians and Music Teachers. {5} I take part in their meetings and discussions, and will soon give a lecture on you and your work – assuming, of course, that I have your agreement. I am also thinking of writing for the Society's journal.

At the conservatory, I have had unexpected success regarding choice of editions. We should all be striving to use good editions. A brutish arrangement of Mendelssohn by Scharwenka 4 (with a facsimile [of the autograph] for comparison) is on display in the administrative office, for general revulsion.

I enclose two enlargements of portraits I made in Galtür 5 {6} together with a number of postcards, in case you would like Vrieslander and any other of your latest disciples to get in touch.

I believe that you do not yet know that my dad has a little boy. 6 He is frightfully cute, and the sensation of Duisburg. The little mama is very charming, and my experience with stepmothers is the best imaginable!

My new radio brings me great pleasure. I hear much that is good, and enrich my knowledge of chamber and symphonic music, including that of very old and, in some cases, forgotten heroes like Dittersdorf and Stamitz. In addition, I am learning a lot of music by the "moderns", like Milhaud, Honegger, and Krenek. Prokofiev and Scriabin still strike me as the least meshugge. 7 {7} I actually like the music of an English composer, Coleridge-Taylor! 8

Speaking of England: Professor J. P. Dunn sent me his translation [of part of Schenker's Counterpoint], together with a very nice letter! 9 I thanked him profusely for it – more I could not do. At any rate I found this very generous of him.

Between us: I think that the adaptation of Dunn's text for classroom use would meet with greater success than that of Vrieslander's: 10 it gets deeper into the matter, and is more than a mere summary of the main points. Nonetheless, I I use only your original texts for my teaching. Each student is different with respect to {8} what they can be entrusted with, and what should perhaps be omitted.

And that's enough for today. Many affectionate greetings to you and your wife


from
Your
[signed:] Cube.

© Translation William Drabkin, 2006

Footnotes

1 Receipt of this letter is recorded in Schenker's diary at OJ 4/1, p. 3130, November 5, 1927: "Von Cube die in Galtür gemachten Aufnahmen u. ein langer Bericht über den Stand des Unterrichts." ("From Cube, the photographs taken in Galtür, and a long report on how his teaching is going.").

2 "hundsgemein", literally "dog-common", i.e. common or vulgar in a nasty sense. Cube translates this into Latin (... communis canensis), emphasizing the seriousness of his condition by the use of a verbal joke. (See also following note.)

3 Cube uses the Latin form of the plural, rather than the German "Professoren", to emphasize the pedantic nature of the conservatory authorities.

4 Philipp Scharwenka (1847-1917), Polish-German composer of opera, choral, orchestral and instrumental works.

5 Cube was skilled in making line-drawings of people, and it is unclear whether these were drawings or photographs: (1) OJ 72/14, item 10, is "Portrait, head and shoulders [of Heinrich Schenker], left profile, with spectacles. Mounted. Signed in pencil on the mount: 'v. Cube. 1927'. Together with enlarged print, reversed." (2) OJ 72/16, item 4, is "Portrait [of Jeanette Schenker], head and shoulders, right profile, mounted. Signed: "v. Cube. 1927" These may perhaps be the pictures referred to in OJ 5/7a, [11] (formerly vC 11) and OJ 5/7a, [12] (formerly vC 12).

6 Cube's father had recently remarried, despite initial social pressures against his union with a teenage ballet dancer (see OJ 9/34, [1], January 21, 1925).

7 Cube's use of a Yiddish term "meshugge"(meaning "crazy," "foolish") here is a characterstic linguistic deflection, and possibly also a nod to his teacher's Jewish background and sense of humour.

8 Samuel Coleridge-Taylor (1875–1912), English composer, whose most celebrated work is the cantata Hiawatha's Wedding Feast (1898).

9 Schenker greatly admired Dunn for having translated a portion of his writings into English.

10 Nothing is known of an adaptation of Kontrapunkt by Otto Vrieslander; however, he apparently wrote a "commentary" on Harmonielehre of around 450 pages (OC 18/5, November 9, 1932).

Commentary

Format
8-p letter, oblong format, the second recto numbered "II", holograph message and signature
Provenance
Schenker, Heinrich ([document date]-1935)--Schenker, Jeanette (1935-c.1942)--Ratz, Erwin (c.1942-c.1955)--Jonas, Oswald (c.1955-1978)--University of California, Riverside (1978--)
Rights Holder
IPR: The heirs of Felix-Eberhard von Cube -- except for enclosed printed materials
License
Permission to publish granted by the heirs of Felix-Eberhard von Cube, March 2006. Any claim to intellectual rights on this document should be addressed to the Schenker Correspondence Project, Faculty of Music, University of Cambridge, at schenkercorrespondence [at] mus (dot) cam (dot) ac (dot) uk.

Digital version created: 2006-06-21
Last updated: 2011-04-16