Wien 30. VII. 34
Grundlsee, St[eier]m[ar]k
Bräuhof 23

Sehr geehrter Herr Doktor, 1

Es bedarf wohl einer Erklärung, warum ich so lange nicht geschrieben, ja von dem endgültigen Ergebnis in Berlin und meinem Konzert noch nicht einmal Nachricht gegeben. Ich hatte nämlich die Absicht kurze Zeit nach dem Konzert einen Abstecher nach Gastein zu machen, wo meine Mutter sich gerade aufhält, und wollte mir bei dieser Gelegenheit erlauben, Sie in Böckstein aufzusuchen. 2 So glaubte ich Alles für einen mündlichen Bericht aufsparen zu können. Nun hat sich aber durch ein Familienereignis, das ich vorerst abzuwarten hatte und dies über 2 Wochen später eintrat, als vorausgesehen ‒ wir haben heute morgens ein Töchterchen bekommen — {2} der Zeitpunkt derart verschoben, daß ich auf diese Reise leider verzichten und erst recht zu einem Brief Zuflucht nehmen muß.

Ich hole zuerst nach, daß ich in Berlin zu meinem größten Bedauern keine Gelegenheit hatte Dr. Furtwängler persönlich zu sprechen. Er kam erst einen Tag vor meiner Abreise zurück und war nicht mehr zu erreichen. So habe ich einen Brief geschrieben und den Ihren beigefügt und hoffe ein andres Mal mehr Glück zu haben. Ein positives Ergebnis konnte ich dort (ohne daß ich deshalb die Reise bereue) nicht erzielen. Ein paar Wochen waren bis vor kurzem in Schwebe, nun habe ich auch von der letzten Stadt (Saarbrücken) eine Absage. Es ist also schon nämlich sicher, daß ich das nächste (Schul-)Jahr wieder in Wien sein werde. Es sei denn, daß noch etwas aus Innsbruck wird, wo den Posten eines 2. Kapellmeisters (hauptsächl Operetten) frei werden soll, und man mir für diesen Fall ein Probedirigieren versprochen hat. Ich glaube aber nicht mehr {3} recht daran. —

Das Schlußkonzert der Akademie fand am 23. vorigen Monats im gr. Konzerthaussaal statt. Meinen Anteil werden Sie aus dem beiliegenden Programm entnehmen; 3 Das Orchester bestand aus Schülern der Akademie und war in den Bläsern z. Teil sehr gut, in den Streichern qualitätiv und quantitätiv (12. I Geigen 46 Bässe) schwach. Was nun meine Leistungen betrifft, so wurde eine für einen Debutanten erstaunliche technische Sicherheit ziemlich allgemein anerkannt, über die Wiedergabe der Tragischen geben vielleicht gelegentlich noch meine Kollegen ihren Eindruck wieder. Ich selbst weiß eine Menge Stellen, die „nicht da“ waren, was zum Teil am mir, zum Teil auch am Orchester lag, welches (b. d. Streichen) vieles schuldig blieb und, wenn es auch bei der Aufführung mit einer rührenden Aufmerksamkeit und Hingabe spielte, doch weniger leicht beweglich war, als ich's gewünscht hätte.

{4} Im August wollte ich nach Salzburg fahren, um einiges von den Festspielen zu hören und an dem dortigen Dirigentenkurs teilzunehmen, hauptsächlich wegen der Aussicht wieder mit Orchester zu arbeiten und mit verschiedenen musikal. Persönlichkeiten in Kontakt zu kommen. Dr. Paumgartner, an den ich mich wegen eines Freiplatzes wendete, hat sich sehr für mich eingesetzt, mußte mir aber schließlich mitteilen, daß mit Rücksicht auf die schlechte Saison ein Freiplatz wohl nicht in Frage käme, eine bedeutende Ermäßigung aber am Ort u. Stelle zu erreichen sein dürfte. Zugleich konnte ich entnehmen, daß es aus dem selben Grunde mit dem zur Verfügung stehenden Orchester dürftig bestellt sei. Ich war nun sehr im Zweifel was ich tun solle. Nun hat vor etwa einer Woche die Sache plötzlich eine unerwartete Lösung gefunden. Die Rawag (unterzeichnet Kabasta) schrieb mir, sie beabsichtige am 6. Sept. ein Orch.konzert des Wr. Symphoniker unter der Devise „Junge Künstler“ zu veranstalten und {5} werde mir und einem Kollegen die Leitung übertragen. Ich habe 40 Min. Spielzeit und dürfte wahrscheinlich die III. Brahms und den Till Eulenspiegel dirigieren. Darauf hin habe ich mich entschloßen Salzburg endgültig fallen zu lassen und auf ein paar Wochen nach Grundlsee 4 zu gehen und meine Partituren und noch andere dazu dort spazieren zu führen. 5 Ich denke in etwa 3 Tagen abzureisen.

Sie können sich denken, wie sehr ich mich über das Radiokonzert freue und besonders deshalb, weil ich die Hoffnung hege, daß Sie, sehr geehrter Herr Doktor, sich den Brahms vielleicht abhören würden. 6 Ich weiß ja wohl, wie unbescheiden es ist Ihre kostbare Zeit damit in Anspruch zu nehmen, und muß zudem fürchten, daß meine Leistung Ihren Anforderungen kaum genügen wird. Anderseits ist doch meine ganze künstlerische Existenz so ganz von Ihrem mittelbaren u. unmittelbaren Einfluß bestimmt und meine {6} Bemühung aufrichtig darauf gerichtet, eine Wiedergabe in Ihrem Sinne nähern kommen, daß es vielleicht verzeihlich scheint, wenn ich, auf die Gefahr hin zudringlich zu scheinen, mich so sehr bemühe, Ihre [sic] für mich unschätzbares Urteil zu erlangen.

So bitte ich Sie, es mir nicht übelzunehmen, wenn ich mir gestatte, Ihnen, sobald ich Näheres über das Konzert erfahre, nochmals Nachricht zu geben.

Dr. Jonas hat Sie wohl besucht? Er kündigte mir seine Ankunft in Wien für den 28. dm. Bis heute habe ich nichts von ihm gehört, hoffe aber doch noch mit ihm zusammen zu kommen. Sein Buch 7 habe ich mit großem Respekt gelesen. Hoffentlich hat es auch nach außen hin Erfolg!

Nun habe ich Sie, verehrter Herr Doktor, aber bereits über Gebühr aufgehalten! Mit den ergebensten Empfehlungen an die gnädige Frau verbleibe ich


In Verehrung Ihr dankbarer
[signed:] Manfred Willfort

© Transcription Ian Bent and William Drabkin, 2016


Vienna July 30, 1934
Grundlsee, Styria
Bräuhof 23

Dear Dr. [Schenker], 1

I owe you an explanation as to why I have not written for so long, in particular why I have not yet given you news of the outcome of [my visit to] Berlin and my concert. I had in fact intended to make an excursion, shortly after the concert, to Gastein where my mother is presently staying, and was hoping to take the opportunity of calling on you in Böckstein. 2 So I thought I could save it all up for a face-to-face report. But as a result of a family event for which I first had to wait, and which happened two weeks later than expected ‒ this morning we had a baby daughter ‒, {2} the time [of my departure] was so far postponed that I had sadly to abandon the trip, and only now am obliged to resort to a letter.

First of all, to my deep regret, I had no opportunity in Berlin to speak in person to Dr. Furtwängler. He did not return until the day before my departure, and could not be reached. So I wrote a letter enclosing yours, and hope to have better luck another time. I was unable to achieve a positive outcome on that front (but that doesn't mean that I regret the trip on that account). There were a couple of weeks of uncertainty until recently; now I have received a rejection from the very last city (Saarbrücken). So it's finally definite that I will be in Vienna for the next (academic) year. It may be that something will yet materialize in Innsbruck, where the post of a second conductor (primarily operettas) is due to fall vacant, and in the event of this happening I have been promised a conducting trial. But I am {3} no longer holding out any hope. —

The final concert of the Academy took place on the 23rd of last month in the large hall of the [Vienna] Concert House. You will gather my part [in this] from the enclosed program. 3 The orchestra comprised pupils from the Academy; in the winds it was at times very good, in the strings qualitatively and quantitatively (twelve first violins, foursix basses) weak. As regards my performance, there was considerable general recognition that, for a beginner, [I achieved] astonishing technical security. On the rendering of the [Brahms] "Tragic" [Overture] my colleagues will perhaps at some stage give [me] their opinions. I myself am aware of a host of passages that were "not up to the mark," and this was in part my fault, in part also that of the orchestra, which (particularly the strings) left a lot to be desired. And even though at the performance it played with a touching alertness and commitment, nevertheless it was less nimble than I had hope for.

{4} In August I was hoping to go to Salzburg in order to hear something of the festival and to take part in the conducting course there, principally with a view to working with an orchestra again, and to make contact with various musical notables. Dr. Paumgartner, to whom I turned regarding a scholarlship, worked hard on my behalf but had finally to inform me that because of the poor season there was not going to be any scholarship, but that it ought to be possible to get a significant reduction on the spot. Simultaneously I gathered that for the same reasons the orchestra at my disposal would leave much to be desired. That left me very much in two minds what I should do. Then about a week ago an unexpected solution suddenly emerged. RAVAG sent me a letter (signed by Kabasta) saying that they had in mind to arrange a concert by the Vienna Symphony Orchestra on September 6 under the slogan "Young Artists", and {5} would assign the artistic direction to me and a colleague. I have 40 minutes playing time and am probably to conduct Brahms's Third Symphony and Till Eulenspiegel . Thereupon I have finally decided to drop Salzburg and go to Grundlsee 4 for a couple of weeks and take my scores and other things for a walk. 5 I plan to depart in about three days' time.

You can just imagine how delighted I am about the radio concert, especially so because I nurture the hope that you, dear Dr. [Schenker], might perhaps listen in to the Brahms. 6 I am acutely aware how presumptuous it is to call upon your precious time for this; and I have to fear, in addition, that my performance will scarcely live up to your high standards. On the other hand, my whole artistic existence is so utterly determined by your influence, direct and indirect, and my {6} efforts [so] wholeheartedly directed toward coming close to an interpretation consistent with your understanding, that it might perhaps seem pardonable if I, at the risk of appearing importunate, strive so hard to obtain your verdict, which is of inestimable value to me.

So I beg you not to think ill of me if I take the liberty of giving you further information about the concert as soon as I hear more.

Has Dr. Jonas visited you? He told me he would be arriving in Vienna on the 28th. I have heard nothing from him up to now, but hope still to get together with him. I have read his book 7 with great respect. Let us hope it has success also in the outside world!

Now I have, dear Dr. [Schenker], already taken up too much of your time. With the most devoted regards to your dear wife, I remain


With reverence, your grateful
[signed:] Manfred Willfort

© Translation Ian Bent, William Drabkin, and Hedi Siegel, 2016


Wien 30. VII. 34
Grundlsee, St[eier]m[ar]k
Bräuhof 23

Sehr geehrter Herr Doktor, 1

Es bedarf wohl einer Erklärung, warum ich so lange nicht geschrieben, ja von dem endgültigen Ergebnis in Berlin und meinem Konzert noch nicht einmal Nachricht gegeben. Ich hatte nämlich die Absicht kurze Zeit nach dem Konzert einen Abstecher nach Gastein zu machen, wo meine Mutter sich gerade aufhält, und wollte mir bei dieser Gelegenheit erlauben, Sie in Böckstein aufzusuchen. 2 So glaubte ich Alles für einen mündlichen Bericht aufsparen zu können. Nun hat sich aber durch ein Familienereignis, das ich vorerst abzuwarten hatte und dies über 2 Wochen später eintrat, als vorausgesehen ‒ wir haben heute morgens ein Töchterchen bekommen — {2} der Zeitpunkt derart verschoben, daß ich auf diese Reise leider verzichten und erst recht zu einem Brief Zuflucht nehmen muß.

Ich hole zuerst nach, daß ich in Berlin zu meinem größten Bedauern keine Gelegenheit hatte Dr. Furtwängler persönlich zu sprechen. Er kam erst einen Tag vor meiner Abreise zurück und war nicht mehr zu erreichen. So habe ich einen Brief geschrieben und den Ihren beigefügt und hoffe ein andres Mal mehr Glück zu haben. Ein positives Ergebnis konnte ich dort (ohne daß ich deshalb die Reise bereue) nicht erzielen. Ein paar Wochen waren bis vor kurzem in Schwebe, nun habe ich auch von der letzten Stadt (Saarbrücken) eine Absage. Es ist also schon nämlich sicher, daß ich das nächste (Schul-)Jahr wieder in Wien sein werde. Es sei denn, daß noch etwas aus Innsbruck wird, wo den Posten eines 2. Kapellmeisters (hauptsächl Operetten) frei werden soll, und man mir für diesen Fall ein Probedirigieren versprochen hat. Ich glaube aber nicht mehr {3} recht daran. —

Das Schlußkonzert der Akademie fand am 23. vorigen Monats im gr. Konzerthaussaal statt. Meinen Anteil werden Sie aus dem beiliegenden Programm entnehmen; 3 Das Orchester bestand aus Schülern der Akademie und war in den Bläsern z. Teil sehr gut, in den Streichern qualitätiv und quantitätiv (12. I Geigen 46 Bässe) schwach. Was nun meine Leistungen betrifft, so wurde eine für einen Debutanten erstaunliche technische Sicherheit ziemlich allgemein anerkannt, über die Wiedergabe der Tragischen geben vielleicht gelegentlich noch meine Kollegen ihren Eindruck wieder. Ich selbst weiß eine Menge Stellen, die „nicht da“ waren, was zum Teil am mir, zum Teil auch am Orchester lag, welches (b. d. Streichen) vieles schuldig blieb und, wenn es auch bei der Aufführung mit einer rührenden Aufmerksamkeit und Hingabe spielte, doch weniger leicht beweglich war, als ich's gewünscht hätte.

{4} Im August wollte ich nach Salzburg fahren, um einiges von den Festspielen zu hören und an dem dortigen Dirigentenkurs teilzunehmen, hauptsächlich wegen der Aussicht wieder mit Orchester zu arbeiten und mit verschiedenen musikal. Persönlichkeiten in Kontakt zu kommen. Dr. Paumgartner, an den ich mich wegen eines Freiplatzes wendete, hat sich sehr für mich eingesetzt, mußte mir aber schließlich mitteilen, daß mit Rücksicht auf die schlechte Saison ein Freiplatz wohl nicht in Frage käme, eine bedeutende Ermäßigung aber am Ort u. Stelle zu erreichen sein dürfte. Zugleich konnte ich entnehmen, daß es aus dem selben Grunde mit dem zur Verfügung stehenden Orchester dürftig bestellt sei. Ich war nun sehr im Zweifel was ich tun solle. Nun hat vor etwa einer Woche die Sache plötzlich eine unerwartete Lösung gefunden. Die Rawag (unterzeichnet Kabasta) schrieb mir, sie beabsichtige am 6. Sept. ein Orch.konzert des Wr. Symphoniker unter der Devise „Junge Künstler“ zu veranstalten und {5} werde mir und einem Kollegen die Leitung übertragen. Ich habe 40 Min. Spielzeit und dürfte wahrscheinlich die III. Brahms und den Till Eulenspiegel dirigieren. Darauf hin habe ich mich entschloßen Salzburg endgültig fallen zu lassen und auf ein paar Wochen nach Grundlsee 4 zu gehen und meine Partituren und noch andere dazu dort spazieren zu führen. 5 Ich denke in etwa 3 Tagen abzureisen.

Sie können sich denken, wie sehr ich mich über das Radiokonzert freue und besonders deshalb, weil ich die Hoffnung hege, daß Sie, sehr geehrter Herr Doktor, sich den Brahms vielleicht abhören würden. 6 Ich weiß ja wohl, wie unbescheiden es ist Ihre kostbare Zeit damit in Anspruch zu nehmen, und muß zudem fürchten, daß meine Leistung Ihren Anforderungen kaum genügen wird. Anderseits ist doch meine ganze künstlerische Existenz so ganz von Ihrem mittelbaren u. unmittelbaren Einfluß bestimmt und meine {6} Bemühung aufrichtig darauf gerichtet, eine Wiedergabe in Ihrem Sinne nähern kommen, daß es vielleicht verzeihlich scheint, wenn ich, auf die Gefahr hin zudringlich zu scheinen, mich so sehr bemühe, Ihre [sic] für mich unschätzbares Urteil zu erlangen.

So bitte ich Sie, es mir nicht übelzunehmen, wenn ich mir gestatte, Ihnen, sobald ich Näheres über das Konzert erfahre, nochmals Nachricht zu geben.

Dr. Jonas hat Sie wohl besucht? Er kündigte mir seine Ankunft in Wien für den 28. dm. Bis heute habe ich nichts von ihm gehört, hoffe aber doch noch mit ihm zusammen zu kommen. Sein Buch 7 habe ich mit großem Respekt gelesen. Hoffentlich hat es auch nach außen hin Erfolg!

Nun habe ich Sie, verehrter Herr Doktor, aber bereits über Gebühr aufgehalten! Mit den ergebensten Empfehlungen an die gnädige Frau verbleibe ich


In Verehrung Ihr dankbarer
[signed:] Manfred Willfort

© Transcription Ian Bent and William Drabkin, 2016


Vienna July 30, 1934
Grundlsee, Styria
Bräuhof 23

Dear Dr. [Schenker], 1

I owe you an explanation as to why I have not written for so long, in particular why I have not yet given you news of the outcome of [my visit to] Berlin and my concert. I had in fact intended to make an excursion, shortly after the concert, to Gastein where my mother is presently staying, and was hoping to take the opportunity of calling on you in Böckstein. 2 So I thought I could save it all up for a face-to-face report. But as a result of a family event for which I first had to wait, and which happened two weeks later than expected ‒ this morning we had a baby daughter ‒, {2} the time [of my departure] was so far postponed that I had sadly to abandon the trip, and only now am obliged to resort to a letter.

First of all, to my deep regret, I had no opportunity in Berlin to speak in person to Dr. Furtwängler. He did not return until the day before my departure, and could not be reached. So I wrote a letter enclosing yours, and hope to have better luck another time. I was unable to achieve a positive outcome on that front (but that doesn't mean that I regret the trip on that account). There were a couple of weeks of uncertainty until recently; now I have received a rejection from the very last city (Saarbrücken). So it's finally definite that I will be in Vienna for the next (academic) year. It may be that something will yet materialize in Innsbruck, where the post of a second conductor (primarily operettas) is due to fall vacant, and in the event of this happening I have been promised a conducting trial. But I am {3} no longer holding out any hope. —

The final concert of the Academy took place on the 23rd of last month in the large hall of the [Vienna] Concert House. You will gather my part [in this] from the enclosed program. 3 The orchestra comprised pupils from the Academy; in the winds it was at times very good, in the strings qualitatively and quantitatively (twelve first violins, foursix basses) weak. As regards my performance, there was considerable general recognition that, for a beginner, [I achieved] astonishing technical security. On the rendering of the [Brahms] "Tragic" [Overture] my colleagues will perhaps at some stage give [me] their opinions. I myself am aware of a host of passages that were "not up to the mark," and this was in part my fault, in part also that of the orchestra, which (particularly the strings) left a lot to be desired. And even though at the performance it played with a touching alertness and commitment, nevertheless it was less nimble than I had hope for.

{4} In August I was hoping to go to Salzburg in order to hear something of the festival and to take part in the conducting course there, principally with a view to working with an orchestra again, and to make contact with various musical notables. Dr. Paumgartner, to whom I turned regarding a scholarlship, worked hard on my behalf but had finally to inform me that because of the poor season there was not going to be any scholarship, but that it ought to be possible to get a significant reduction on the spot. Simultaneously I gathered that for the same reasons the orchestra at my disposal would leave much to be desired. That left me very much in two minds what I should do. Then about a week ago an unexpected solution suddenly emerged. RAVAG sent me a letter (signed by Kabasta) saying that they had in mind to arrange a concert by the Vienna Symphony Orchestra on September 6 under the slogan "Young Artists", and {5} would assign the artistic direction to me and a colleague. I have 40 minutes playing time and am probably to conduct Brahms's Third Symphony and Till Eulenspiegel . Thereupon I have finally decided to drop Salzburg and go to Grundlsee 4 for a couple of weeks and take my scores and other things for a walk. 5 I plan to depart in about three days' time.

You can just imagine how delighted I am about the radio concert, especially so because I nurture the hope that you, dear Dr. [Schenker], might perhaps listen in to the Brahms. 6 I am acutely aware how presumptuous it is to call upon your precious time for this; and I have to fear, in addition, that my performance will scarcely live up to your high standards. On the other hand, my whole artistic existence is so utterly determined by your influence, direct and indirect, and my {6} efforts [so] wholeheartedly directed toward coming close to an interpretation consistent with your understanding, that it might perhaps seem pardonable if I, at the risk of appearing importunate, strive so hard to obtain your verdict, which is of inestimable value to me.

So I beg you not to think ill of me if I take the liberty of giving you further information about the concert as soon as I hear more.

Has Dr. Jonas visited you? He told me he would be arriving in Vienna on the 28th. I have heard nothing from him up to now, but hope still to get together with him. I have read his book 7 with great respect. Let us hope it has success also in the outside world!

Now I have, dear Dr. [Schenker], already taken up too much of your time. With the most devoted regards to your dear wife, I remain


With reverence, your grateful
[signed:] Manfred Willfort

© Translation Ian Bent, William Drabkin, and Hedi Siegel, 2016

Footnotes

1 Receipt of this letter is recorded in Schenker's diary at OJ 4/7, p. 3929, July 31, 1934: "Von Willfort (Br., 6 Seiten!): schickt das Programm vom 23. VI.; über die Berliner u. sonstigen Pläne." ("From Willfort (six-page letter!): he sends the program of June 23; about the Berliners, and other plans.").

2 For the summer vacation in 1934, the Schenkers departed on June 15, arriving in Böckstein the same day, returning via Salzburg on September 3‒6.

3 The program is not filed with the letter.

4 Grundlsee: lake approximately 200 km (c. 125 miles) southwest of Vienna, c. 35 km (c. 22 miles) south of Gmunden, close to Bad Aussee and Bad Ischl. Bräuhof is one of the five villages (Ortschaften) that make up the community as a whole, and is the principal village (Hauptortschaft). Several members of Schenker's circle spent some of their summers at the Grundlsee, among them Moriz Violin, Hans Weisse, and Victor Hammer, as did Willfort's fellow seminar members Felix Salzer and Greta Kraus.

5 "take for a walk": Willfort presumably means turn them over in his mind while he is holidaying or out walking.

6 The concert took place; for Schenker's reaction see OC 44/42, footnote.

7 Oswald Jonas, Das Wesen des musikalischen Kunstwerks: Einführung in die Lehre Heinrich Schenkers (Vienna: Saturn Verlag, 1934).

Commentary

Format
6p letter, holograph message and signature, sender address in unknown hand (Lateinschrift)
Provenance
Schenker, Heinrich (document date-1935)--Schenker, Jeanette (1935-c.1942)--Ratz, Erwin (c.1942-c.1945)--Jonas, Oswald (c.1945-1978)--University of California, Riverside (1978--)
Rights Holder
Heirs of Manfred Willfort
License
The heirs of Manfred Willfort are being sought. Any claim to intellectual rights on this document should be addressed to the Schenker Documents Online project, at schenkercorrespondence (at) mus [dot] cam (dot) uk

Digital version created: 2016-02-09
Last updated: 2011-09-05