Rom
via Sardegna 79
1. November 1923.


Lieber Meister! 1

Es war eine grosse Freude für mich, zu hören, 2 dass Ihre Sache sicher von Erfolg zu Erfolg schreitet. Dass Herzkas Spürnase eine „Konjunktur“ darin wittert, dass er Ihre Tribüne erweitert und vergrössert, das ist ein sicheres Zeichen für die wachsende „Nachfrage.“ Und da diese Nachfrage kaum auf müssige Neugier, sondern wohl mehr auf das langsame aber unaufhaltsame Durchdringen Ihrer Gedanken zurückzuführen ist, in einer Zeit, wo das Suchen kein Ende ist, wo die Verzweiflung die Schüler von den schlechten Lehrern forttreibt, wo so Unzählige eine Rechtfertigung Ihres Daseins als Musiker und darum zunächst einen Halt suchen — darum, meine ich, kann nun der Erfolg nur noch eine Sache von geringer Zeit sein. Teilangriffe, Überraschungs-Manöver führen schneller zu gewissen Zielen. Aber ein Frontalangriff, wie der Ihre, musste sich allmählig auswirken. Dann ist aber der Durchbruch auch gleichbedeutend mit dem Sieg.

Ich bin Ihnen von Herzen dankbar, dass Sie mir so freundliche Worte geschrieben haben. Einmal zu der Erkenntnis und Überzeugung gekommen, dass das Genie der Kernpunkt alles Werdens, aller Taten und Werke {2} von Dauer ist, bleibt nichts anderes übrig, als mit den besten Kräften für diesen Genieglauben zu werben. In der „Musik des Südens“ 3 steht im Mittelpunkt ein Kapitel „Der Genius,“ in welchem ich diesen Glauben so ausführlich wie nur möglich ausgesprochen habe. Leider muss man oft verzweifeln, wenn man den Durchschnitt, die grosse Masse der Menschen um sich betrachtet, dass dieser Glaube viele Anhänger finden kann. Auch die Religion hat ja heute ‒ vielleicht dank der versagenden Organisationen der sichtbaren Kirchen ‒ keine Anhänger mehr. Überall derselbe Kompromiss des Etwas-Glaubens, Etwas-Wollens, Etwas-Könnens. Ein Wort der Unbedingtheit – und man steht sofort allein, man fühlt sofort die einige Atmosphäre völliger Verständnislosigkeit, ja Feindseligkeit der Anderen. O, ich verstehe ganz Ihren Stolz, durchgehalten zu haben gegen alle Not, alle Demütigungen. Es war dies der Weg aller Grossen. Es gibt denen, die ihn siegreich gegangen d sind, die wunderbare Gewissheit, dass sie „diese Welt“ überwunden haben und dass es ihnen erspart ist, ewig und ewig von neuem durch den Schlamm waten zu müssen. - - - -

{3} Waren Sie verwundert darüber, dass Herzka Furtwängler einen Feigling nannte? H. ist ein Menschenkenner! und er hat in diesem Falle ins Schwarze getroffen. Furtw. glaubt gewiss an das Genie; aber nicht ganz. Er glaubt auch an den „Erfolg,“ fast noch mehr als an das Genie. Da er unter allen Umständen immer Erfolg haben will, muss er Kompromissen schliessen, ist er schliesslich abhängig von jedem Zeitungsschmierer. Ihn drücken die Sorgen, was irgend ein Berliner Ullstein-Schmierer etwa gegen ihn sagen könne. Und, ich weiss es, er weicht zurück, weil er sich fürchtet, etwa an der Seite Beethovens oder Haÿdns von dieser Meute zur Strecke gebracht zu werden. Lieber wirft er ihnen prostituiert er sich auf dem Podium vor aller Öffentlichkeit mit Schönberg, um die Meute zu beschwichtigen. Dass er schreiben will, wundert mich nicht; ich habe in dem letzten kleinen Aufsatz (er steht in der Allgemeinen Musik-Zeitung Berlin-Schöneberg, Innsbruckerstr. 24/2 —ich habe ihn leider nicht zu Gesicht bekommen!) einige Worte, und zwar absichtlich, geschrieben, die ihn reizen sollten. Furtwängler würde, davon bin ich überzeugt, sofort schreiben sodann und bekennen, wenn er bestimmt, ganz bestimmt, mit absoluter Sicherheit wüsste, dass Ihre Sache die Sache der Zukunft ist. Sein Gefühl sagt wohl ja, aber er hat nicht die Gewissheit, weil ihm der letzte, tiefste Glaube fehlt. Das ist es. So sehr ich F. als Künstler schätze — ein unbeirrbarer Charakter ist er nicht. Er ist eben, um mit Brahms zu reden, nur ein Kapellmeister.

{4} Die Dinge, die in Deutschland vorgehen, kann man nur mit einem Gefühl des Schauderns und Grauens betrachten. Gänzlich entblösst von einer bindenden, religiösen Idee, taumelt das von Partei zu Partei, von einer Geistlerigkeit zur anderen. Die Vorkriegs- u. Krieges Zeit trägt ihre üblen Früchte. Trotz alledem kommt aus diesem Ozean von Schmutz und Leiden einmal ein neuer Gedanke, der uralte Gedanke in neuer Fassung. Ein barmherziger Himmel schicke über Europa u. Amerika ein erlösendes Erdbeben, das die Kohle u. das Eisen verschlucke, damit der Mensch wieder als Mensch leben könne; das würde die Erlösung beschleunigen. Denn ehe wir nicht die verfluchte Maschine vernichten, eher haben wir keine Ruhe, keinen Frieden vor dem Industrievolk. Das ist mein Morgen- u. Abendgebet. - - - - - -

Demnächst erscheint Korngold hier, um im Augustes zu dirigieren. Der Vater wird mitkommen, wie ich hörte, um das römische Musikleben zu studieren!!

Aber vorläufig scheint noch leuchtend und wärmend die Sonne, sodass wir vorgestern noch im Meer baden konnten.


Herzlichste Grüsse, lieber Meister, an Sie und Ihre Frau Gemahlin
von uns beiden
Ihr ergebenster
[signed:] Walter Dahms

© Transcription John Koslovsky, 2011


Rome
via Sardegna 79
November 1, 1923


Dear Master, 1

It was a great joy for me to hear 2 that your cause moves ahead one success after another. That Hertzka's good nose scents a "business opportunity" in it, that he is expanding and enlarging your platform, that is a definite sign for the growing "demand." And since this demand is hardly attributed to leisurely curiosity but much more to the slow but unstoppable penetration of your ideas, at a time when the search is at no end, where doubt drives away students from bad teachers, where countless individuals search for a vindication of your existence as a musician and therefore an initial foothold – for that reason, I mean, success can now only be a matter of time. Military sorties and surprise maneuvers lead faster to specific targets. But a frontal assault like yours must work itself out gradually. Only then is the breakthrough also synonymous with victory.

I am deeply thankful to you that you wrote such kind words to me. Once the knowledge and conviction comes that genius is the quintessence of all becoming, all facts and works {2} of permanence, nothing else remains, other than to promote this belief in genius with the most vigor. Midway through Music of the South 3 there is a chapter "The Genius," where I have spoken out for this belief as elaborately as possible. Unfortunately one must often doubt whether this belief can find many adherents when one gazes upon the commoner, the great mass of people. Even religion today finds no more adherents – perhaps thanks to the collapsing organization of the visible churches. Everywhere the same compromise for those who believe in little, who desire little, and who are capable of little. One word about the absolute – and one stands immediately alone, one feels immediately an atmosphere full of misunderstanding and even hostility from others. Oh, I understand completely your pride, upheld despite all affliction, all humiliation. This was the way of all the greats. There are those who have become victorious, the wonderful certainty that they have conquered "this world" and that it has saved them from having to wade forever and ever through the slime anew - - - -

{3} Were you surprised that Hertzka called Furtwängler a coward? Hertzka knows people! and has hit the mark in this case. Furtwängler certainly believes in genius; but not entirely. He also believes in "success," perhaps even more than in genius. Because he wants to have success under all circumstances he has to make compromises, and he is exclusively dependent upon every scribbler from the newspaper. He is worried what some Berlin Ullstein scribbler could say against him. And I know it, he backs away because he is afraid to take the side of Beethoven or Haydn against this pack. He prefers to prostitute himself on the podium in full public view with Schoenberg, in order to appease the pack. That he wants to write I am not surprised; in my last small article (he is in the Allgemeine Musik-Zeitung under the address Berlin-Schöneberg, Innsbruckerstraße 24/2 – unfortunately I did not see him in person!) I wrote a few words, indeed expressly, that should anger him. Furtwängler would, I am convinced, write immediately then and admit, if he decides, really decides that he wanted to with absolute certainty, that your cause is the cause of the future. His feelings tell him yes, but he does not have the certitude, because the last, deepest beliefs fail him. That is it. I esteem Furtwängler very much as an artist – but an unflinching character he is not. He is, in the words of Brahms, just a Capellmeister.

{4} The things that are happening in Germany one can only observe with a feeling of shivering and terror. Entirely divested of a binding, religious idea, it staggers from party to party and from one empty spirit to another. The period before and during the war bear their evil fruit. Despite all of this a new idea at once comes out of this ocean of filth and suffering, the age-old idea in a new form. A merciful heaven sends to Europe and America a redemptive tremor, that the coal and steel swallow up, so that man can once again live as man; that would hasten the solution. Because until we defeat the cursed machines we will not have any peace from the people of industry. That is my morning and evening prayer. - - - - - -

Soon Korngold will be here, to conduct in August. His father will come with him, as I heard, in order to study Roman musical life!!

But for the present the sun still shines luminously and warm, two days ago we could still bath in the sea.


Most cordial greetings, dear master, to you and your wife,
from the two of us,
Your most devoted
[signed:] Walter Dahms

© Translation John Koslovsky, 2011


Rom
via Sardegna 79
1. November 1923.


Lieber Meister! 1

Es war eine grosse Freude für mich, zu hören, 2 dass Ihre Sache sicher von Erfolg zu Erfolg schreitet. Dass Herzkas Spürnase eine „Konjunktur“ darin wittert, dass er Ihre Tribüne erweitert und vergrössert, das ist ein sicheres Zeichen für die wachsende „Nachfrage.“ Und da diese Nachfrage kaum auf müssige Neugier, sondern wohl mehr auf das langsame aber unaufhaltsame Durchdringen Ihrer Gedanken zurückzuführen ist, in einer Zeit, wo das Suchen kein Ende ist, wo die Verzweiflung die Schüler von den schlechten Lehrern forttreibt, wo so Unzählige eine Rechtfertigung Ihres Daseins als Musiker und darum zunächst einen Halt suchen — darum, meine ich, kann nun der Erfolg nur noch eine Sache von geringer Zeit sein. Teilangriffe, Überraschungs-Manöver führen schneller zu gewissen Zielen. Aber ein Frontalangriff, wie der Ihre, musste sich allmählig auswirken. Dann ist aber der Durchbruch auch gleichbedeutend mit dem Sieg.

Ich bin Ihnen von Herzen dankbar, dass Sie mir so freundliche Worte geschrieben haben. Einmal zu der Erkenntnis und Überzeugung gekommen, dass das Genie der Kernpunkt alles Werdens, aller Taten und Werke {2} von Dauer ist, bleibt nichts anderes übrig, als mit den besten Kräften für diesen Genieglauben zu werben. In der „Musik des Südens“ 3 steht im Mittelpunkt ein Kapitel „Der Genius,“ in welchem ich diesen Glauben so ausführlich wie nur möglich ausgesprochen habe. Leider muss man oft verzweifeln, wenn man den Durchschnitt, die grosse Masse der Menschen um sich betrachtet, dass dieser Glaube viele Anhänger finden kann. Auch die Religion hat ja heute ‒ vielleicht dank der versagenden Organisationen der sichtbaren Kirchen ‒ keine Anhänger mehr. Überall derselbe Kompromiss des Etwas-Glaubens, Etwas-Wollens, Etwas-Könnens. Ein Wort der Unbedingtheit – und man steht sofort allein, man fühlt sofort die einige Atmosphäre völliger Verständnislosigkeit, ja Feindseligkeit der Anderen. O, ich verstehe ganz Ihren Stolz, durchgehalten zu haben gegen alle Not, alle Demütigungen. Es war dies der Weg aller Grossen. Es gibt denen, die ihn siegreich gegangen d sind, die wunderbare Gewissheit, dass sie „diese Welt“ überwunden haben und dass es ihnen erspart ist, ewig und ewig von neuem durch den Schlamm waten zu müssen. - - - -

{3} Waren Sie verwundert darüber, dass Herzka Furtwängler einen Feigling nannte? H. ist ein Menschenkenner! und er hat in diesem Falle ins Schwarze getroffen. Furtw. glaubt gewiss an das Genie; aber nicht ganz. Er glaubt auch an den „Erfolg,“ fast noch mehr als an das Genie. Da er unter allen Umständen immer Erfolg haben will, muss er Kompromissen schliessen, ist er schliesslich abhängig von jedem Zeitungsschmierer. Ihn drücken die Sorgen, was irgend ein Berliner Ullstein-Schmierer etwa gegen ihn sagen könne. Und, ich weiss es, er weicht zurück, weil er sich fürchtet, etwa an der Seite Beethovens oder Haÿdns von dieser Meute zur Strecke gebracht zu werden. Lieber wirft er ihnen prostituiert er sich auf dem Podium vor aller Öffentlichkeit mit Schönberg, um die Meute zu beschwichtigen. Dass er schreiben will, wundert mich nicht; ich habe in dem letzten kleinen Aufsatz (er steht in der Allgemeinen Musik-Zeitung Berlin-Schöneberg, Innsbruckerstr. 24/2 —ich habe ihn leider nicht zu Gesicht bekommen!) einige Worte, und zwar absichtlich, geschrieben, die ihn reizen sollten. Furtwängler würde, davon bin ich überzeugt, sofort schreiben sodann und bekennen, wenn er bestimmt, ganz bestimmt, mit absoluter Sicherheit wüsste, dass Ihre Sache die Sache der Zukunft ist. Sein Gefühl sagt wohl ja, aber er hat nicht die Gewissheit, weil ihm der letzte, tiefste Glaube fehlt. Das ist es. So sehr ich F. als Künstler schätze — ein unbeirrbarer Charakter ist er nicht. Er ist eben, um mit Brahms zu reden, nur ein Kapellmeister.

{4} Die Dinge, die in Deutschland vorgehen, kann man nur mit einem Gefühl des Schauderns und Grauens betrachten. Gänzlich entblösst von einer bindenden, religiösen Idee, taumelt das von Partei zu Partei, von einer Geistlerigkeit zur anderen. Die Vorkriegs- u. Krieges Zeit trägt ihre üblen Früchte. Trotz alledem kommt aus diesem Ozean von Schmutz und Leiden einmal ein neuer Gedanke, der uralte Gedanke in neuer Fassung. Ein barmherziger Himmel schicke über Europa u. Amerika ein erlösendes Erdbeben, das die Kohle u. das Eisen verschlucke, damit der Mensch wieder als Mensch leben könne; das würde die Erlösung beschleunigen. Denn ehe wir nicht die verfluchte Maschine vernichten, eher haben wir keine Ruhe, keinen Frieden vor dem Industrievolk. Das ist mein Morgen- u. Abendgebet. - - - - - -

Demnächst erscheint Korngold hier, um im Augustes zu dirigieren. Der Vater wird mitkommen, wie ich hörte, um das römische Musikleben zu studieren!!

Aber vorläufig scheint noch leuchtend und wärmend die Sonne, sodass wir vorgestern noch im Meer baden konnten.


Herzlichste Grüsse, lieber Meister, an Sie und Ihre Frau Gemahlin
von uns beiden
Ihr ergebenster
[signed:] Walter Dahms

© Transcription John Koslovsky, 2011


Rome
via Sardegna 79
November 1, 1923


Dear Master, 1

It was a great joy for me to hear 2 that your cause moves ahead one success after another. That Hertzka's good nose scents a "business opportunity" in it, that he is expanding and enlarging your platform, that is a definite sign for the growing "demand." And since this demand is hardly attributed to leisurely curiosity but much more to the slow but unstoppable penetration of your ideas, at a time when the search is at no end, where doubt drives away students from bad teachers, where countless individuals search for a vindication of your existence as a musician and therefore an initial foothold – for that reason, I mean, success can now only be a matter of time. Military sorties and surprise maneuvers lead faster to specific targets. But a frontal assault like yours must work itself out gradually. Only then is the breakthrough also synonymous with victory.

I am deeply thankful to you that you wrote such kind words to me. Once the knowledge and conviction comes that genius is the quintessence of all becoming, all facts and works {2} of permanence, nothing else remains, other than to promote this belief in genius with the most vigor. Midway through Music of the South 3 there is a chapter "The Genius," where I have spoken out for this belief as elaborately as possible. Unfortunately one must often doubt whether this belief can find many adherents when one gazes upon the commoner, the great mass of people. Even religion today finds no more adherents – perhaps thanks to the collapsing organization of the visible churches. Everywhere the same compromise for those who believe in little, who desire little, and who are capable of little. One word about the absolute – and one stands immediately alone, one feels immediately an atmosphere full of misunderstanding and even hostility from others. Oh, I understand completely your pride, upheld despite all affliction, all humiliation. This was the way of all the greats. There are those who have become victorious, the wonderful certainty that they have conquered "this world" and that it has saved them from having to wade forever and ever through the slime anew - - - -

{3} Were you surprised that Hertzka called Furtwängler a coward? Hertzka knows people! and has hit the mark in this case. Furtwängler certainly believes in genius; but not entirely. He also believes in "success," perhaps even more than in genius. Because he wants to have success under all circumstances he has to make compromises, and he is exclusively dependent upon every scribbler from the newspaper. He is worried what some Berlin Ullstein scribbler could say against him. And I know it, he backs away because he is afraid to take the side of Beethoven or Haydn against this pack. He prefers to prostitute himself on the podium in full public view with Schoenberg, in order to appease the pack. That he wants to write I am not surprised; in my last small article (he is in the Allgemeine Musik-Zeitung under the address Berlin-Schöneberg, Innsbruckerstraße 24/2 – unfortunately I did not see him in person!) I wrote a few words, indeed expressly, that should anger him. Furtwängler would, I am convinced, write immediately then and admit, if he decides, really decides that he wanted to with absolute certainty, that your cause is the cause of the future. His feelings tell him yes, but he does not have the certitude, because the last, deepest beliefs fail him. That is it. I esteem Furtwängler very much as an artist – but an unflinching character he is not. He is, in the words of Brahms, just a Capellmeister.

{4} The things that are happening in Germany one can only observe with a feeling of shivering and terror. Entirely divested of a binding, religious idea, it staggers from party to party and from one empty spirit to another. The period before and during the war bear their evil fruit. Despite all of this a new idea at once comes out of this ocean of filth and suffering, the age-old idea in a new form. A merciful heaven sends to Europe and America a redemptive tremor, that the coal and steel swallow up, so that man can once again live as man; that would hasten the solution. Because until we defeat the cursed machines we will not have any peace from the people of industry. That is my morning and evening prayer. - - - - - -

Soon Korngold will be here, to conduct in August. His father will come with him, as I heard, in order to study Roman musical life!!

But for the present the sun still shines luminously and warm, two days ago we could still bath in the sea.


Most cordial greetings, dear master, to you and your wife,
from the two of us,
Your most devoted
[signed:] Walter Dahms

© Translation John Koslovsky, 2011

Footnotes

1 Receipt of this letter is recorded in Schenker's diary at OJ 3/5, p. 2594, November 5, 1923: "Von Dahms (Br.): Freude über den steigenden Erfolg meiner Arbeiten; Hertzkas Stichwort: Furtwängler ein Feigling ist ihm aus der Seele gesprochen; für einen unbeirrbaren Charakter halte er ihn nicht! er ginge mit mir durch Dick u. Dünn, wenn er mit Sicherheit wüßte, daß mir die Zukunft zufällt." ("From Dahms (letter): happiness over the growing success of my publications; Hertzka's statement that Furtwängler is a coward expresses his thoughts exactly; he does not consider him an unwavering character! He would go through thick and thin with me, if he knew for sure that the future would be in my favor.").

2 This communication is not known to survive, nor is it recorded in Schenker's diary.

3 Dahms, Musik des Südens (Stuttgart and Berlin: Deutsche Verlags-Anstalt, 1923), chap. 8 "Der Genius," pp. 227‒71.

Commentary

Format
4p letter, two sheets recto-verso, the second sheet recto headed "2", holograph message and signature
Provenance
Schenker, Heinrich (document date-1935)-- Schenker, Jeanette (1935-c.1942)--Ratz, Erwin (c.1942-c.1955)--Jonas, Oswald (c.1955-1978)--University of California, Riverside (1978--)
Rights Holder
Heirs of Walter Dahms, published here with kind permission.
License
Permission to publish granted by principal heir, Dahms's grand daughter, Cristina Texeio Coelho, August 12, 2009. Any claim to intellectual rights on this document should be addressed to the Schenker Correspondence Project, Faculty of Music, University of Cambridge, at schenkercorrespondence [at] mus (dot) cam (dot) ac (dot) uk.

Digital version created: 2011-12-20
Last updated: 2011-12-20